Feuerstelle im Garten: So wird das Lagerfeuer ein Erfolg

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Beim herbstlichen Baumschnitt fällt besonders in großen Gärten alljährlich jede Menge Holz an. Für den Kompost ist es nur bedingt geeignet und die Kapazität der braunen Tonne reicht häufig nicht aus. Das ganze Holz zu verbrennen ist natürlich eine Option und schon einige Male war dies der Anlass für Gartenbesitzer, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und eine feste Stelle für ein Lagerfeuer im Garten einzurichten.

Doch es ist natürlich nicht damit getan, etwas Rasen zur Seite zu schaffen und in der Mitte Äste zu einem Haufen aufzuschütten. Zum einen muss man davon ausgehen, dass die eigenen Kinder die gleiche Faszination für die Feuerstelle entwickeln wie man selber. Zum anderen sollte man auf seine Umgebung achtgeben. Sicherheit geht wie immer vor - gerade wenn man mit Feuer zu tun hat.

Die Wahl des Standorts

Bei der Wahl des Standorts ist man eigentlich ziemlich frei. Jedoch gibt es ein paar Aspekte, die man in Betracht ziehen sollte. Ein Lagerfeuer entwickelt Rauch und nicht jedem gefällt der entstehende Geruch oder das mitunter laute Knacken des Holzes. Wie auch beim Grillen sollte man auf seine Nachbarn Rücksicht nehmen. Es wäre also geschickt, den Standort so zu wählen, dass der Qualm nicht direkt in das Schlafzimmerfenster des Nachbarn zieht.

In der Regel wird man das Lagerfeuer im Sommer entfachen und dort laue Abende verbringen. Gerade in trockenen Sommern ist die Umgebung leicht entzündlich. Wenn man groß plant, wird das Lagerfeuer entsprechend groß ausfallen und die Flammen hoch in gen Himmel schlagen. Wenn man neben dem Feuer sitzt, spürt man die Hitze, die von diesem ausgeht. Da Wärme aber noch oben steigt, ist die Hitze über dem Feuer natürlich deutlich höher. Ragen Bäume über die Feuerstelle trocknet das Feuer Laub und Zweige aus. Die Gefahr, dass diese Feuer fangen, ist gegeben. Also sägt man diese besser vorher ab oder wählt eine weitgehend freie Stelle im Garten. Auch der Funkenflug eines kleineren Feuers ist nicht zu unterschätzen. Schon ein verirrter Funke reicht aus, um eine in der Nähe befindliche Gartenlaube in Brand zu stecken oder eine Wiese mit trockenem Gras zu entzünden. Nicht nur deswegen sollte immer ein Feuerlöscher und ein Eimer Wasser sowie einen Löschdecke griffbereit in der Nähe stehen und man das Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.

Die Feuerstelle begrenzen und befestigen

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Es ist ebenso faszinierend wie erschreckend, wie schnell sich Flammen durch eine trockene Wiese fressen. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, sollte man die Feuerstelle begrenzen und am besten noch befestigen. Das hat den Grund, ein ungewolltes Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Man kann mit Klinker- oder Granitsteinen einen Ring mauern (Lücken für die Sauerstoffversorgung nicht vergessen) oder aus kleinen Findlingen oder Feldsteinen einen Ring aufschütten - so kommt noch mehr Wildwest-Romantik auf. Häufig sieht man Feuerstellen, die sich in einem Loch befinden. Dieses sollte nicht tiefer al 10 Zentimeter sein, da das Feuer sonst nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Das sollte man auch bedenken, wenn man ein kleines Loch aushebt, um für einen befestigten Untergrund zu sorgen. Dieser ist bei einer festen Feuerstelle sehr zu empfehlen.

Zum einen wird so das empfindliche Ökosystem im Boden nicht unnötig durch das Feuer beeinflusst, zum anderen lässt sich eine befestigte Feuerstelle leichter reinigen und man kann Feuchtigkeit gezielt abführen. Wer es rustikaler mag, kann auf eine Drainageschicht aus Kies und Sand groben Kies auffüllen oder man pflastert einen Kreis aus Granitsteinen. Im Prinzip kann man hier wie beim Pflastern von Wegen oder Terrassen vorgehen. Ein leichtes Gefälle sorgt dafür, dass Regen schnell abläuft und ein geplantes Lagerfeuer nicht ins Wasser fällt.

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Zudem sollte man eine weitere Sicherheitszone um den Ring einplanen, die man mit Kies auffüllt oder pflastert. Gerade wenn man zu große Scheite verwendet, kann es passieren dass diese aus dem Feuer herausfallen und auf dem umgebenden Rasen unschöne Brandlöcher zurücklassen.

Baut man den Ring etwas in die Höhe, hat das den Vorteil, dass man auch einen Grillrost oder einen Spieß auflegen kann, wenn man die Feuerstelle auch als Grill nutzen möchte. Ebenso lassen sich Stockbrote für die Kinder angenehm ablegen.

Gemeinde kann Lagerfeuer verbieten

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Man sollte jedoch nicht in zu großen Dimensionen denken. Denn in vielen Gemeinden müssen Lagerfeuer, die eine bestimmte Größe übersteigen, angemeldet werden. Meldet man es nicht an und jemand alarmiert die Feuerwehr, muss man gegebenenfalls die Kosten für den Einsatz tragen. Als Faustregel gilt, dass alles, was irrtümlich für einen Brand gehalten werden kann, anzumelden ist. Dabei muss das Feuer keine Dimensionen eines Oster- oder Sonnenwendfeuers annehmen. Auch starke Rauchentwicklung kann diesen Eindruck hervorrufen. Aus diesem Grund sollte man nur ordentlich getrocknetes Holz verwenden und auch auf Zugaben wie Laub oder Ähnliches verzichten. Achtung In besonders trockenen Sommern können Lagerfeuer generell verboten sein.

Laub verbrennen

Gerade im Herbst, wenn Laubmassen den eigenen Garten bedecken oder aus Nachbars Garten herübergeweht werden, mag das Verbrennen von Laub verführerisch erscheinen. Nicht nur die Qualmentwicklung steht dem Weg, in manchen Bundesländern ist das Verbrennen von Gartenabfällen gänzlich verboten oder nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Auskunft darüber erteilt die jeweilige Gemeinde. Alternativ kann man Reisig und Laub häckseln und dem Kompost zugeben oder als Rindenmulch Beeten zufügen.

Holz sammeln

Wenn der eigene Garten nicht genügend Feuerholz abwürft, kann man entweder Kaminholz kaufen oder bei der Gemeinde einen Holzsammelschein erwerben. Dieser ist meist nicht teuer und berechtigt, Holz aus öffentlichen Wäldern zu sammeln. Da es meistens noch feucht ist, sollte es richtig gelagert werden bevor man es verbrennt. Zum Fällen von Bäumen berechtigt ein solcher Schein nicht, jedoch findet man nach Stürmen auch mal den ein oder anderen größeren Ast.

Manch ein Baumarkt hat auch Einwegpaletten im Hof stehen, die normalerweise entsorgt werden. Das unbehandelte Holz kann auf Nachfrage häufig gratis mitnehmen. Die Paletten kann man leicht zersägen und hat so günstiges Feuerholz für ein prasselndes Lagerfeuer.

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