Fließestrich - besteht der aus hochgiftigen Industrieabfällen?

Walter R.: "Mir hat ein Bekannter gestern erklärt, daß Fließ-Estrich zumindest teilweise aus gemahlenen Industriefiltern besteht. Wenn das stimmt, wäre ein Estrich ja stark mit Giftstoffen angereichert. Können diese Gifte im Laufe der Zeit aus dem Estrich ausdünsten?"

Antwort des Baumarkt-Teams: Mein Gott Walter, da hat aber jemand mit einer Menge Halbwissen geglänzt. Fließ-Estrich besteht keineswegs aus gemahlenen Industriefiltern, sondern teilweise aus Gips (Anhydrit). Der verwendete natürliche Gips wurde in den vergangenen Jahren allerdings mehr und mehr durch synthetischen Gips ersetzt. Und der fällt tatsächlich in der Industrie an - als "Abfallprodukt" bei der Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken. Jährlich entstehen so alleine in den alten Bundesländern rund 4 Millionen Tonnen Gips-Abfall. Dieses Material kann man nach einer gründlichen Reinigung in Hochleistungszentrifugen als hochwertigen Baugips verwenden. Dieser sog. REA-Gips ist viel feiner als Naturgips, als Baustoff gesundheitlich unbedenklich und sorgt dafür, daß weniger Landschaft durch den Abbau von Naturgips zerstört wird.