Heizen mit Holz-Pellets - diskutabel und praktikabel

Holzverfeuerung ökologisch sinnvoll

Von einem "Späneofen" hat der eine oder andere sicherlich schon einmal gehört. Solche Öfen befinden sich - allerdings bei stark abfallender Tendenz - in Schreinereien, wo die Holzabfälle verbrannt und über den Späneofen die ganze Werkstatt beheizt wurde. Da beim Verbrennen trockenen Holzes die gleiche C02-Belastung entsteht, wie bei der natürlichen Holzverrottung im Wald, ist aus ökologischen Gründen gegen eine Holzverfeuerung nichts zu sagen - wen n, ja wenn in den Schreinereien überhaupt noch massives, unbehandeltes Holz anfallen würde. Holzfaserplatten, Kunststoff-Furnierplatten und dergleichen dürfen aber nicht verbrannt werden, weshalb mehr und mehr Tischler ihre Späneöfen abgebaut haben. Sieht man vom Heizkessel im eigenen Keller ab, wobei dutzende Hersteller Holzheizkessel liefern, ist auch die Zunahme von Kachelöfen und Kaminöfen sicherlich eine Folgeerscheinung wachsenden ökologischen Bewusstseins, wobei der Gesetzgeber ab 2013 eine neue Verordnung für die Grenzwerte bei Kamin- und Kachelöfen eingeführt hat. 

10-mal geringere Schwefelbelastung als bei Heizöl

Ganz anders verhält es sich beim Heizen mit sog. Holz-Pellets, die über spezielle Brenner verfeuert werden und mit denen ein Einfamilienhaus genauso beheizt werden kann, wie mit einer Gas- oder Ölheizung - die Warmwasserbereitung inbegriffen. Berücksichtigt man, dass beim Verbrennen von Holz-Pellets zehnmal weniger Schwefelbelastungen in die Atmosphäre abgegeben werden, als bei der Heizölverfeuerung, dann wird sicherlich auch ein ökologisch besonders interessierter Bauherr nachdenklich.

Holz-Pellets - was ist das? Hat es sich bewährt?

pellet1.jpg Holz-Pellets werden hergestellt aus den Massivholzabfällen der Holzindustrie. Es entweichen also keine gefährlichen chemischen Substanzen, wie sie etwa beim Verbrennen kunstharzgebundener Werkstoffplatten entstehen. Die Pellets sind auch absolut trocken, eine wichtige Voraussetzung für optimale Energieausbeute und umweltschonende Verbrennungsvorgänge. Die Pellets sind kaum größer als Maiskörner und werden als Heizmaterial seit den frühen 80-er Jahren in den Holzländern USA und Kanada und seit den 90-er Jahren in den skandinavischen Holzländern im steigenden Maße verfeuert. In Schweden werden jährlich etwa 1,5 Mio Tonnen Pellets hergestellt. Man kann also sagen: Die Pellet-Heizmethode hat ihre Bewährungsprobe bestanden.

Inzwischen gibt es auch eine bundesweite Pellet-Marke nach Güterrichtlinien des Pelletverbandes Deutschland. Diese werden in 15 kg-Säcken angeboten oder aber als Siloware. Dass es „Burschen“ gibt, die - statt Pellets zu verheizen — als Holzdiebe im Wald aktiv werden, ist die Kehrseite der Medaille. 

Wer liefert die Pellets an, wo werden sie gelagert?

pellet2.jpg Pellets werden über den Brennstoffhandel und über Raiffeisen-Genossenschaften ausgeliefert - in "Pump-LKW'S". Die kleinen Holzstäbchen werden in einen Vorratsraum gepumpt, etwa in den ehemaligen Lagerraum des Erdöltanks oder in einen außem am Haus angebauten (absout "wasserdichten") Schuppen. Wer keinen Lagerraum hat oder seine Kellerräume für andere Zwecke braucht, nämlich für seine Hobbywerkstatt oder seine Sauna, dem kann natürlich auch geholfen werden. Die Firma MALL Umweltsysteme hat einen Holzpelletspeicher auf den Markt gebracht, der im Garten eingegraben wird ähnlich der bekannten Heizöl-Lagertanks. Aus diesem Tank werden die Pellets einfach in den Heizkessel gepumpt.

Für die Jahresversorgung eines Einfamilienhauses genügen - je nach Größe - Räume von 2x2 bis 2x3 m Lagerfläche. Von dort geraten die Pellets - entweder durch sog. Steigschnecken oder durch Ansaugpumpen - in den Fallschacht des Heizkessels und von dort in den Brennraum. Das alles geschieht automatisch. Das Verfahren ist also ähnlich wie bei Heizöl, nur mit dem Vorteil, dass keine Geruchsbelästigungen entstehen, dass keine Auffangwanne gebaut zu werden braucht, denn Holzpellets können nicht leck schlagen, und dass keine Grundwasserschutzversicherung abgeschlossen zu werden braucht, denn Holz kann das Grundwasser nicht verschmutzen.


Natürlich fällt Asche an - aber so wenig, dass der Aschebehälter nach Herstellerangaben nur einmal im Monat entleert zu werden braucht. Das Asche-Entleeren ist sicherlich ein Nachteil. Der Vorteil ist, dass die Pellets im Haus einen angenehmen Holzduft verbreiten und in jedem Fall angenehmer riechen als Heizöl.