Hecke kahl oder abgestorben, was kann man tun?

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Nicht gerade selten sind Laubhecken unten kahl geworden, der Fachmann spricht von Verkahlung. Oder es sind ganze Pflanzen abgestorben. Das Foto zeigt als Musterbeispiel, wie man es nicht macht. Links ist die Hecke noch grün, hier wurde der robuste und schnell wachsende Liguster gepflanzt. Rechts daneben die Thujabäumchen sind tot - sie wurden von den stärkeren Laubgehölzen in dieser Hecke buchstäblich erdrückt. Die Gründe für verkahlte oder abgestorbene Heckenpflanzen können jedoch sehr unterschiedlicher Art sein:

  1. die Heckenpflanzen wurden zu dicht gesetzt und nehmen sich gegenseitig Licht und Nahrung weg

  2. im lehmigen Boden hat sich stauende Nässe gebildet

  3. der Boden wurde zu wenig gedüngt

  4. der Boden wurde in der Trockenzeit (in den Ferien) zu wenig gewässert

  5. Bäume in der Nähe nehmen Licht, Nahrung und Wasser weg

  6. Hecke wurde gemischt bepflanzt, stark wurzelnder und -wachsender Kirschlorbeer nimmt z.B. der Thuja Licht, Wasser, Nahrung weg
Nur bei Laubhecken wie Hainbuche, Liguster, Ilex oder Kirschlorbeer kann ein radikaler Verjüngungsschnitt helfen, sofern die Gehölze nicht abgestorben sind. Der Rückschnitt erfolgt im Frühjahr bis auf 30 cm über dem Boden.

Bei Nadelgehölzen ist eine solch drastische Maßnahme tödlich! Eine Ausnahme bildet hier die Eibe, die (nur im Notfall) zurückgeschnitten werden kann.

Bei Thuja und den Zypressenarten kann nur versucht werden, die kahl gewordene oder abgestorbene Pflanze aus dem Boden zu ziehen und gegen eine neue auszutauschen. Wieso ziehen? Wenn Sie graben oder gar mit einer Wurzelfräse anrücken, dann beschädigen Sie automatisch die Wurzeln der Nachbarpflanzen, die dann möglicherweise auch eingehen. Das Herausziehen erfolgt auf keinen Fall per Körperkraft, das schaffen auch drei Schwerathleten nicht (oder zum Preise von verschobenen Bandscheiben). Hier muss also eine Winde eingesetzt werden, deren Stahlseil man am besten um den Stamm eines starken Baumes legt (Schutzpolster für die Baumrinde nicht vergessen!).

Vorsicht bei Selbsthilfemaßnahmen mit Traktor und Kette. Ein 2m hoher Kirschlorbeer kann so fest im Boden sitzen, dass die Kette reißt und einen Umstehenden schwer verletzt.

Das Herausziehen sollte erfolgen, nachdem das Boden ausreichend gewässert worden ist. Natürlich werden auch "Nachbarwurzeln" freigelegt, die man sofort wieder in das Boden drücken und wässern muss. In das entstandene Loch sollte nur eine Containerpflanze oder eine Pflanze mit Ballen eingesetzt werden. Da der Boden ausgelaugt ist, soll man - soweit es geht - Humus einarbeiten, auf keinen Fall aber mineralischen Dünger beimischen.

Über den Pflanzvorgang können Sie weitere Informationen nachlesen im Beitrag "Heckensträucher richtig pflanzen und einschlämmen". Ist das Einpflanzen vollbracht, hilft nur noch eines: Ausreichend wässern, hoffen und beten.