Fußbodenbeläge für zu Hause

1. Einleitung

Bei der Renovierung des Eigenheimes oder bei einem Neubau stehen viele Familien vor der Frage, welcher Bodenbelag für sie der richtige ist. Ob Textil, Stein oder Laminat, jeder Untergrund hat seine eigenen Ansprüche in der Anschaffung, Belastung und Pflege. Bei der Auswahl kommt es auf den Einsatz und den Nutzen an, so wie auf den preislichen Rahmen, in welchem sich die Neuanschaffung bewegt. Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte darüber hinaus die baulichen Vorschriften beachten.

2. Auswahl

Bei einer Renovierung ist es wichtig, ob der Boden neu zu verlegen oder nur zu reparieren ist. Die meisten Deutschen haben sich bisher für Parkett- und Laminatböden entschieden. Fliesen und Teppich sind leicht weniger verbreitet.

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Quelle: de.statista.com

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Nicht nur Wände, auch Fußböden sollten
gedämmt sein

Bei einem Neubau sollten Hausbesitzer vor allem auch an die Dämmung denken, denn mit einer guten Wärmeisolierung können sie bis zu 75 Prozent Heizkosten einsparen.

Für häufig genutzte Wohnräume wie Schlaf- und Wohnzimmer empfehlen sich Fußböden, die in der Lage sind, Wärme zu speichern. Küche und Bad benötigen Beläge, die kein Wasser durchlassen, um Wasserschäden zu vermeiden. Da sind oft Fliesen die erste Wahl. Doch auch hier empfiehlt sich eine gute Dämmung, um zum Beispiel die Oberflächen­temperatur zu erhöhen und so die Kondensation von Feuchtigkeit zu verringern. Fluren sollten robuste Fußboden­beläge haben, denn diese sind häufig im Dauerbetrieb und müssen mit Verschmutzungen von außen rechnen.

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Flure sind hoch frequentiert und brauchen einen stabilen Untergrund

Weiterhin sollten Hausbesitzer und Renovierende auf die Lautstärke und die Schalldämmung achten. Ein Kinderzimmer mit Fliesenbelag ist für kleinere Kinder vielleicht eher nicht so gut geeignet als ein Teppich, schließlich spielen die Heranwachsenden am Anfang noch viel auf dem Boden. Mit der richtigen Trittschalldämmung und einigen Spielteppichen sind aber auch Fliesen im Kinderzimmer einsetzbar.

3. Eigenschaften der Fußbodenbeläge

3.1 Laminatboden

Laminat ist ein Belag, der meist aus drei bis vier unterschiedlichen Schichten besteht. Die oberste Schicht stellt die Dekorplatte, welche mit einem schützenden Überzug, dem Overlay, oft aus Kunstharz überzogen ist. Danach folgt die Faserplatte, die aus unterschiedlichen holzartigen Materialien besteht. Dies ist die Trägerplatte des Bodens. Unter dieser Schicht befindet sich die Gegenzugschicht, die den Belag vor Verformungen schützt. Darunter folgt oft noch eine Dämmschicht. Wer sich nicht sicher ist, welches Laminatdekor am besten passt, sollte in Ruhe Stil, Größenordnung und Preis festhalten und sich z.B. bei www.floor24.de eine Auswahl an unterschiedlichen Mustern und Arten zeigen lassen.

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Laminat lässt sich sehr einfach verlegen

Laminat ist äußerst robust und sehr vielseitig. Durch die Dekorschichten entsteht oft eine Parkettoptik und die stabile Verarbeitung macht den Laminatboden für viele Schäden weniger anfällig. Sollten doch einmal kleinere Löcher entstanden sein, etwa bei handwerklichen Arbeiten oder größeren Missgeschicken, hilft eine einfache Reparaturpaste. Diese kann der Heimwerker in einem recht einfachen Vorgang in der passenden Farbe zusammen mischen und in die beschädigte Stelle damit ausfüllen. Sollte das Dekor jedoch aus auffallenden Mustern bestehen, gestaltet sich die Reparatur etwas schwieriger. Zum Reinigen eignen sich am besten ein Staubsauger und ein Microfastertuch mit warmem Wasser, idealerweise ohne Reiniger oder nur mit Laminatreiniger. Inzwischen gibt es neben dem geklebten Laminat auch Klicklaminat, das sich durch einfache Hangriffe zu einer großen Fläche zusammensetzt.

3.2 Parkettboden

Im Gegensatz zu Laminat ist Parkett etwas teurer in der Anschaffung. Trotzdem ist der Bodenbelag der beliebteste unter den Deutschen. Ein Parkettboden besteht entweder aus einer massiven Vollholzschicht oder aus mehreren Schichten mit Hartholz furniert. Beim Mehrschichtparkett gibt es zunächst die Nutzschicht, die durch ihre Holzart die Farbe, Stil und Maserung des Parketts angibt, Sie ist mit einer Deckschicht geschützt. In der Mitte befindet sich die Echtholzschicht oder eine Schicht aus Holzfasern. Echtholz- und Gegenzugschicht stabilisieren die gesamte Platte.

Massivholzschichten aus Ahorn, Zeder oder Birke sind weit verbreitet. Diese halten sich meist länger als mehrschichtige Parkettböden, sind allerdings aufwendiger in der Herstellung. Holz lebt, deshalb kann sich der Boden je nach Feuchtigkeit, Wärme oder Kälte noch zusammenziehen oder dehnen. Dabei können Fugen entstehen, die je nach Größe und Länge aber kein Problem für den Boden darstellen. Weitere Tipps zur Fugenbehandlung für Heimwerker. Die Versiegelung der Oberfläche erfolgt durch Wachs, Lack oder Öl. Diesen Vorgang sollten Parkettbesitzer regelmäßig wiederholen, um die optimale Lebensdauer zu gewährleisten. Beliebte Massivhölzer für Parkettböden sind:

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3.3 Fliesenbelag

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Terrazzo ist eine besondere Fliesenart mit Mosaiksteinen

Fliesen sind neben Parkett und Laminat äußerst beliebt. Durch das einfache Verlegen und die lange Haltbarkeit sind sie immer noch ideale Beläge für Bad und Küche. Natursteinfliesen wie Schiefer, Sandstein, Marmor oder Granit lassen sich gut bearbeiten und sind immer mehr verbreitet. Weitere Vorteile liegen in der Hygiene, denn Bakterien oder Pilze gedeihen auf Fliesen seltener. Glasierte Fliesen kommen meist in Küche und Bad vor, weisen Wasser fast vollständig ab und sind ziemlich robust. Diese Fliesen eignen sich nicht für den Außen­be­reich, da sie Frost nicht widerstehen. Des Weiteren sollten Heim­wer­ker auf den unterschiedlichen Gebrauch von Wand- und Bodenfliesen achten, da sich Größe und Beschaffenheit stark unterscheiden können.

Mittlerweile können Eigenheimbesitzer Fliesen jedoch auch mit Hilfe von Klickelementen verlegen und brauchen für Neuverlegungen keine aufwendigen Renovierungsarbeiten.

Bei der Verlegung sollten Heimwerker also auf die unterschiedlichen Anwendungsbereiche des Bodenbelags achten und die Beläge auswählen, die sie erstens selbst verlegen und zweitens an den jeweiligen Raum anpassen können.

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © Riisipuuro (CC BY-SA 3.0)
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