Glas in der Wohnung - Vorsicht Verletzungsgefahr

schwering.jpg In Österreich verletzen sich jährlich 1.400 Menschen (Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit) beim Sturz durch eine Glastür so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Da man davon ausgehen kann, dass sich die Österreicher wohl nicht anders verhalten als die Deutschen, lässt es sich leicht ausrechnen, wie viele Verletzte es in der Bundesrepublik sein werden. Und es sind nicht nur Kinder, die beim Laufen oder Toben gegen die Glastür oder die Tür mit Glaseinlage stürzen. Auch Erwachsene sind betroffen. Sei es, dass sie über Teppichfalten oder herumliegende Gegenstände stolpern oder sei es, dass sie einfach nur ausrutschen. Besondere Gefahr besteht auch bei älteren Menschen. Diese verlieren auf Grund von Müdigkeit oder Schwindel leicht das Gleichgewicht und stürzen durch die Tür.

glas-troesch.jpg Das kann fatale Auswirkungen haben, denn das Gesetz schreibt im privaten Bereich kein Sicherheitsglas für Wohnungstüren mit Glaseinsatz vor. Mit der Folge, dass das Einfachglas in Tausende von Scherben zerbricht, die jede für sich messerscharf und damit lebensbedrohend sein kann. Bei Sicherheitsglas besteht diese Gefahr nicht. Dieses zerfällt im Bruchfall in kleine, stumpfkantige Krümel. Schnittwunden mit möglicherweise fatalen Folgen sind da nahezu ausgeschlossen. Eine Alternative, Glastüren sicherer zu machen, sind Splitterschutzfolien. Die Folienbeschichtung hält die einzelnen Glassplitter und Scherben zusammen. Die Folien sind einfach zu montieren und bieten nicht nur Schutz vor spitzen Glasscherben, sondern auch einen gewissen Schutz vor Einbrechern. Bei Möbeln mit Glasteilen wie Tischen oder Vitrinen ist die Verletzungsgefahr laut Kuratorium für Verkehrssicherheit weniger groß.

Trotzdem ist Glas im Haushalt vor allem bei Familien mit kleinen Kindern mit Vorsicht zu genießen. Es muss immer überlegt werden, ob es eine Alternative zu Glas gibt. So sollten Trinkgläser für Kinder grundsätzlich nicht aus Glas, sondern aus Kunststoff sein. Auch Glasflaschen sollten möglichst nicht verwendet werden. Wo es sich nicht vermeiden lässt, sollten die Flaschen zumindest so aufbewahrt werden, dass kleine Kinder nicht dran kommen. Kommt es dennoch einmal zu Glasbruch, müssen Glassplitter auf dem Boden sofort sorgfältig zusammen gefegt werden. Danach ist zu prüfen, ob keine weiteren Splitter liegen geblieben sind. Vor allem Krabbelkinder sind extrem gefährdet, da sie Splitter aufheben und sogar in den Mund stecken.