Grünbildung auf Ziegeldächern - ein natürlicher Vorgang

gruenbildung1.jpg Viele Hausbesitzer sind besorgt und fürchten um ihr Dach, wenn sie die grün schimmernde Patina entdecken. Die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V. gibt jedoch Entwarnung: "Kein Grund zur Beunruhigung, trotz Grünbildung ist die Schutzfunktion des Daches dauerhaft gewährleistet. Grünbildung ist weder schädlich für die Gesundheit der Hausbewohner, noch stört sie die Langlebigkeit des Ziegeldaches". Nahezu jede Oberfläche sei von Grünbildung durch Algen, Flechten und Moose betroffen. Die Ursache hierfür liege zum Teil in veränderten, sprich verbesserten Umweltbedingungen. "Waren in der Vergangenheit "saurer Regen" und Pestizide verantwortlich für saubere Dächer, scheint es heute so, als erobert sich die Natur verloren gegangenes Terrain zurück. Dank besserer klimatischer Voraussetzungen können sich Mikroorganismen schneller verbreiten als zuvor. Auf den Baustoffen findet Grünbildung statt", erläutert die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach.

Grünbildung ist auf fast allen Materialien möglich. Die Rauhigkeit der Deckwerkstoffe fördert zwar die Grünbildung. Doch selbst vor glatten oder beschichteten Oberflächen machen die Mikroorganismen auf Dauer nicht Halt. So kann sich auch auf glasierten Dachziegeln - ähnlich wie auf Glasdächern - langfristig eine Grünbildung einstellen. Mitentscheidend hierfür sind u.a. Gebäudestandort, Gewässernähe und hohe Luftfeuchtigkeit, Verschattungen, nahe stehende Bäume, Verwehungen von gedüngten Äckern oder durch Rasenmähen. Dies alles bildet eine ideale Lebensgrundlage für die "grünen Pioniere".

Auch die Baukonstruktion beeinflusst den Algenbewuchs erheblich: Je steiler das Dach und je höher die Gebäude sind, umso weniger Grünbildung erfolgt. "Neben sonstigen Faktoren sind aber bei 90 % der beanstandeten Dächer mit Grünbildung fehlende oder mangelnde Hinterlüftung der Deckung die Hauptursache", warnt die Arbeitsgemeinschaft. Schlechter Luftaustausch hinter den Dachziegeln sorgt dafür, dass der Abtrocknungsprozess entschieden langsamer erfolgt. Das Dach bleibt länger feucht. Der notwendige Nährboden für Mikroorganismen kann sich bilden.

gruenbildung2.jpg Deshalb ist die fachgerechte Dachhinterlüftung eine wesentliche Voraussetzung zur Vermeidung von Grünbildung. Bei ausgebauten Dächern wirkt sich meist schon der nachträgliche Einbau von Lüftungselementen an Traufe und First positiv aus. Das Zurückschneiden von Grünwuchs und die Minderung der Verschattung im Gebäudeumfeld können gleichfalls der Grünbildung entgegenwirken. Zudem ist ein mechanisches Absammeln von Moos und Flechten nützlich. Zur Vorsicht rät die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach allerdings bei einer beabsichtigten Hochdruckbehandlung mit heißem Wasser oder einer nur begrenzt wirksamen Oberflächenversiegelung mit chemischer Lackierung. Auch der Einsatz von Giften sollte aus Gründen der Gesundheit und des Umweltschutzes nicht stattfinden.

Die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach hat zu diesem Thema ein Faltblatt mit dem Titel "Grünbildung bei Ziegeldächern" herausgegeben.
Dieses kann kostenlos angefordert werden bei:

Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V.
Schaumburg-Lippe-Str. 4
53113 Bonn
Fax: 0288 / 9149330