Fugensanierung - was ist dabei zu beachten?

Gerhard D.: In meinem Gewölbekeller (Baujahr des Hauses 1918) bröselt der sandige Mörtel aus den Fugen heraus, teilweise sind diese schon ca. 10-15 cm tief entleert. Da ich Statikprobleme befürchte, möchte ich die Fugen kraftschlüssig wieder füllen.
Gibt es irgendeine Möglichkeit, z.B. Schnellzement o. ä. auch Überkopf in die 1-4 cm breiten Fugen zu pressen?

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Gerhard,
alte Gewölbekeller wurden in der Regel mit Kalk- oder Lehmmörteln vermauert bzw. verfugt. Schäden an diesen Mörtel treten in der Regel bei erhöhtem Feuchtezugang und anschließender Salzbelastung auf. Der Mörtel sandet ab und fällt aus der Fuge.

Ein Sanierungskonzept, insbesonders bei möglichen statischen Problemen, ist nur durch eine Fachberatung vor Ort zu klären. Das Verpressen mit Schnellzement kann vielleicht das statische Problem lösen, verschließt aber gleichzeitig die Fugen und kann zu einem Feuchtestau im Gewölbe führen. Die Feuchte mobilisiert wiederum eine erhöhte Salzfracht und drückt die Zementfüllung wieder heraus.

Zur Lösung Ihres Schadenfalls empfehlen wir Ihnen zum Beispiel mit der Fa. Pressbau, Oberhausen Kontakt aufzunehmen (Tel.: 0208/8593-02 oder Fax: 0208/8593-205.

Eine Materialempfehlung können wir Ihnen aus den oben genannten Gründen nicht geben. Mit freundlicher Unterstützung der Firma K.Epple GmbH & Co.KG.

Wir möchten auf eine weitere Möglichkeit hinweisen, welche wir von der Firma Maxit erhalten haben.

Wir setzen voraus, dass das Gewölbemauerwerk aus kleinformatigen geformten Ziegelsteinen (RF) besteht. In diesem Falle wird die Tragfähigkeit durch die konische Form der Mörtelfugen gesichert. Es gilt, ein weiteres Ausbröseln des Fugenmörtels zu verhindern. In diesem Zusammenhang spielt die zwischenzeitlich geringe Bindung des Mörtels keine Rolle. Theoretisch kann ein Gewölbe dieser Art alleine mit Sandfugen funktionieren, wenn dieser nicht wegtreten kann. Es gilt also, ein weiteres Ausbröseln/Absanden des Mörtels zu unterbinden.

Wir schlagen vor, alle betroffenen Fugen an den Steinflanken gründlich zu entstauben; dies kann mit einem Pinsel oder mit Druckluft erfolgen. Anschließend sind die Flanken zu befeuchten und die Fugen mit einem Trasszementmörtel in relativ steifer Konsistenz mittels Fugeisen dicht pressen zu verfüllen. Der Fugenabschluß sollte trocken überbürstet werden, um eine glatte und abdichtende Sinterhaut zu vermeiden. Sinnvoll dürfte es sein, auch noch nicht ausgebröselte Fugen mindestens 20 mm tief freizulegen und ebenfalls neu auf gleiche Art zu verschließen.

Selbstverständlich kann der Fugenverschluss auch im Torkretverfahren maschinell erfolgen, falls es sich um entsprechende Größenordnung handelt. Sollten sie erwägen, den Keller zu verputzen, so darf dies nicht vor einer Erhärtungsfrist des neuen Fugenmörtels von mindestens 4 Wochen erfolgen, da sich in dieser Zeit die natürlichen Schwindvorgänge des Mörtels abspielen, die zu Rissen im Putz führen könnten.