Gemälde auf einen Keilrahmen bringen

Der klassische Keilrahmen besteht aus Leisten, die so vorbereitet sind, dass sie ineinander gesteckt werden können, siehe Zeichnung.

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Seinen Halt erhält der Keilrahmen (eigentlicher Namen: Spannrahmen) durch kleine Holzkeile, die rückseitig in vorbereitete Schlitze gesteckt werden.

Klassische Methode
Um diesen klassischen Keilrahmen geht es aber in unserer Bauanleitung nicht, denn es gibt auch einfachere und genauso dauerhafte Verfahren.

Natürlich kann man sich das ganze Verfahren ersparen, wenn man bereits auf Keilrahmen aufgezogene oder gar fix und fertig gerahmte Bilder kauft. Aber denken Sie einmal daran, wie Sie ein 60 x 90 cm großes "Keilrahmen"-Bild in den Urlaubskoffer packen oder auf dem Rückflug von den Bahamas auf ihrem Schoß platzieren wollen? Da ist es also stressfreier, man kauft nur das Bild, rollt die Leinwand - meistens eine reißfeste, schwere Baumwollware - zusammen und rahmt das Bild dann zuhause.

Fertige Keilrahmen bekommen Sie im Künstlerversand. Wenn sie etwas dienen sollen, so müssen sie mindestens aus getrockneter, astfreier, gut abgelagerter Fichte/Tanne bestehen, damit sie sich nicht mehr verziehen. Natürlich können Sie aus Restlatten von Teak, Buche usw. auch selbst einen Keilrahmen herstellen. Dann schneiden Sie die Leisten auf Gehrung, fräsen Schlitze für Lamellos ein und kleben die Leisten zusammen. Damit der Rahmen an allen vier Ecken einen absolut rechten Winkel aufweist, sollten Sie ihn mit einem Spannband spannen, Querhölzer einschieben, die Winkel ausrichten und dann den Kleber aushärten lassen.

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Robustere Naturen versteifen die Eckverbindung dann mit dem Tacker. Ein kräftiger Tacker, zumal ein Elektrotacker, bewältigt auch Harthölzer.

Empfindsamere Gemüter verschrauben die Eckverbindungen mit Eisenwinkeln. Das bietet sich vor allem bei großfomatigen Rahmen an.


Nun geht es an das eigentliche Aufspannen:

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  1. Legen Sie den Keilrahmen auf einen Tisch, auf dem Sie eine Decke ausgebreitet haben. Richten Sie das Gemälde aus, fassen Sie Keilrahmen und Leinwand fest mit den Händen und drehen Sie das Ganze um.
  2. Tackern Sie die Leinwand zunächst an einer Schmalseite einmal in der Mitte an dem Keilrahmen fest.
  3. keilrahmen08.jpg Stellen Sie dann den Keilrahmen auf den Kopf und ziehen Sie nun mit einer sogenannten Maltuchspannzange die Leinwand fest über den Rahmen. Tackern Sie die Leinwand einmal mittig fest.

    Verfahren Sie nun genauso mit den Leisten der beiden anderen Seiten, siehe Zeichnung. Die Leinwand ist nun schon gespannt - provisorisch.
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  1. Nun geht es weiter "Tack auf Tack". Beginnen Sie wieder an einer Schmalseite mit dem Festtackern. Der Abstand zwischen den Klammern sollte bei etwa 30 mm liegen. Stellen Sie jetzt fest, dass die Leinwand sich doch schief gespannt hat oder wellig ist - kein Problem. Lösen Sie mit dem Schraubendreher die gegenüberliegende Einzelklammer, spannen Sie nach und klammern Sie dann neu.
  2. Was ist zu tun bei den Ecken? Hier den überstehenden Leinwand-Zipfel nach innen klappen, dann die Leinwand erst von einer, dann von der anderen Seite drüberstülpen und festklammern.
  3. Nun braucht ja jedes gerahmte Gemälde einen Aufhänger. Bei mittleren und größeren Formaten (größer als DIN A3) sollten zwei gegenüberliegende Bilderhaken angebracht werden - und zwar direkt auf dem Keilrahmen, siehe Foto. Als Faustregel gilt, dass der Abstand der Haken, vom oberen Rahmen aus gemessen, ein Viertel der Gesamtlänge betragen sollte.
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  1. Führen Sie nun ein feines Drahtseil durch die Haken. Fixieren Sie die Länge - das Seil sollte nicht länger sein als der Keilrahmen. Drillen Sie nun (mit den Fingern, das genügt) das Drahtseil beidseitig fest. Und nun können Sie das Gemälde aufhängen...
  2. ...aber das werden Sie sicherlich erst dann tun, wenn Sie den Keilrahmen in einen richtigen Bilderrahmen eingefügt haben. Das gelingt problemlos, wenn Sie den Keilrahmen in einem Standardmaß gekauft haben und dafür einen Fertigrahmen kaufen, der auf dieses Standardmaß abgestimmt ist.
  3. Nun können Sie den Keilrahmen fest mit dem Bilderrahmen verbinden, indem Sie mit einem feinen Dekorateurshammer Stahlstifte in den Bilderrahmen treiben. Das ist die klassische Art. Genauso gut, aber bequemer ist wieder der Gebrauch eines Tackers.