Gartenbauholz - ein Überblick mit den Gefährdungsklassen

"Gartenholz" ist als Begriffsbestimmung nicht in einer Norm erfaßt. Wohl aber bietet der Holzfachhandel bestimmte Holzarten als "Gartenholz" oder "Gartenbauholz" an, das sich aufgrund seiner Resistenz gegen Schädlinge und seiner Dauerhaftigkeit gegen Witterungseinflüsse für Bauzwecke im Garten bestens bewährt hat. Doch was sind "Bauzwecke im Garten"? Auch dieser Begriff ist weit gefaßt und reicht vom Bau eines Gartenhauses und dem Aufstellen einer Pergola bis zum Setzen eines Holzzauns oder zur Montage einer Holzterrasse.

Gartenholz ist natürlich nicht gleich Gartenholz. Unterschieden wird sehr wohl, ob das Holz die Erde berührt ("erdberührt") oder sogar in die Erde eingebaut wird, also dauerhaft Erdkontakt hat. Wie jedermann weiß: Das Boden kann frieren, es kann nass sein wie ein vollgelaufener Schwamm, es kann aber auch - je nach Witterung - staubtrocken sein. Nicht jedes Holz kann das alles verkraften und manche nur, wenn sie kesseldruckimprägniert worden sind.

Mißverständlich: Die Gefährdungsklassen



Gartenholz wird - wie jedes für Bau- und Möbelbauzwecke bestimmte Holz - einer Gefährdungsklasse zugeordnet. Der Begriff ist insofern unschön, als er den Eindruck erweckt, vom Holz könne eine Gefährdung ausgehen. Gemeint ist aber etwas ganz anderes: Wie stark wird eine Holzart gefährdet, wenn sie bestimmten Umwelteinflüssen ausgesetzt ist? Holz für Möbel, die immer "abgedeckt" und im Trockenen stehen, sind überhaupt nicht gefährdet. Sie überstehen, wie man weiß, Jahrhunderte. Gartenholz wird der Gefährdungsklasse 4 zugeordnet, wobei die Kriterien lauten: "Erdkontakt, Süßwasserkontakt (gemeint ist der Regen), Außenbauteile ganz oder teilweise im Boden oder in Beton". Ein Zaunelement, das keinen Erdkontakt hat, aber natürlich dem Regen ausgesetzt ist, fällt also auch in diese Klasse.

Nun könnten wir Ihnen eine Tabelle vorlegen, in der nach DIN-EN 350-2 die Holzarten auch noch nach bestimmten Resistenzklassen beurteilt werden. In die Resistanzklasse 1 (sehr dauerhaft) fallen dabei einige tropische Hölzer und die europäische Robinie, während andere Gartenhölzer wie etwa die Kiefer ("mäßig dauerhaft") oder die Fichte ("wenig dauerhaft") eingestuft werden. Das aber würde, stünde es unkommentiert so da, die Situation um das Gartenholz auf den Kopf stellen.  Den n  auch wenig oder mäßig dauerhafte Hölzer entsprechen der Restistenzklasse 1, wenn sie fachgerecht kesseldruckimprägniert worden sind.

Imprägnierung gesundheitlich unbedenklich

Um einheimisches Gartenholz resistent gegen Ungeziefer, Pilze und Witterungseinwirkungen zu machen, wird es imprägniert - also chemisch behandelt. Taucht der Begriff "Chemie" auf, bilden sich in den Köpfen mancher schon gleich Horrorszenarien. Dabei sind kesseldruckimprägnierte Hölzer, wie sie von den Holz-Fachhändlern in den Verkauf gebracht werden, mit Schutzmitteln behandelt, die das Prüfzeichen bzw. die bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Bauinstituts tragen und von der Bundesanstalt für Materialprüfung, vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (vormals: Bundesgesundheitsamt) und vom Bundesumweltamt geprüft und bewertet worden sind. Die so imprägnierten Hölzer sind gesundheitlich unbedenklich und können deshalb auch für den Bau von Spielplatzgeräten verwendet werden.

Überblick über die Gartenhölzer
Teak Tropenholz, ideal für Gartenmöbel, sehr witterungsbeständig und langlebig, Holz "vergraut". Wen das stört, der sollte Teakmöbel gleich nach dem Kauf mit Teaköl behandeln.
Bangkirai Tropenholz, sehr hart, sehr dauerhaft, nahezu unverwüstlich, ideal für Gartenmöbel, Zäune, Sichtschutz und Holzterrassen. Bangkirai "blutet" nach dem Einbau aus, es lösen sich rötliche Substanzen des natürlichen, im Holz enthaltenen Öls. Aber wer legt schon einen weißen Teppich auf seine Terrasse?
Massaranduba Tropenholz (nicht immer in jedem Holzlager vorrätig), noch härter als Bangkirai, blutet aber nicht aus, langlebig. Holz wird sogar für Bootsstege und als Brückenbelag verwendet, ideal für Terrassenböden.
Itauba Eigenschaften wie bei Bangkirai, Holz ist jedoch heller und blutet nicht aus. Ideal für Terrassenbeläge (das Holz ist nicht immer in jedem Holzlager vorrätig).
Robinie Das beste heimische Holz für den Außenbereich, sehr hart, sehr witterungsbeständig, hält auch beim Einbau im Boden 15 bis 30 Jahre, ohne Erdberührung bis 80 Jahre. Ideal für Gartenterrasse usw.
Douglasie Die nordamerikanische "Oregeon Pine" ist seit langem auch in Europa beheimatet. Das Holz ist gelb bis rötlich bei interessanter Maserung und wird sehr oft für Massivholzdielen verwendet. Als Gartenholz meist ohne KDI* im Angebot, relativ dauerhaft, gut geeignet als Montage- und "Pergolaholz" sowie für Holzfliesen und -zäune.
Fichte KDI* Universalholz für fast alle Einsatzgebiete im Garten: Palisaden, Zäune, Pergolen, Gartenmöbel, Spielplatzgeräte aus Holz, Holzfliesen. Die "nordische Fichte" aus Skandinavien gilt als höherwertigere Qualität.
Lärche Einsatzgebiete wie bei der Fichte, jedoch wird Lärchenholz nicht in KDI*-Ausführung angeboten. Lärchenholz sollte nicht "erdberührt" verbaut werden. Sehr attraktives Holz für die Beplankung von Gartenhäusern.
Thermoholz Thermoholz ist widerstandsfähiger gegen Pilzbefall, es schwindet und quillt weniger. Die Resistenz wird erheblich verbessert, ohne dass Chemikalien eingesetzt werden. Grundsätzlich sind alle Holzarten für die Wärmebehandlung geeignet. Besonders effektiv ist sie bei Hölzern wie Fichte, Espe, Erle, Kiefer und Birke.
*KDI = kesseldruckimprägniert,
 dazu weitere Infos unter www.mit-sicherheit-haltbar.de