Fußbodenheizung oder "normale" Heizung?

Sabine F.: Wir planen einen Neubau. Was empfehlen Sie: Fußbodenheizung oder normale Heizung?

Antwort des Baumarkt-Teams: Sabinchen, Sabinchen,
Du lockst uns aber aufs Glatteis: Sagen wir einmal so: Fußbodenheizungen machen heute nur Sinn, wenn sie pro Raum über Einzel-Thermostat geregelt werden können. Alles andere ist Energie- und damit Geldverschwendung. Da Fußbodenheizungen nur sehr langsam aufheizen, hat man mit ihnen vor allen in der "Übergangszeit" öfters mal ein Problemchen. Ein Radiator bzw. "Wärmekörper" läßt sich per Handbetrieb eben schneller auf Touren bringen.

Wärmekörper geben Wärme fühlbar ab, man hat dann das Gefühl "Nun wird's richtig warm". Bei der Fußbodenheizung wird's natürlich auch schön warm, aber man fühlt es nicht so. Fußbodenheizungen bedingen Marmor- oder Fliesen- bzw. Keramikböden. Natürlich kann man auch auf den Estrich über einer Fußbodenheizung Teppichboden verlegen, viele "Auslegeware" ist geeignet für Fußbodenheizungen - aber ideal ist das nicht. Laminate sind geeignet für Warmwasserfußbodenheizungen, Echtholzböden sind problematisch, weil von der Einhaltung recht komplizierter Einbau- und Heizvorschriften abhängig.

Ideal ist eine Kombination beider Systeme. Wohnzimmer, Küche, Bad mit Fußbodenheizung und Naturstein- oder Keramikbodenbelag. Hat man - speziell im Wohnzimmer - noch eine Panoramascheibe und eine große Schiebetüranlage zum Garten, empfehlen sich zusätzlich Radiatoren oder in den Fußboden eingelassene Konvektoren. Im Badezimmer ist ein zusätzlicher Badheizkörper unumgänglich, damit es schön warm wird (und auch die Handtücher schön "vorgeheizt" sind).

Schlafzimmer und Kinderzimmer würden wir nicht via Fußbodenheizung erwärmen, sondern je nach Bedarf über "Wärmekörper". Im Schlafzimmer soll es ja nicht puppig-warm, sondern eher kühl sein. Für Gäste- und Kinderzimmer gilt ähnliches. In der kühlen Jahreszeit, wenn die Kinder in der Schule sind, dreht man einfach die Radiatoren ab und heizt dann wieder auf, wenn es nötig wird.

Zu bedenken ist, ob man nicht im Keller eine (über Einzel-Thermostat) zu regelnde Fußbodenheizung gleich mit einbauen soll. Irgendwann will man einen Hobbyraum oder eine Sauna einrichten und ärgert sich dann ständig über den kalten Fußboden.