Gartenpflanzen bewässern — so wird’s gemacht

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Wasser ist ein kostbares Gut. Dieser Tatsache wird häufig nicht genug Beachtung geschenkt, schließlich ist es so leicht, sich welches zu beschaffen. Doch nicht überall auf der Welt kommt das Wasser aus dem Wasserhahn und selbst Regen ist keine Selbstverständlichkeit. Das macht sich auch in Deutschland bemerkbar, beispielsweise im Hochsommer, wenn die Flüsse zu wenig Wasser führen und die Schiffe nicht mehr fahren können. Die meisten Blumen und Pflanzen brauchen zwar keine Handbreit Wasser unter dem Kiel, aber auch sie können ohne kühles Nass nicht überleben. Da ist unsere Hilfe gefragt, und zwar in Form von Bewässerungslösungen. Die fallen — je nach Größe des Gartens und des Geldbeutels — althergebracht oder ultramodern aus.

Alles ganz automatisch

Im Trend liegen sogenannte Bewässerungscomputer, die Dauer und Frequenz der Bewässerung elektronisch steuern. Da kann man sich bequem zurücklehnen und sogar in Urlaub fahren — die Technik regelt alles von alleine. Der Bewässerungscomputer ist das Bindeglied zwischen Wasserhahn und Gartenschlauch und wird im Regelfall über ein abnehmbares Bedienteil programmiert, damit es nur zu bestimmten, vorher festgelegten Zeiten „regnet“.

Doch welche Zeit ist eigentlich die beste, um kostbares Grün zu bewässern? Im Allgemeinen gelten der frühe Morgen und der nicht ganz so späte Abend als ideale Bewässerungszeiten. Gießt man zur Mittagsstunde, bewirkt die pralle Sonne, dass ein Großteil des Wassers ungenutzt an der Erdoberfläche verdunstet. Hat man die Wahl zwischen Morgen und Abend, sollte man sich lieber für den Morgen entscheiden. Denn abends lockt der feuchte Boden hungrige Schnecken an, die sich genüsslich über das Salatbuffet hermachen. Außerdem trocknen die Blätter in der Nacht nicht richtig ab, was wiederum zu Pilzbefall führen kann.

Nun ist ein elektronisches Helferlein ja eine gute und schöne, wenn auch nicht ganz so preiswerte Sache. Was aber, wenn man gerade nicht zu Hause ist und der Rasensprenger angeht, es jedoch zeitgleich anfängt zu regnen? Nachbarn und Passanten würden nur den Kopf schütteln über solch eine Wasserverschwendung — und das zu Recht. Damit der Sprinkler nur im Bedarfsfall in Aktion tritt, sollte man sich zum Bewässerungscomputer gleich einen Regensensor gönnen. Der ist mit dem Computer verbunden und sendet ein Signal, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet und die automatische Beregnung entfallen kann. Das spart Wasser und tut den Blumen gut, denn mancherorts ist das Leitungswasser sehr kalkhaltig und das gefällt einigen Pflanzen gar nicht.

Mit Regenwasser gießen

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Der Rhododendron beispielsweise mag „weiches“ Wasser und schon alleine deshalb macht es Sinn, Regenwasser zu sammeln und dieses an heißen, trockenen Tagen zum Gießen zu verwenden. Zum Sammeln braucht man natürlich auch ein Behältnis, etwa eine Tonne oder einen Tank. Während ein Regenwassertank häufig unterirdisch installiert wird, steht eine Regenwassertonne meist am Fallrohr der Dachrinne und fängt alles auf, was von oben herunterkommt. Dass da auch welkes Laub oder Dreck dabei ist, versteht sich von selbst, deshalb empfiehlt sich der Einbau eines Fallrohrfilters. Was nun das Design angeht, so ist die Auswahl riesig. Da gibt es die einfache Plastiktonne mit Deckel, aber auch Kunststoffgefäße in Form von Säulen oder Amphoren, die mit einem Auslaufhahn versehen sind, damit das Wasser bequem entnommen werden kann. Wer es noch stilvoller mag, stellt sich ein echtes Barrique-Fass aus Eiche in den Garten, das mit verzinkten Stahlbeschlägen versehen und ebenso wasserfest wie witterungsbeständig ist. Aus dem Zapfhahn kommt natürlich kein Rotwein, sondern Regenwasser.

Mit Regenwasser oder Leitungswasser wird der Klassiker in Sachen Gartenbewässerung befüllt — die Gießkanne. Das Gefäß mit Griff, Tülle und Brausekopf gab es schon im 19. Jahrhundert, allerdings war es damals aus Metall gefertigt und nicht aus Kunststoff, wie das heute der Fall ist. Wer keine Lust auf ständiges Nachfüllen hat und seine Muskeln lieber im Fitnessstudio trainiert, der greift ganz einfach zum Schlauch. Dieser darf gerne aus Stretch sein, denn das flexible Material wächst durch den Wasserdruck auf die dreifache Länge an und ist leicht zu handhaben. Expander-Effekt hin oder her — gegossen werden sollte ausschließlich der Fuß der Pflanze. Andernfalls perlt das Wasser von den Blättern ab und landet überall, nur nicht im Wurzelbereich.

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