Feuchtigkeit in Lehmwänden

Bärbel: "Wer hat Erfahrung mit der Sanierung einer nassen Lehmwand (aufsteigende Nässe wegen fehlender oder maroden Horizontalsperre)? Unterschiedliche Meinungen gibt es ja bei einer Injektionsbehandlung. Welche Erfahrungen wurden dabei gesammelt auf was muss man achten? Welche Alternativen gibt es? "

Antwort von Göran: "Eine Lehmwand zeichnet sich eigentlich dadurch aus, das sie entgegen der gebrannten oder künstlichen Steinwände die Feuchtigkeit schnell verteilen und an die Umwelt abgeben kann. Wenn Sie "nass" mit oberflächlich nass durch Beregnung oder dergleichen meinen, ist zu sagen, das die Lehmwandoberfläche durch seine offenporigkeit keinen guten Feuchtigkeitsschutz bietet. Deshalb werden Lehmaussenfassaden, oft verschalt, oder mit Kalkmörtel verputzt oder bei Verwendung von Lehm eignet sich ein Aussenputzgemisch aus Lehm, Quark, Kuhmist, Leinöl (klingt exotisch ist aber wirksam. Die Zugaben wirken als Bindemittel und verdichten die Lehmstruktur). Wenn Sie aber wirklich Problem mit austeigender Feuchte haben, sollten Sie mal prüfen ob die Wände ausreichenen Kontakt zur Außenluft haben, um abtrocknen zu können. Eine Sperrschicht (Bitumenpappe) wie im Massivbau ist im Lehmbau nicht erforderlich. Injektionsverfahren ebenfalls nicht."