Garten- und Landschaftsbau setzt auf Regenwassernutzung

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Der Einbau von Zisternen aus Beton oder Kunststoff für die Regenwassernutzung wird bundesweit im Garten- und Land­schafts­bau zur Regel. Wie aus einer Blitzumfrage der Mall GmbH in Donaue­schingen unter 170 Mitglieds­be­trie­ben im Bundesverband Garten-, Land­schafts- und Sportplatzbau hervorgeht, beurteilen 81,3 Prozent der befragten Unternehmen die Regen­wasser­nutzung als wichtiges und weiter wachsendes Marktsegment.

Die Regenwassernutzung schätzen vier von fünf befragten Unternehmen als ökologisch, marktbelebend, trink­wasser­freund­lich und kostensparend ein. Einzelheiten der Umfrageergebnisse stellt Mall auf der Fachmesse GaLaBau vom 12. bis 15. September in Nürnberg vor. Bundesweit bestehen bereits 1,95 Millionen Anlagen zur Regenwassernutzung in Privathaushalten. Es sollen schnell noch mehr werden. Deshalb startet Mall auf der GaLaBau eine Marketingkampagne für die Regenwassernutzung im Garten- und Landschaftsbau.

Stabile Konjunktur

99,4 Prozent der befragten Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer beschäftigen sich aktiv mit der Regenwassernutzung. Neun von zehn Betrieben bauen Zisternen je zur Hälfte aus Beton oder Kunststoff ein. Sie berichteten im Rahmen der Blitzumfrage von einer äußerst stabilen Konjunktur. „Das ist eine gut gehende Branche“, urteilte Markus Böll, Vertriebs- und Marketingleiter bei der Mall GmbH. Die Nachfrage nach dem Einbau von Zisternen befindet sich nach Darstellung von 91,6 Prozent der Betriebe auf einem hohen Niveau. Diese Marktlage werde positiv vor allem durch mehr Baugenehmigungen im Eigenheimbau, die steigenden Investitionen in Immobilien und deren qualitativen Anlagen sowie durch steigende Trink- und Abwassergebühren beeinflusst, erklärte der Überlinger Regenwasserexperte, Architekt Klaus W. König. Die meisten Unternehmen in der GaLaBau-Branche rechnen mit einer gleichbleibenden oder sogar besseren Marktentwicklung. 49,4 Prozent erwarten eine verstärkte Entwicklung und 46,4 Prozent eine gleichbleibende. Nur 4,2 Prozent der Unternehmen prognostizierten eine nachlassende Konjunktur in der Regenwassernutzung.

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Beton-Zisternen sind stabil und ökologisch

Bei der Blitzumfrage kristallisierte sich eine Ausgeglichenheit zwischen den Werkstoffen Beton und Kunststoff heraus. Die Zisternen aus Beton konnten insbesondere bei Stabilität, Haltbarkeit, Ökologie und Einbauvorteilen punkten, während Kunststoff nach Meinung der GaLaBauer bei der Handhabung und beim Preis vorne lag. Kunststoff-Zisternen sind leichter als Beton und daher einfacher zu versetzen. Der Zisternenbauer aus Donaueschingen weist darauf hin, dass seine Betonzisternen mit Spezial­fahr­zeugen direkt auf die Baustelle angeliefert und anschließend schnell und einfach versetzt werden. Auf eine breite Regenwassernutzung setzen vorrangig Privathaushalte (88,65 %), Gewerbebetriebe (7,53 %) und dann erst die Kommunen (3,82 %) in Deutschland. Sie gewinnt wirtschaftlich und ökologisch immer mehr an Bedeutung. Haushalte, die Zisternen zur Gartenbewässerung einbauen und Regenwasser auch im Haushalt nutzen, können viel teures Trinkwasser und so pro Jahr 200 bis 400 Euro sparen. Das belegen die Ergebnisse der im Frühjahr 2012 aktualisierten Mall-Studie zur Regenwassernutzung in Deutschland. Nach Einschätzung von Klaus W. König, Architekt und amtlich anerkannter Regenwasserexperte aus Überlingen/Bodensee, ist die Trinkwassereinsparung weiterhin die „Triebfeder zum Einbau von Zisternen“.

Pro-Kopf-Verbrauch sinkt

Mit Regenwasser wird der Garten bewässert, die Toilette gespült oder die Wäsche gewaschen. Dadurch lassen sich laut Mall-Studie deutschlandweit jedes Jahr gut 100 Millionen Liter an Frischwasser und Wassergebühren in Höhe von 447 Millionen Euro einsparen. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser liegt in Deutschland derzeit bei 122 Litern täglich und ist damit leicht gesunken. Die Mall-Studie bestätigte auch die ökonomischen Trends der Blitzumfrage unter Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauern. Regenwassernutzung hat sich zu einer Massenbewegung in Deutschland entwickelt. Der Bestand an Zisternen kletterte im vergangenen Jahr auf 1,95 Millionen Stück; davon entfallen 55 Prozent auf Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland; 35 Prozent auf Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und 10 Prozent auf die neuen Bundesländer. Allein 2011 wurden zwischen 63.000 und 68.000 neue Regenwasserbehälter aus Beton oder Kunststoff im Wert von ungefähr 380 Millionen Euro (+5,5 %) in Ein- und Zweifamilienhäusern eingebaut.

Studie alle zwei Jahre

Vertriebs- und Marketingleiter der Mall GmbH, Markus Böll, sprach von „positiven Markttrends“. Die Regenwassernutzung nehme aus Sicht der Zisternen-Hersteller bundesweit eine erfreuliche Entwicklung. „Die Regenwassernutzung ist eine weiter wachsende Branche, vor allem der Osten holt auf“, so Böll. Die Marktanalyse zur Regenwassernutzung wird von Mall seit 2004 in Abständen von zwei Jahren in Zusammenarbeit mit Verbänden durchgeführt.

Zitate

Markus Böll, Pressesprecher, Mall GmbH, Donaueschingen: „Die Regenwassernutzung ist eine weiter wachsende Branche, vor allem der Osten holt auf.“

Klaus W. König, Architekt und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger aus Überlingen/Bodensee: „Die Trinkwassereinsparung ist weiterhin die Triebfeder zum Einbau von Zisternen zur Regenwassernutzung.“

Klaus Dobczynski, Stellv. Vorstandsvorsitzender, Verband Garten- und Landschaftsbau e. V., Baden-Württemberg, Stuttgart: „Der Rückhalt und die Nutzung von Regenwasser werden für uns Landschaftsgärtner zu einer immer wichtigeren Aufgabe, die Nachfrage ist spürbar gestiegen.“

Mehr Informationen unter www.mall.info