Fräser bringen das Holz in Form

Die Oberfräse ist das wohl vielseitigste Gerät für die Holzbearbeitung. Diese Vielseitigkeit verdankt sie vor allem auch der großen Anzahl an unterschiedlichen Fräsern. Eine Auswahl gängiger Fräser finden Sie hier. Neben der Form des Fräsers kommt es vor allem auch auf das verwendete Schneidmaterial an. Dabei wird zwischen HS-Fräsern und HW-Fräsern unterschieden. Flächengestaltung ist ebenfalls ein Thema beim Umgang mit der Oberfräse. Einige Möglichkeiten stellen wir Ihnen vor. Schließlich darf der Aspekt der Sicherheit bei der Oberfräse nicht zu kurz kommen. Oberfräsen sind gefährliche Werkzeuge, die bei falscher Handhabung schlimme Verletzungen hervorrufen können.

Anlaufzapfen oder Anlaufkugellager?


Profilfräser sind oft mit einem Anlaufzapfen oder einem Anlaufkugellager ausgestattet. 

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Diese erleichtern die Führung der Maschine an Rundungen entlang, da sie die Frästiefe vorgeben. Selbst an langen, geraden Abschnitten kann mit solchen Fräsern ohne Parallelanschlag sauber gearbeitet werden. Oft empfiehlt sich in solchen Fällen dennoch der Einsatz des Anschlags, damit die Maschine nicht abkippt. 

Der Anlaufzapfen bzw. das Kugellager wirkt wie ein Anschlag, wodurch der Fräser den Werkstückkonturen folgen kann. Besonders bei der Kantenbearbeitung und beim Bündigfräsen ist dies der Fall. 

Generell sind Kugellager günstiger, weil sie auf dem Werkstück keine Brand- und Reibspuren hinterlassen. Allerdings haben auch Fräser mit Anlaufzapfen ihre Berechtigung. Der Anlaufzapfen ist von kleinerem Durchmesser als die Kugellager, der Fräser kann deshalb engeren Konturen folgen. Man muss bei Fräsern mit Anlaufzapfen zügig verfahren, damit der Anlaufzapfen nicht zu lange an einer Stelle verweilt. Bei Fräsern mit Kugellager können diese ersetzt werden, oder gegen Kugellager mit größerem Außenringdurchmesser ausgewechselt werden, wodurch die Fräskontur verändert werden kann.

fraeserinfo2.jpg  Muster:
Ein Beispiel für die Möglichkeiten der Flächengestaltung mit der Oberfräse: parallele Nuten, sorgsam mit dem Schriftfräser Linie für Linie ausgearbeitet. In unserem Portal finden Sie übrigens dutzende Anleitungen für den Hobbytischler, bei denen es auch auf die Flächengestaltung ankommt.
fraeserinfo3.jpg  Reliefs:
Ein interessantes Relief entsteht, wenn man mit dem V-Nutfräser zwei Nutreihen im rechten Winkel zueinander fräst.
fraeserinfo4.jpg  Freie Gestaltung:
Auch freiere Arbeiten lassen sich mit der Oberfräse aus führen. Hier wurde der Hohlkehlfräser in unregelmäßigen Abständen eingetaucht. Wie man sieht, lassen sich mit einem Fräser ebenso unterschiedliche wie persönliche Vorstellungen verwirklichen. Dem Gestaltungswillen sind keine Grenzen gesetzt.

Verzierungen sowie einzelne Ornamente, wie an nebenstehenden Kindermöbeln gezeigt, können natürlich auch nach eigenen Ideen stilgerecht ausgeführt werden. 

Selbst Schriften können durch Fräsen erzeugt werden. Zu diesem Zweck dient der spezielle Schriftfräser, der für saubere und fein ausgearbeitete Buchstaben sorgt. Das Umfeld wird hierbei mit dem Halbrundfräser ausgehoben und mit dem Nutfräser exakt plan gefräst. 

Die Schneidmaterialien


Der Fräserschneidenwerkstoff bestehen entweder vollständig aus hochwertigem Werkzeugstahl (HSS) oder haben Schneiden aus Hartmetall (HM). In Sonderfällen kann auch der gesamte Fräser aus Hartmetall bestehen. 

HS-Fräser

Der Schneidenwerkstoff HS (früher HSS) lässt sich wegen der Elastizität des Werkstoffes mit sehr dünnen und scharfen Schneiden versehen. Es ergibt sich dadurch eine besonders gute Oberfläche. Weil aber HSS relativ schnell abstumpft und bei unsachgemäßer Anwendung zum Überhitzen neigt, sind diese Fräser nur zur Bearbeitung von weichen Hölzern geeignet. Sie sind erhältlich mit gerader oder spiralförmiger Schneide. Um ein 100-prozentig optimales Fräsbild zu erhalten, sollte der Fräser direkt unter den Fräskopf gespannt werden, mindestens jedoch bis zur Markierung am Frässchaft. 

HW-Fräser

HW-Fräser (früher HM - Fräser) sind robust und haben auch bei der Bearbeitung von harten Hölzern und Kunststoffen eine lange Standzeit und halten beim Fräsen von Hartholz, Plattenwerkstoffen und Kunststoffen auch starken Beanspruchungen stand. HW-Fräser gibt es in verschiedenen Ausführungen: Vollhartmetallfräser, Fräser mit bestückter Schneide und Werkzeuge mit Wendeplatten. 

Obwohl kostenintensiver als HS-Fräser, haben sie für normale Fräsarbeiten das günstigere Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Voll-HM-Fräser

Fräser mit kleinen Durchmessern (<6mm) für spezielle Anwendungsfälle, wie beispielsweise Schriftenfräser, werden oft vollständig aus Hartmetall gefertigt. Sie haben meist besondere Schneidenformen, die sich mit HS nicht in der gewünschten Standzeit herstellen lassen. 

Alle Maße auf einen Blick


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Fräser schärfen?


Fräser die bei handgeführten Oberfräsen eingesetzt werden, haben meist so geringe Abmessungen, dass ein Nachschärfen technisch zu aufwendig und damit kosten ungünstig wäre. Auch wegen der sich ändernden Abmessungen ist das Schärfen eher unüblich. 

Was muss bei den Schaftdurchmessern beachtet werden?


Die metrischen Abmessungen dürfen nicht mit den Inch - Abmessungen verwechselt werden. Dies kann relativ leicht geschehen, weil die Maße sich nur geringförmig unterscheiden. 1/4" ~ 6,35 mm; 3/8" ~ 9 mm; 1/2" ~ 12,5 mm. Wenn man also einen metrischen Fräser in eine Inch - Spannzange setzt, kann man sie nicht fest genug anziehen. Umgekehrt lässt sich ein Inch - Fräser nur mit Gewalt in eine metrische Spannzange treiben und sitzt dann meist unlösbar fest. 

Schaftdurchmesser bei Fräsern

Die überwiegende Zahl der Fräser haben metrische Schaftdurchmesser von 6; 8; 10; 12 mm, wobei die häufigsten Durchmesser 8 und 12 mm betragen. In englischsprachigen Ländern sind jedoch auch die Inch - (Zoll)Maßsysteme üblich. Die Abmessungen sind dann 1/4"; 3/8"; 1/2". 

Fräserschneiden


Die meisten Fräser besitzen zwei gegenüberliegende Schneiden, wodurch sich große Spannuten ergeben, welche besonders beim Bearbeiten von langspänigen Werkstoffen einen günstigen Spantransport gewährleisten. Sonderfräser (z.B. für Aluminium) und Fräser geringen Durchmessers besitzen oft nur eine Spannut, um einen einwandfreien Spantransport zu gewährleisten. Bei Fräsern mit geringen Spanabnahmen, z. B. Bündigfräsern, werden zum Teil 3-schneidige Fräser verwendet, um eine hohe Oberflächengüte zu erreichen. 

Sicherheit


Gehen Sie auf Nummer sicher: Nur die Fräser, die den EU-Richtlinien für Holzbearbeitungsmaschinen entsprechen, werden nach erfolgreicher Prüfung mit der Bezeichnung MAN versehen. 

Als geprüftes Werkzeug für Handvorschub weisen sie folgende Merkmale auf: 

  • weitgehend kreisrunde Form
  • Rückschlagsicherheit durch Spandickenbegrenzung auf höchstens 1,1 mm
  • begrenzte Spanlückenweite "S"
  • Schnittgeschwindigkeit auf dem Fräserschaft
  • Prüfzeichen

BG-TEST
045-013


Was in der Praxis zählt, ist das Ergebnis. Makellose Oberflächen und perfekte Profile. Ein sauberes Fräsbild vermeidet zeitraubende Nacharbeiten. Eine optimale Schneidengeometrie und der richtige Schliff sorgen für eine tadellose Oberfläche. 

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Wichtige Regeln beim Fräsen

  1. Beim Fräsen am besten an den Hirnholzseiten beginnen. Hierbei reißen leicht Fasern aus. Gesplitterte Ecken werden korrigiert durch Fräsen in Faserrichtung.
  2. Wichtig für optimale Ergebnisse ist die korrekte Vorschubrichtung. Von oben gesehen, dreht sich der Fräseinsatz im Uhrzeigersinn. Die Maschine immer so führen, dass der Fräser sich mit dem Vorschub ins Material hineinziehen kann. Liegt die hintere Seite an, wird die Maschine nach rechts geführt. Fräst man mit der körperzugewandten Seite, wird die Oberfräse nach links geführt.
  3. Beim Arbeiten mit der Oberfräse im Frästisch darauf achten, dass die Laufrichtung des Fräsers umgekehrt ist.