Fußbodenheizung, die auch kühlt?

Stefan U.: "Hallo, unser Haus steht "brutal" in der Sonne auf freiem Feld. Letzten Sommer haben wir das zu spüren bekommen. Nun habe ich gehört , dass es sogenannte Fußbodenkühlungen gibt. Da wir überall Fussbodenheizung haben , wäre das kein Problem. Heizungsbauer vor Ort , die ich gefragt habe , kennen das nicht. Gibt es so etwas , wenn ja lässt sich dies nachrüsten ? Ggf. Lieferquelle ? Wer kann helfen ???"

Antwort von Alexander B.: "Eine Fußbodenheizung funktioniert über Elektroverdrahtung oder (meistens) Warmwasserheizung. Eine Klimaanlage hingegen wird über ein Kühlmittel betrieben, das giftig ist und nur von Fachhandwerkern eingefüllt und entsorgt werden darf. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es also nicht."

Antwort von Martin St.: "Alexander hat technisch nicht Recht (und inhaltlich doch wieder Recht). Das Problem der Kühlflüssigkeit ließe sich recht einfach lösen: man benutzt einfach tiefgekühltes Wasser und schafft eine hydraulische Entkoppelung zwischen den jeweiligen Regelgruppen "Fußbodenheizung" und "Fußbodenkühlung" (über motorgesteuerte Ringdrosselklappen kein Problem). Der Austausch der Wärme geschieht wie in einer normalen Klimaanlage mittels Wärmetauscher zur Luft außerhalb des Gebäudes. Versuche dazu gab es genug. Es blieb meistens bei Versuchen, weil das Problem ein anderes ist: Feuchtigkeit und Ineffizienz. Zuerst die Ineffizienz: kalte/kühle Luft ist schwerer als warme und deswegen bliebe die abgekühlte Luft unten und die Hitze unter der Decke bliebe weiter unter der Decke stehen. Es würde also nur Fußkälte entstehen (und die ist auch im Sommer unangenehm und würde gesundheitlich selbst bei hohen Außentemperaturen ruckzuck zu Erkältungen führen). Das kann man umgehen mittels Ventilatoren. Nur: dann haben Sie eine ganz konventionelle Klimaanlage (die funktioniert genau so, ist aber viiiiiiiiiiiiel effizienter). Nun das Problem der Feuchtigkeit: Weil der Boden erheblich kälter als die umgebene Luft wäre (die Luft kann ja die Kühle nicht "abtransportiern"), würden große Mengen Luftfeuchtigkeit am Boden kondensieren. Dies führt natürlich zu Schimmel und Stockflecken an Estrich und Teppich/Parkett/Laminat. Um das wieder zu beseitigen, müßte die Heizung stoßweise den Boden aufheizen (damit die Feuchtigkeit wieder verdampft). Na, und ob das dann der Sinn der Übung war, wage ich zu bezweifeln! In Museen hat man etwas anderes versucht: die warme Luft an der Decke mittels Ventilatoren aus dem Gebäude herausziehen und kalte Luft aus dem Keller nach oben nachströmen lassen. Der Energieaufwand zur Luftentfeuchtung im Keller war aber so hoch, daß eine normale Klimaanlage billiger war. Auch Versuche mittels Kühlschlangen in der Decke sind fehlgeschlagen. Also: sorgen Sie für eine sinnvolle Außenbeschattung Ihres Gebäudes, oder investieren Sie in eine Technik , die inzwischen ihre Kinderkrankheiten abgelegt hat: eine Klimaanlage. Ersteres wäre energietechnisch und gesundheitlich sicher wertvoller."