Fußbodenheizung und Parkett - funktioniert das?

Immer mehr Bauherren rüsten ihre Wohnung mit einer Fußbodenheizung aus. Auch Holz liegt im Trend. Was liegt also näher, sein Domizil mit einem massiven Holzdielen oder Parkett auszustatten. Holz verbreitet eine behagliche Raumatmosphäre und ist ein natürliches Material. Ob mit Lack versiegelt, geölt oder gewachst, Parkett lädt ein zu zwanglosem Barfußlaufen - sofern der Boden immer schön wohlig warm ist. Damit sind wird bei der Kombination von Fußbodenheizung und Parkett angelangt. Funktioniert das - und wenn ja - was muss beachtet werden? Diesen Fragen sind wir nachgegangen.


Bevor das Parkett auf der Fußbodenheizung verlegt wird



wohnraum-esstisch.jpgSinnvollerweise sollte von vornherein brücksichtigt werden, dass ein Parkettboden mit Fußbodenheizung eingebaut werden soll, denn nur dann können die erforderlichen Anschlußhöhen ausgeführt werden. Vor Beginn jeder Parkettverlegung muss der Estrich aufgeheizt werden (auch im Sommer). Das gilt nicht nur bei frischen Estrichen, sondern auch bei Altbausanierungen, wenn auf alten Estrichen verlegt wird. Beachten Sie auch, dass frischer Estrich erst 21 Tage nach dem Einbringen aufgeheizt werden darf.

Zum Aufheizen wird die Vorlauftemperatur täglich um etwa 5°C erhöht, bis etwa 55°C erreicht sind. Diese Temperatur muss mindestens einen Tag pro Zentimeter Heizestrichdicke eingehalten werden. Noch länger muss diese Dauerheizphase bei Anhydrit-Fließestrichen andauern. Nur so wird die benötigte Ausgleichsfeuchte des Estrichs erreicht. Auch das Abheizen muss in Temperaturstufen von 5°C erfolgen. Insgesamt muss der Vorgang des Auf- und Abheizens mindestens 14 Tage dauern, wobei jeder Tag mehr zusätzliche Sicherheit bringt. Der Raum muss während der gesamten Zeit sorgfältig gelüftet werden, Zug sollte jedoch vermieden werden. In jedem Fall sollten die Ausführungen im technischen Merkblatt des Estrichherstellers ganz genau eingehalten werden.

Welches Parkett kann auf Fußbodenheizung verlegt werden?



Geeignetes Parkett zur Verlegung auf Fußbodenheizung definiert sich durch die Holzfeuchte und die Wärmeleitfähigkeit. Ist das Holz bei der Verlegung zu feucht, werden innerhalb kurzer Zeit Fugen sichtbar, die um einiges über dem Erlaubten liegen. Fugen an sich stellen bei Parkettböden nicht von vornherein einen Mangel dar. Sehr kleine Fugen sind während der Heizperiode unvermeidbar, dies liegt an der materialtypischen Eigenschaft des Holzes. Durch die richtige Holzauswahl und die fachgerechte Verarbeitung lässt sich Fugenbildung jedoch positiv beeinflussen. Manche Holzarten wie Buche und Ahorn neigen beispielsweise zu stärkerer Fugenausbildung als Eiche. Auch die Größe der Parkettstäbe beeinflusst die Fugenbildung: Je kleiner die Stäbe, desto kleiner die Fugen. Daher sind auch große Einzelelemente oder Schiffsböden zur Verlegung ungeeignet.

Zudem schwindet Holz nicht in beide Richtungen gleich stark. Stehende Jahresringe im Parkett sind daher besser geeignet als liegende. Parkett auf Fußbodenheizung sollte verklebt werden. Zum einen arbeitet das Holz da nicht so stark und zum anderen ist die Wärmeleitfähigkeit deutlich besser. Besser ist es auch, das Parkett nicht mit Lack zu versiegeln. Der Lack verklebt die Fugen, durch das Schwinden reißt der Lack an der schwächsten Stelle. Statt lauter kleiner Fugen entsteht somit eine große Fuge. Öl- und Wachssysteme sowie Zweikompentenlacke oder Öl- und Kunstharzsiegel sind daher besser geeignet.

Damit die Wärme aus der Fußbodenheizung nicht sinnlos verpufft, muss das Parkett eine gute Leitfähigkeit haben. Hartholz leitet die Wärme um einiges besser als Weichholz, das hingegen besser isoliert, weil es größere Luftporen besitzt. Um eine ausreichende Wärmeabgabe an den zu beheizenden Raum zu erreichen, soll der Wärmedurchlasswiderstand 0,18 m² K/W nicht übersteigen. Der Wärmedurchlasswiderstand ist abhängig von der Dicke und der Wärmeleitzahl des Materials. Je dünner das Material, desto besser leitet es die Wärme. Bei Mosaikparkett, Eiche, 8 mm stark beträgt der Wärmedurchlasswiderstand 0,038 m² K/W, bei 22 mm starkem Stabparkett aus Eiche ist er hingegen mit 0,105 m² K/W fast dreimal so groß.

Wärmeleitfähigkeit verschiedener Bodenbeläge:



(Je größer der Wert, desto besser für die Fußbodenheizung)

  (in W/mK)

Buche, Eiche

0,20

Esche

0,17

Harte Holzfaserplatte (HDF-Platte)

0,17

Sperrholz

0,15

Ahorn

0,14

Spanplatte (Flachpressplatte)

0,13

Fichte, Kiefer, Tanne

0,13


Nach Inbetriebnahme ist darauf zu achten, daß die Oberflächentemperatur des Fußbodens 29°C nicht überschreitet. Ist das Gebäude entsprechend der aktuellen Energieeinsparverordnung gebaut, reichen sogar noch niedrigere Temperaturen. Höher darf die Temperatur nicht steigen, weil sonst die Heizung nicht mehr bestimmungsgemäß betrieben wird. Teppiche sollten möglichst nicht auf Parkettböden mit Fußbodenheizung gelegt werden. Es besteht die Gefahr, daß es durch den Teppich zu einem Wärmestau kommt. Die Wärme wird nicht an den Raum abgegeben, das Thermostat reagiert entsprechend und erhöht die Temperatur des Wassers im System. Die Folge: Im günstigsten Fall steigen die Heizkosten unnötigerweise, im ungünstigsten Fall entstehen Schäden an Parkett und Unterkonstruktion.

Foto: epr/Fueg