Grauwasserrecycling - zweimal nutzen, einmal zahlen

grauwasser1.jpg Neben der Regenwassernutzung für Haus und Garten etabliert sich mehr und mehr die Grauwassernutzung als Alternative des Wassersparens. 129 Liter Trinkwasser verbraucht der durchschnittliche Deutsche pro Tag. Dieser Wert kann durch das geeignete Wassermanagement, wie der Nutzung des Grauwassers, in etwa halbiert werden.

Etwa 55 Liter Grauwasser pro Tag und Person fallen an. Grauwasser ist ein Teil des häuslichen Schmutzwassers, das frei von Fäkalien und hochbelastetem Küchenabwasser ist. Der Abfluss von Dusche, Badewanne eventuell noch Waschtisch oder Waschmaschine wird gesammelt und zu Betriebswasser aufbereitet. Dieses Wasser ist hygienisch unbedenklich und kann im Haushalt zur Toilettenspülung, zur Gartenbewässerung oder zum Waschen der Wäsche verwendet werden.

Die Vorteile einer Grauwassernutzungsanlage gegenüber einer Regenwassernutzungsanlage liegen auf der Hand. Doch was nützt der größte Regenwasserspeicher im Garten, wenn das Regenwasser gerade dann nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung steht, wenn man es am dringendsten braucht, im Sommer zur Gartenbewässerung. Grauwasser gibt es immer im gleichen Umfang, geduscht oder gebadet wird im Sommer und im Winter. Regenwassernutzung funktioniert zudem nur, wenn genügend Auffangflächen zur Verfügung stehen. Grauwasser läßt sich auch in der Etagenwohnung sammeln. Eines haben Grauwasser- und Regenwassernutzungsanlagen allerdings gemeinsam: Nach der Abwasserverordnung müssen Betriebswasseranlagen bei den Wasserversorgungsunternehmen angezeigt werden. Zudem schreibt die neue Trinkwasserverordnung vor, dass der Betrieb einer solchen Anlage beim Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Eine sonstige Genehmigung ist nicht notwendig.

Um Grauwasser zu Betriebswasser aufzubereiten, ist so etwas wie eine kleine Kläranlage notwendig. In dieser Anlage wird das Wasser aus Dusche, Badewanne oder Waschtisch in mehreren Stufen mechanisch und biologisch gereinigt und gefiltert. Das geschieht beispielsweise durch die gezielte Zufuhr von Sauerstoff oder die Filtration mit rotierenden Keramikscheiben. Die Reinigungsmethoden sind jedoch von Hersteller zu Hersteller verschieden. Am Ende des mehrstufigen Reinigungsverfahren ist jedoch in allen Fällen aus Grauwasser Betriebswasser geworden. Wobei die Qualität des Betriebswasser unterschiedlich sein kann. Nicht jeder Anlagenhersteller garantiert, dass die Qualität des aufbereiteten Wassers innerhalb der EU-Badegewässer-Richtlinie liegt. Grauwasseranlagen benötigen jeweils ein separates Leitungsnetz zur Erfassung des Grauwassers sowie zur Verteilung des Betriebswassers. Wie bei der Regenwassernutzung müssen zudem die Betriebswasserleitungen und die Entnahmestellen gekennzeichnet sein. Somit sollen Verwechslungen mit Trinkwasserleitungen vermieden werden.