Heizöl lagern - was muss dabei beachtet werden?

Trotz weiterhin steigender Heizölpreise werden in Deutschland immer noch rund 6 Millionen Ölheizungen betrieben. Demzufolge gibt es ebensoviele Tankanlagen. Diese können sich im Freien unter oder über der Erde oder im Gebäude befinden. Weiterhin gibt es Tanks aus Stahl, Polyethylen (PE), Polyamid (PA) oder Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) - ältere Tanks sind mitunter auch aus Beton. Heizöllagerung ist also ein Thema, mit dem man sich einmal näher befassen sollte. Noch ein Hinweis: Wenn in dem Beitrag von Heizöl gesprochen wird, ist immer Heizöl EL gemeint. EL steht für extra leichtflüssig und ist ein hochwertiges Raffinerieprodukt aus der Rohölverarbeitung. Heizöl EL wird überwiegend in Haushalten und in der Kleinindustrie eingesetzt.

Grundsätzliches zur Lagerung

Ab einer bestimmten Temperatur beginnen die Paraffine im Heizöl zu erstarren und als weißer Schleier oder Flocken sichtbar zu werden. Dieser Prozess kann ab einer Temperatur von 3°C beginnen. Es ist daher notwendig und wird auch gefordert, Heizöl frostfrei zu lagern. Das gilt insbesondere auch für die Rohrleitungen und Bauelemente zwischen Lagerbehälter und Brenner.
Heizöl ist ein Naturprodukt und unterliegt wie jedes andere Naturprodukt einer natürlichen Alterung, in deren Folge das Heizöl eine dunklere Farbe annimmt. Ferner bilden sich geringe Mengen ölunlöslicher Anteile, die sich in aller Regel zusammen mit Sedimenten (ölfremde Feststoffe wie z.B. Rost, Sand oder Staub) und Kondenswasser am Tankboden absetzen. Um dem vorzubeugen, sind einige Dinge zu beachten.
Transparente Kunststofftanks (auch solche aus GFK) sollten lichtgeschützt aufgestellt werden. Lange Leitungswege für die Brennstoffversorgung zwischen Tank und Brenner sind zudem zu vermeiden. Bei extrem langen Leitungswegen zwischen Tank und Brenner von Kupfer- auf bauartzugelassene Stahl- oder Aluminiumrohre ausweichen. In Abständen von mehreren Jahren sollte der Tank vor einer weiteren Lieferung möglichst weit leer gefahren werden, um so die durchschnittlichen Lagerzeiten zu verkürzen.

Was muss beim Lagerungsort beachtet werden?

Unzulässig ist die Lagerung von Heizöl in allgemein zugänglichen Fluren, Durchgängen und Durchfahrten, Treppenräumen, auf Dächern und in Dachräumen, Arbeitsräumen sowie Gast- und Schankräumen. Darüber hinaus gelten für die Zulässigkeit der Lagerung die bau- und wasserrechtlichen Vorschriften. 

Sollen mehr als 1.000 Liter Heizöl gelagert werden, darf der Raum gegenüber anderen Räumen keine anderen Öffnungen (außer für Türen) haben. Zudem müssen die Türen dicht und selbstschließend sein. Vorhandene Bodenabläufe müssen mit Heizölsperren oder Leichtflüssigkeitsabscheider ausgerüstet sein. 

Heizungsanlage und Tanks dürfen sich nur bis zu einer Lagermenge von 5.000 Litern Heizöl im gleichen Raum befinden. Steht der Tank im Heizungskeller, muss zusätzlich zwischen Tank und Feuerungsanlage entweder ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten oder ein Strahlungsschutz (z.B. ein Blech) aufgestellt werden. Die Feuerungsanlage muss dabei außerhalb einer eventuell vorhandenen Ölauffangwanne stehen. 

Ein separater Lagerraum ist bei einem Gesamtlagervolumen von mehr als 5.000 Litern erforderlich. Dieser darf nicht andersweitig genutzt werden und muss von der Feuerwehr vom Freien aus beschäumt oder gelüftet werden können. Ein Fenster ist dazu nicht zwingend notwendig, es reicht auch ein Rohr oder eine absperrbare Klappe. Wände und Decken müssen feuerbeständig sein (F 90) sein und aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Dies gilt auch für den Fußboden des Lagerraums. Türen müssen, ausgenommen Türen ins Freie, mindestens feuerhemmend (F 30/T 30) sein. Zudem müssen die Türen in Fluchtrichtung zu öffnen und selbstschließend sein.

Unterirdische Lagerbehälter

Ein Behälter gilt als unterirdisch, wenn er ganz oder teilweise von Boden bedeckt wird. Er wird daher auch als Erdtank bezeichnet.
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Auf der obigen Abbildung ist zu sehen, auf was es bei einem Erdtank ankommt. Erdtanks gibt es aus Stahl und GFK (vereinzelt noch aus Beton). Sie verfügen über eine Einstiegsöffnung, die eine Kontrolle und Reinigung erleichtert. Zur Lecküberwachung müssen Erdtanks doppelwandig ausgeführt werden. Eine Doppelwandigkeit ist auch durch eine Leckschutzauskleidung mittels einer Kunststoff-Innenhülle gegeben. Auch ältere einwandige Tankanlagen können somit vorschriftsgerecht nachgerüstet werden. Die Doppelwandigkeit verhindert sicher ein Auslaufen des Heizöls. Ist die eine Wandung schadhaft, führt das automatisch zu einer Alarmmeldung des Leckanzeigegeräts. Dass Heizöl ins Freie gelangt, verhindert dann immer noch die zweite Wandung. 

Eingebracht werden kann der Erdtank an nahezu beliebiger Stelle im Boden wie beispielsweise unter der Auffahrt oder im Vorgarten. Sofern in der Bauartszulassung oder dem Prüfbescheid keine abweichende Maße genannt werden, müssen jedoch folgende Mindestabstände eingehalten werden: Zu Gebäuden, Nachbargrundstücken und öffentlichen Versorgungsleitungen 1 m, zu anderen unterirdischen Lagerbehältern 40 cm. Zum Schutz vor Frost, muss die Erdüberdeckung mindestens 80 cm betragen. Zudem muss die Isolierung der Anschlüsse und Armaturen im Domschacht gegen Kälte berücksichtigt werden. 

Erdtanks müssen alle 5 Jahre geprüft werden, in Wasserschutzgebieten alle 2½ Jahre. Ebenfalls geprüft werden müssen die Tanks bei wesentlichen Änderungen, bei einer vorübergehenden oder endgültigen Stilllegung, bei einer Wiederinbetriebnahme oder wenn der Verdacht einer Wassergefährdung besteht.

Oberirdische Lagerbehälter

Bei den oberirdischen Lagerbehältern sind im Bereich von Ein- und Mehrfamilienhäusern vor allem die Kellertanks von Interesse. Darüber hinaus gibt es noch Tanks, die im Freien aufgestellt werden und bei denen der Frostschutz mit berücksichtigt werden muss. Diese Tanks werden wir allerdings nicht näher vorstellen. Der Tank für ein Einfamilienhaus besitzt normalerweise ein Fassungsvermögen von 2.000-3.000 Liter, häufig werden auch mehrere kleinere Tanks (siehe Abbildung) zu einer Batterie zusammengeschlossen. Batterietanks aus Polyethylen (PE), Polyamid (PA) oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK)
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gibt es in unterschiedlichen Größen für 600 bis 5.000 Liter Inhalt. Sie können in der Regel durch vorhandene Tür- und Fensteröffnungen in den Lagerraum gebracht werden und dort zu größeren Einheiten miteinander verbunden werden. 

Neben den Einzel- und Batterietanks gibt es auch noch maßgeschneiderte Tanks, die am Standort gefertigt werden. Diese sind in der Regel aus Stahl oder GFK und ermöglichen eine optimale Raumausnutzung, d.h. eine große Lagerkapazität bei geringem Raumbedarf. Insbesondere bei größeren Lagervolumen sind standortgefertigte Tankanlagen oftmals eine kostengünstige Lösung. 

Bei oberirdischen Lagerbehältern sind auch einwandige Behälter zugelassen. Diese müssen in Auffangwannen aus Stahlbeton oder in einer gemauerten Wanne mit Zementputz und Zementestrich aufgestellt werden. Die Auffangwanne muss vor dem Aufstellen der Tanks mit einem zugelassenen ölbeständigen dreifachen Anstrich versehen werden. Alternativ kann die Wanne mit vor Ort verschweißten speziellen Kunststoffbahnen ausgekleidet werden. Es gibt aber auch fabrikgefertigte Auffangwannen, in die die Tanks auch gestellt werden können. 

Mehr Informationen zum Thema Ölheizungen erhalten Sie unter www.zukunftsheizen.de.