Fußbodenheizung unter Laminat — mit neuer Technik kein Problem

fussbodenheizung_laminat.jpgDas Thema Fußbodenheizung und Laminat wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Vor allem, ob Elektro-Fußbodenheizungen unter Laminatverlegt werden können, ist mitunter sogar bei Experten noch umstritten. Dabei spricht weder von Seiten des Laminats noch von Seiten der Elektro-Fußbodenheizung etwas gegen diese Liaison. Vor allem deshalb, weil die Aufbauhöhe niedrig ist und keine wasserführenden Rohre vom Heizungskeller bis ins Wohnzimmer verlegt werden müssen.

Neue Techniken und Materialien machen eine Fuß­boden­hei­zung unter Laminat möglich. Sowohl was die Warmwasser-Fuß­boden­hei­zung, als auch, was die Elektro-Fuß­boden­hei­zung betrifft. So erteilen viele Laminathersteller die Freigabe für Verlegung ihrer Produkte auf Flächen­hei­zun­gen jeglicher Art. Beim Kauf sollte man dennoch darauf achten, ob das auch auf der Verpackung angeben ist. Es sollte bei der Wahl der Fußbodenheizung speziell darauf geachtet werden, dass diese für Laminat geeignet ist. Es werden auf dem Markt spezielle Laminat-Fußbodenheizungen angeboten, die nur noch aus dünnen Folien bestehen und die der Selbermacher zudem noch selbst verlegen kann. Eines sollte aber von vorneherein klar sein: Laminat ist im Vergleich zu Fliesen ein guter Dämmstoff. Was auf der einen Seite schön ist, führt bei einer Fußbodenheizung allerdings dazu, dass diese etwas träger reagiert, also langsamer aufheizt. Bodenkeramik und Naturstein reagieren schneller und speichern die Wärme auch länger.

Wer Laminat auf Fußbodenheizung verlegt, sollte einiges beachten, damit es zu keinen Problemen kommt: Der gesamte Fußbodenaufbau (in der Regel Dämmunterlage + Laminat) sollte zusammen einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,15 m²K/W nicht überschreiten. Je geringer dieser Wert, desto besser ist der Wirkungsgrad der Fußbodenheizung. Zur Ermittlung des Wertes ist der Wärmedurchlasswiderstand der verwendeten Dämmunterlage mit dem des Nutzbodens zu addieren (Parkett/Laminat). Die Werte des Nutzbodens sind beim jeweiligen Hersteller zu erfragen, liegen jedoch bei einem 7 mm Laminat bei etwa 0,07m²K/W. Zudem darf die maximale Oberflächentemperatur auf der fertig verlegten Fläche 26 Grad Celcius nicht überschreiten, ansonsten kommt es zu unschönen Fugenquellungen und Aufwölbungen. Sind mehrere Heizkreise vorhanden, darf nur dann ohne Dehnfugen verlegt werden, wenn alle Heizkreise mit derselben Temperatur betrieben werden.

Weiterhin muss auf den Estrich geachtet werden. Bei einem Altbau ist er natürlich bereits voll ausgehärtet und die Feuchtigkeit unter dem kritischen Feuchtewert von 1,8 % bei Zementestrich und 0,3 % bei Anhydritestrich. Ermittelt wird der Feuchtewert mit der CM-Messung. Bei einem Alt-Estrich steht dem Verlegen der Fußbodenheizung und anschließend des Laminats also nichts im Wege. Auch kein Schimmel, der zwangsläufig kommen wird, wenn der Estrich noch zu feucht ist und mit Laminat zugedeckt wird. Am besten noch mit Randleisten versehen, die das Entweichen von Feuchtigkeit vollends unterbinden. Bei einem neu eingebrachten Estrich ist daher erst einmal warten angesagt, bis der Estrich die erforderliche Trockenheit erreicht hat. Bei Heizestrich, wenn also die Fußbodenheizung im Estrich integriert ist, muss ein Aufheizprotokoll zum Belegreifheizen ausgefüllt werden. Das sollte die Sache eines Fachmanns sein.

Auf dem Markt gibt es auch Produkte, bei denen ein Estrich unter einer Fußbodenheizung überflüssig ist. Ein solcher estrichfreier Bodenaufbau ist ab einer Aufbauhöhe von 40 mm möglich.

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