Fußbodenheizung: Mit Kupfer- oder mit Kunststoffrohr?

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Wer sich eine Warmwasser-Fußbodenheizung einbauen lassen will, steht vor der Frage: Aus Kupferrohren oder aus Kunststoffrohren? Befragt er die Hersteller, wird er naturgemäß nur Positives über das jeweilige Produkt hören, wobei ihm alle Hersteller Gutachten an die Hand geben können, in denen kluge Ingenieure und Physiker, mit Professorentiteln ausgestattet, genau begründen, weshalb das jeweilige Produkt so gut ist.

Zwei Vorurteile sind es, die es zu klären gilt (obwohl die jeweils "andere" Seite diese natürlich hegt und pflegt im Interesse des eigenen Verkaufs).

Die Kupfer-Gegner behaupten gern, Kupfer korrodiere. Die Rohre würden dann undicht, der Fußboden müsse aufgerissen werden. Außerdem könne man Kupferrohre nicht eng genug verlegen, um kalte Bereiche (etwa an einer Schiebetür zum Garten) mit mehr "Heizwirkung" zu versorgen.

Die Kunststoff-Gegner behaupten gern, Kunststoffrohre ließen Luft durch, wodurch die ganze Anlage verschlamme und mindestens alle zwei Jahre entschlammt werden müsse. Außerdem verfüge Kunststoff über eine 900-fach geringere Wärmeleitfähigkeit als Kupfer, so dass es viel länger dauere, bis ein Raum aufgeheizt sei.

Wir sagen dazu:

Korrosion bei Kupferleitungen kann in Brauchwasserleitungen auftreten, in ordnungsgemäß installierten Heizungsanlagen jedoch  n  i  c  h  t  , denn dazu müsste im "toten" Wasser eines Heizungskreislaufs Sauerstoff vorhanden sein. Das ist jedoch schon kurze Zeit nach der Inbetriebnahme nicht mehr der Fall. Wer also von Korrosion spricht, verwechselt (böswillig?) Brauchwasser- mit Heizungsrohren.

Umgekehrt stimmt das mit der Verschlammung von Kunststoffrohrleistungen  h  e  u  t  e   auch nicht mehr, denn Kunststoffrohre, die heute verarbeitet werden, müssen der DIN 4726 entsprechen und sauerstoffdicht sein. Wer also von Verschlammung spricht, verwechselt (böswillig?) die Kunststoffrohre der "ersten Stunde", wo dieses Problem häufig auftrat, mit den heutigen. Diese sind z.B. aus speziellem Polyethylen und halten eine Belastbarkeit bis 90 ° aus.

Die Rohre - gleich aus welchem Material - werden heute nicht mehr auf dem (Beton)-Fußboden "festgeclipst". Kunststoffrohe werden in speziellen Noppenplatten verlegt, die auch mit einer Trittschalldämmmung lieferbar sind. Die Rohre sind in Rollen bis 600 m lieferbar und können vom Installateur dementsprechend einfach verlegt, also zwischen den Noppen festgeklemmt werden. Es gibt auch andere Systeme wie etwa die direkte Verlegung in Estrichelemente aus Gipsfaser. Beide Verfahren kann der Heimwerker selber machen.

Kupferrohre werden jedoch heute auch als fertige Elemente angeboten, die der Installateur nur noch auszulegen braucht. Wegen der höheren Wärmeleitfähigkeit brauchen die Rohre nicht so dicht beieinander zu liegen. Eine Folienabdeckung oder Ummantelung nach DIN 4725 trennt die Rohre vom Estrich und ermöglicht diesen, sich auszudehnen.

Zusammenfassung:

Die leichte, individuelle Verlegung und der günstige Preis sind Pluspunkte für das Kunststoffrohr. Die schnellere Erwärmung sind Pluspunkte für das Kupferrohr. Technisch ausgereift sind beide Systeme.

Foto 1: Deutsches Kupferinstitut
Foto 2: Uponor