Garagentor muß sein - aber welches?

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Wer ein Haus baut, macht sich über das Garagentor meistens die geringsten Gedanken und entscheidet sich für ein Schwingtor. Schwingtore, auch Kipptore genannt, sind die gebräuchlichsten Garagentore. Sektionaltore, deren "Sektionen" unter die Decke oder aber an eine Wandseite geschoben werden, zählen zur Komfortklasse und werden sogar mit Lüftungsöffnungen und Fenstereinsätzen geliefert. Flügeltore, die aus zwei oder drei Torflügeln bestehen, sowie Rolltore werden ebenfalls in Garagen eingebaut. Stahlblech, Holz und Aluminium sind die bevorzugten Materialien. Garagentore können mit einem (ferngesteuerten) Torantrieb ausgestattet werden, bestimmte Modelle auch mit einer Wärmedämmung. Verschiedene Hersteller bieten auch sog. Nebeneingangstüren an, die dem Design der Garagentür entsprechen.

Das Garagen-Schwingtor



schwingtor.jpg Das Garagen-Schwingtor, auch Kipptor genannt, ist das am meisten verbreitete Garagentor. Seitliche Hebelarme mit Ausgleichsfedern aus Stahl sorgen für ein relativ müheloses Hochschieben des Torflügels, wobei natürlich auch Schwingtore mit einem elektrischen Torantrieb ausgestattet werden können. Generell besteht das Schwingtor aus einem einflügeligen, verzinkten Stahlblechelement, wobei das Stahlblech meistens "gesickt" ist. Darunter ist zu verstehen, daß das Blech lamellenförmig "geprägt" wurde, wodurch eine paneelartige Optik entsteht. Angeboten werden aber auch Torflügel in Kassetten- oder Fischgrätoptik oder in anderen Mustern. Schwingtore aus Stahlblech werden werksseitig pulverbeschichtet, wobei neben Standardfarben wie verkehrsweiß, grau oder sepiabraun auch anderen RAL- Farben erhältlich sind. Schwingtore werden auch mit Holzfüllungen produziert. Schwingtore sind die preiswertesten Garagentore, haben aber den Nachteil, daß sie beim Öffnen oder Schließen nach außen aufschwingen und dabei vor dem Tor abgestellte Gegenstände - z.B. Fahrräder - umgeworfen oder beschädigt werden können.

Das Garagen-Sektionaltor



gstor.jpg Das Sektionaltor, gelegentlich auch Elementschiebetor genannt, besteht aus rechteckigen Einzelelementen, den sog. Sektionen. Diese sind mit einem Gelenkmechanismus verbunden, wodurch das Tor zurückgeschoben werden kann, ohne daß ein Schwenkraum wie beim Garagen-Schwingtor benötigt wird. Sowohl beim Decken-Sektionaltor, als auch beim Seiten-Sektionaltor laufen die Sektionen über Rollen in ein Führungsgestänge, sie werden also nicht etwa aufgewickelt wie bei einem Rolltor, sondern horizontal oder vertikal unter die Decke oder an eine Seitenwand geschoben. Selbstverständlich können auch Sektionaltore mit einem elektrischen Torantrieb versehen werden. Seiten-Sektionaltore haben den Vorteil, daß sie nur partiell geöffnet werden können, also eine "Türöffnung" für Personen entsteht. Der Nachteil ist dann aber, daß an einer Garagenwand nichts abgestellt werden kann. Sektionaltore werden aus Stahlblech, Holz, Aluminium und anderen Materialien gefertigt. Angeboten werden auch Sektionaltore mit Wärmedämmung und solche, bei denen die oberste Sektion zu Lüftungszwecken aufgekippt oder sogar mit einem Durchsichtfenster ausgestattet werden kann. Unser Foto zeigt ein Sektionaltor des Herstellers Teckentrup.

Das Garagen-Flügeltor



Das Garagen-Flügeltor ist der Urtyp unter den Garagentoren. Es wird serienmäßig hergestellt, ist aber oft auch Individualarbeit eines Schreinerbetriebes. Das Flügeltor besteht üblicherweise aus einem zweiflügeligem Element, nämlich dem Stellflügel und dem Gehflügel. Dreiflügelige Toranlagen werden aber auch hergestellt. Der Vorteil des Garagen-Flügeltors besteht darin, daß das ganze Tor nicht geöffnet zu werden braucht, nur weil eine Person "durchschlüpfen" will. Ein weiterer Vorteil ist, daß eine solche Toranlage wuchtig und schwer wie eine Sicherheits-Haustür gebaut werden kann bei absoluter Winddichtigkeit, so daß kein Straßenstaub hineinwirbeln kann. Üblicherweise werden die Tore stumpf in der Laibung eingebaut und die Füllungen auf einem Stahlrohrrahmen aufgebracht, aber auch reine Holzkonstruktionen sind möglich. Da sich die Flügel nach außen öffnen, darf die Einfahrt nicht ansteigen. Von Nachteil ist - ähnlich wie beim Garagen-Schwingtor -, daß vor dem Tor keine Gegenstände abgestellt werden können.

Das Garagen-Rolltor



Vom Konstruktionsprinzip her entspricht das Rolltor einem Rolladen, allerdings kann das Rolltor aus Gewichtsgründen nicht per Hand mit einem Rolladengurt hochgezogen werden. Dies übernimmt ein elektrischer Antrieb, der ferngesteuert werden kann. Da sich ein Rolltor über dem Torsturz aufwickelt, ist der Einbau eines Rolltores in Standardgaragen wegen der zu geringen Raumhöhe nicht möglich. Dies ist auch der Grund, weshalb Rolltore relativ selten in Garagen eingebaut werden. Von Vorteil ist allerdings, daß anders als beim Garagen-Schwingtor oder Garagen-Sektionaltor Decke und/oder Wand nicht von einem Führungsgestänge beansprucht werden, der Garagenbesitzer also Wände und Decke für beliebige Einbauten nutzen kann.

Garagentor-Sonderformen



deckengliedertor.jpgrundumtor.jpg Unter den Begriffen "Deckenlauftor" oder "Deckengliedertor" (Herstellerfoto Teckentrup, links) und "Wandlauftor" werden Garagentore hergestellt, die sich von den Garagen-Sektionaltoren eigentlich nur dadurch unterscheiden, daß die Sektionen auf die schmale Breite einer Lamelle geschrumpft sind, also eine eher rolladenähnliche Optik aufweisen. Ein Hersteller bietet nach diesem Prinzip auch ein Garagen-Rundumtor an (Foto: Rundum-Meir), wobei die Lamellen auch so angeordnet werden können, daß sie sich einer Garagentoröffnung mit Korbbogen anpassen.