Gartenböden pflegen - Welches Werkzeug? Was ist zu beachten?

Für den gärtnerischen Erfolg sind richtige Bodenbearbeitung und Bodenvorbereitung elementar wichtig. Nur ein optimaler Boden bringt optimale Erträge. Den optimalen Boden zu erhalten, ist gar nicht so schwierig, wenn man einige Grundregeln beachtet sowie die richtigen Gartenwerkzeuge auswählt. Doch was hilft die beste Bearbeitung, wenn der Boden einfach nichts hergibt. Wie man den Gartenboden verbessert, wird daher in einem Extrabeitrag beschrieben. 

Gartenboden aufreißen mit Hacke und Kultivator

lux_werkzeuge01.jpgIm Winter saugt sich der Boden voll mit Wasser, das im Frühjahr verdunstet, wenn der Boden durch die Sonneneinstrahlung wieder wärmer wird. Dadurch verkrustet die Oberfläche, so dass der Gärtner den Boden gründlich aufreißen muss. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Beete durch Sonne und Frühjahrswinde austrocknen. Wenn die obersten Schollenspitzen abtrocknen und hell werden, ist es Zeit, den Boden gründlich aufzureißen. Dadurch wird die Kruste zerstört, der Boden besser durchlüftet und erwärmt. Die wertvolle Winterfeuchtigkeit bleibt erhalten und die Mikroorganismen können sich voll entfalten, um im Boden neue Nährstoffe für neues Wachstum freizusetzen. Gute Monate für das Aufreißen des Bodens sind der Februar und der März.

lux_werkzeuge02.jpgAls Werkzeuge zum Aufreißen des Bodens kommen Hacke und Kultivator zum Einsatz. Zum Bodenlösen eines schweren - also tonigen oder lehmigen - Bodens wird eine Hacke mit einem kleinen Blatt verwendet. Für lockere und sandige Böden verwendet man ein großes und breites Blatt. Bei der Wiedehopfhacke ist eines der Blätter längs geschäftet, ähnlich einer Axt. Sie eignet sich zur Arbeit in stark durchwurzeltem Boden. Der Kultivator (Drei- oder Vierzahn) sieht aus wie ein kleiner Pflug. Es gibt ihn mit einer unterschiedlichen Anzahl von Arbeitsarmen. Die abgebogenen Zinken dienen der Bodenlockerung. Ein großer, breiter Kultivator ist praktisch für die Arbeit auf brachliegenden Flächen - zum Beispiel im Gemüsebeet. Soll aber die Erde zwischen Blumen und Stauden aufgelockert werden, reicht ein kleiner Kultivator vollkommen aus.

Gartenboden lockern und krümeln mit Hacke und Grubber

lux_werkzeuge03.jpgDamit ein Samen aufgeht, darf er nicht grobschollig und fest sein. Nur ein gleichmäßig feines Krümeln bietet der Saat und den Keimlingen einen besseren Bodenschluss. Fein zerkleinerte Erde kann Wärme, Luft, Feuchtigkeit und Nährstoffe leichter aufnehmen. Zudem verhindert wiederholte Bodenlockerung das Sprießen von Unkraut und steigert das Wachstum der gewünschten Pflanzen. Die beste Zeit für das Lockern des Bodens ist von Ende Februar bis Anfang September. Ideale Werkzeuge für das Lockern und Krümeln des Gartenbodens sind Hacke und Grubber. Ein Grubber sieht aus wie ein Kultivator, allerdings laufen die Zinken vorne nicht lanzenförmig, sondern spitz zu. Er eignet sich zum wurzelschonenden Lockern. Man kann mit ihm alle Böden aufreißen, lockern und krümeln. Er ist knapp 10 cm breit und eignet sich vor allem für schwere Böden.

Unkraut jäten mit Unkrauthacken oder Schuffel

lux_werkzeuge04.jpg"Unkräuter" sind die Todfeinde aller Gärtner. Je länger man damit wartet, die unerwünschten Pflanzen zu entfernen, desto schwieriger wird es. Die meist einjährigen Samenunkräuter vermehren sich ungeheuer schnell. Sie dürfen auf keinen Fall blühen. Bei den mehrjährigen Wurzelunkräutern sitzt das Problem tiefer. Sie müssen mit der ganzen Wurzel ausgerissen oder ausgestochen werden, sonst kommt man mit dem Jäten nicht mehr hinterher, weil der verbleibende Wurzelrest immer wieder neu austreibt. Wie jeder mit eigenem Garten schmerzvoll nachvollziehen kann, ist Unkraujäten fast ein Ganzjahresjob. So muss man von März bis in den Oktober hinein mit Unkrauthacke oder Schuffel den unliebsamen Besuchern im Garten zu Leibe rücken. Sowohl Unkrauthacke als auch Schuffel besitzen scharfe Klingen und Kanten, mit denen holziges Unkraut durchgeschnitten werden kann. Diese Gartenwerkzeuge gibt es in verschiedenen Breiten. Speziell zum Entfernen von Moos und Unkraut aus Fugen und Spalten sind die verschiedensten Kratzer und andere Werkzeuge auf dem Markt. Häufig tut es aber auch ein altes Messer.

Im Herbst: Säubern mit Laubbesen und Rechen

lux_werkzeuge05.jpgAb September verfärben sich die Blätter auf den Bäumen und fallen ab. Diese sollten nicht auf dem Boden liegen bleiben, da sie idealer Nährboden für Schädlinge sind. Hinzu kommt, dass durch die Blätter auf dem Boden das Pflanzenwachstum beeinträchtigt wird. Entfernt werden Laub und andere Abfälle wie abgebrochene Zweige und abgeschnittenes Unkraut mit dem Laubbesen und dem Rechen. Laubbesen besitzen meist elastische Zinken aus Federstahl, die immer wieder an ihre Ausgangsposition zurückgehen. Oft lässt sich die Arbeitsbreite verstellen. Die Zinken gehen demnach entweder weiter (gut für Kastanienblätter) oder enger (z.B. für Birkenblätter) auseinander. Wie bei allen Gartengeräten variieren Laubbesen in Farbe, Form und Materialien. Meist kommen Holz oder Kunststoff zum Einsatz. Holzstiele sind sehr beliebt, werden jedoch zunehmend durch witterungsbeständigen Kunststoff ausgetauscht. Rechen gibt es aus Metall, Holz und seltener aus Kunststoff. Die Zinken des Rechens können entweder eng (engzinkig) oder weit (weitzinkig) auseinander sein. Bei verwucherten, filzigen und dichten Flächen ist ein weitzinkiger Rechen, beim gepflegten Englischen Rasen ein engzinkiger Rechen besser geeignet.

Vor dem Winter: Umgraben mit Spaten und Spatengabeln

lux_werkzeuge06.jpgBevor der Winter und der erste Frost kommen, sollte der Garten umgegraben werden. Nur so wird sichergestellt, dass die Pflanzen während ihrer Entwicklungszeit ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Zudem dringen dann die Wurzeln leicht und tief in den Boden ein. Nun stellt sich die Frage, warum der Spätherbst die optimale Zeit zum Umgraben ist. Die Pflanzen wachsen doch erst im Frühjahr. Bei einem frisch anzulegenden Garten muss der Boden erst "garen". Und das passiert über den Winter folgendermaßen: Wasser dringt in die durch das Umgraben entstandenen Erdspalten und friert beim ersten Frost. Dadurch dehnt sich das Wasser aus und sprengt die großen Erdschollen. Erwärmt sich tagsüber der Boden wieder, schmilzt das Eis und Wasser dringt in die neu entstandenen Zwischenräume ein. Wiederholt sich dieser Vorgang mehrere Male, werden die Erdbrocken immer kleiner, der Boden wird auf natürliche Weise krümelig. Man spricht von der sogenannten Frostgare. Das anstrengende Umgraben des Bodens im Spätherbst ist nur in den ersten Jahren notwendig. Ist der Boden erst einmal humös und krümelig, reicht oftmals ein regelmäßiges Lockern der Oberfläche.

lux_werkzeuge07.jpgWerkzeuge zum Umgraben sind Spaten und Spatengabeln. Bei der Spatengabel ist das Spatenblatt wie bei einer Gabel durchbrochen, allerdings mit ca. 2-3 cm breiten Zinken. Der Gabelspaten wird gleich dem Spaten zum Wenden des Bodens benutzt. Er eignet sich besonders für steinige und lehmige Böden, aber auch zum Ernten von Kartoffeln. Spaten werden klassisch mit geradem Blatt oder mit spitzem Blatt angeboten. Spaten mit spitzer Form verwendet man bei festem, steinigem Boden, weil das spitze Blatt besser in das Boden eindringen kann. Bei lehmigem Boden kommt die klassische Form des Spatens zum Einsatz. Je schwerer (toniger) der anstehende Boden ist, desto kleiner sollte das zu verwendende Spatenblatt ausfallen. Als Griffform gibt es neben dem einfachen Knauf den T- oder den D-Griff.

© Fotos: Emil Lux Werkzeuge