Furnierarten und ihre Herstellung und Verwendung

Ein Fußboden aus edlem Holz ist etwas Tolles, in massiver Ausführung für viele aber zu teuer. Deshalb wird das Holz in dünne Scheiben geschnitten und mit einer etwas weniger teuren Trägerplatte verklebt - das furnierte Parkett ist geboren. Die dünnen Holzblätter, die durch Sägen, Messern oder Schälen von einem Stamm oder Stammteil abgetrennt werden, nennt man Furniere. Furniere werden aber nicht nur als Deckfurniere wie bei Parkett, sondern auch als Unter- oder Absperrfurniere verwendet. Nach Art der Herstellung unterscheidet man Säge-, Messer- und Schälfurniere.

Herstellung der Furniere


Je nach Schnittart entstehen bei der Herstellung unterschiedlich gezeichnete Furniere. Wird Holz quer zur Stammrichtung geschnitten, erkennt man das Mark und die Jahresringe. Beim Längsschnitt durch die Stamm-Mitte erscheinen die Jahresringe als nahezu parallel verlaufende Streifen. Ein gefladertes Oberflächenbild entsteht durch den Sehnen- oder Fladerschnitt>. Die verschiedenen Maserungen erhält man bei Messer-, Schäl- und Sägefurnieren.

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Querschnitt Längsschnitt Sehnenschnitt


Messerfurniere


furnierarten4.gif Messerfurniere werden auf Furniermessermaschinen hergestellt. Dazu befestigt man zunächst den Stamm auf dem Maschinentisch der Messermaschine. Anschließend wird der Stamm in horizontaler oder vertikaler Richtung gegen ein feststehendes Messer geführt, wobei Messer und Druckbalken nach jeder Bewegung um die gewünschte Furnierdicke vorrücken. Alternativ kann der Stamm auch fest in die Maschine eingespannt sein und gegen ein sich bewegendes Messer geführt werden. Die Furnierstärken betragen in etwa zwischen 0,3 mm und 4 mm. Der Druckbalken bei Messermaschinen verhindert das Einreißen des Holzes beim Abtrennen des Furniers. Beim Messern unterscheidet man zwischen Flachmessern, Faux-Quartier-Messern, Flach-Quartier-Messern und Echt-Quartier-Messern. Quartier steht dabei für einen Viertelstamm oder "Block". Die selbe Technik wird aber auch bei Drittelstämmen, bei großen Durchmessern auch bei Fünftel- oder Sechstelstämmen angewendet. Je nach Schnittart entstehen die im Kapitel zuvor beschriebenen unterschiedlich gezeichneten Furniere. Diese natürliche Maserung ist der Vorteil von Messerfurnieren. Allerdings weisen Messerfurniere häufig Farbänderungen auf. Ein weiterer Nachteil ist die Rißbildung an der Unterseite der Messerfurniere. Diese wird als linke Furnierseite bezeichnet, die nach Möglichkeit aufgeleimt werden soll.

Schälfurniere


furnierarten5.gif Die rationellste Methode der Funierherstellung ist das Schälen. Das Schälen wird mit dem geringsten Zeitaufwand betrieben und liefert darüber hinaus noch die größte Ausbeute. Man unterscheidet dabei Rundschälen, exzentrisches Schälen und Radialschälen. Beim Rundschälen wird der Stamm quasi wie bei einer Drehbank zentriert zwischen zwei Backen gespannt. Danach läßt man den Stamm rotieren und führt ihn gegen das Messer. Der Druckbalken soll wieder verhindern, dass das Furnier Risse bekommt. Beim Schälen entsteht ein endloses Furnierband, das hinter der Schälmaschine aufgehaspelt oder mit einer Furnierschere in kleinere Stücke geschnitten wird. Die Dicke der Furniere kann bei Schälmaschinen zwischen 0,5 mm und 10 mm betragen. Da beim Rundschälen der Schnitt mit den Jahresringen verläuft, ergibt sich bei dieser Aufbereitungsart eine unregelmäßige, wilde Maserung. Die charakteristische Zeichnung von Birke (geflammt), von ungarischer Esche (gewellt) und von Zuckerahorn (Vogelaugenahorn) erreicht man allerdings nur durch das Schälen. Eine gefladerte oder gestreifte Maserung erreicht man mit dem exzentrischen Schälen. Dabei wird das Schälholz außerhalb der Mitte in die Schälmaschine eingespannt. Der Stamm muss dabei nicht als ganzes eingespannt werden, sondern kann auch halbiert oder geviertelt sein. Die Maserung ist dann entsprechend unterschiedlich. Die dritte Möglichkeit des Schälens ist das Radialschälen. Das Radialschälen funktioniert praktisch wie das Bleistiftspitzen. Dabei entstehen runde Furnierblätter mit besonderer Zeichnung und Loch in der Mitte. Diese Furniere werden meist für runde Tischplatten verwendet.

Sägefurniere


furnierarten6.gif Sägefurniere werden am seltesten verwendet. Die Produktionsweise ist sehr aufwändig und der Schnittverlust ist hoch. Deshalb sind Sägefurniere grundsätzlich auch teuerer als gemesserte Furniere. Sie behalten allerdings ihre natürliche Farbe und bleiben bei astigen und wimmerigen Hölzern weitgehend rißfrei. Verwendet werden Sägefurniere in erster Linie für hochwertige und hochbeanspruchte Werkstücke wie Treppen, Türen oder Tische. In der Regel sind Sägefurniere nicht unter einer 1 mm Dicke herzustellen. Geschnitten werden sie entweder mit der Furniergattersäge oder der Furnierkreissäge. Bei beiden Herstellungsarten wird der Stamm entrindet, an der Blockbandsäge an zwei Seiten abgeschwartet und im Herz aufgetrennt.

Verwendung der Furniere


Wie bereits eingangs erwähnt, unterscheidet man nach Art ihrer Verwendung zwischen Deckfurnieren, Unterfurnieren und Absperrfurnieren.

Deck- bzw. Edelfurniere sind Furniere, die an der Fertigware sichtbar innen oder außen aufgeleimt sind. Dementsprechend unterscheidet man Innen- und Außenfurniere. Weiterhin unterscheidet man bei Deckfurnieren je nach Faserverlauf Langfurniere und Maserfurniere. Bei Langfurnieren erfolgte die Schnittführung parallel zur Stammachse. Maserfurniere werden aus Maserknollen oder Wurzelholz hergestellt. Sie besitzen eine besonders schöne Maserung, weshalb Maserfurniere etwas teurer als andere Furniere sind. Die Dicke der Deckfurniere beträgt bei Laubhölzern 0,55 mm bis 0,75 mm und bei Nadelhölzern 0,85 mm bis 1,00 mm. Da sich einseitig furnierte Flächen verziehen, muss auf der nicht sichtbaren Seite eines Werkstücks ebenfalls ein Furnier aufgeleimt werden, dieses Furnier nennt man Gegenfurnier.

Um das Reißen der Deckfurniere (vor allem Maserfurniere) zu verhindern, müssen unter dem Deckfurnier Unterfurniere aufgeleimt werden. Zudem verbessern Unterfurniere die Plattenoberfläche. Als Unterfurniere eignen sich besonders dünne feinporige Furniere. Absperrfurniere werden auf Holzplatten aufgeleimt, um ein Arbeiten des Holzes zu verhindern - dementsprechend sind sie auch zwischen 1,5 und 3,5 mm dick. Mehr als 10 % der Plattendicke sollen sie allerdings nicht überschreiten, damit die Absperrfurniere die abgesperrte Platte nicht verziehen.