Feuchte nach dem Einzug ins neue Haus

Familie A.S.: Wir haben von einem sehr renommierten Hersteller ein Fertighaus erstellen lassen. Das Haus ist fast fertig und jetzt bildet sich bereits jede Menge Schimmel an den Holzbalken auf dem Speicher. Die Dachhaut ist von innen auch sehr nass. Der Bauleiter sagt, das sei normal und mit diesem Problem hätten alle Fertighaushersteller zu kämpfen, da die Häuser mittlerweile so stark isoliert sind. Die Feuchtigkeit käme u.a. vom Estricheintrag und von den Tapeten. In einigen Monaten würde sich das alles normalisieren und dann würde man den Schimmel von den Holzbalken abbürsten. Meine Fragen: Ist das wirklich so normal und auch völlig problemlos? Sollen wir wirklich einige Monate abwarten? Reicht es aus, den Schimmel nur abzubürsten? Was sollen wir tun? Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Naja, Schimmel abbürsten, das ist mit Sicherheit der falsche Weg. Wie man Schimmel entfernt, können Sie in unserer Riesen-Infothek nachlesen. Was aber die Feuchte betrifft, da hat der Bauleiter nicht Unrecht. Das Problem ist bei konventionellen Häusern noch größer, denn diese werden unter Verwendung einiger tausend Liter Wasser gebaut - und das Wasser muss erst einmal verdunsten. Das kann es aber nur mit Mühe, weil unsere Baubürokraten und der Bundestag die EnEV (siehe Infoteil "Recht") ins Leben gerufen hat. Danach müssen alle Häuser absolut winddicht sein. Das heißt also, es darf keine Fetzchen Luft durch eine Ritze dringen. Die Baufeuchte bleibt also ihm Haus - und da Sie auch viel Feuchte abgeben (jeder Mensch) sammelt sich einiges an kühlen Plätzen. Erfreulicherweise (Ironie) wird diese beschissene EnEV noch vielen Sachverständigen und Bautenschutzbetrieben Arbeit über Jahrzehnte bringen.

Wir können nicht überprüfen, das ist auch nicht unsere Aufgabe, ob bei Ihnen eine Dampfsperre oder "nur" eine Dampfbremse eingebaut wurde. Das eine wie das andere kann je nach Konstruktion richtig sein. Blind können wir Ihnen aber schon sagen, daß bei richtiger und ausreichender Belüftung ein solcher Schaden nicht auftreten kann. Die Feuchte muss aus den Zimmern und soll sich nicht im Dach festsetzen, das wäre ein ernster Schaden. Schildern Sie dem Hersteller Ihr Problem und verlangen Sie eine schriftliche Stellungnahme. Möglicherweise liegt die Ursache bei Ihnen, eben weil zu wenig oder falsch gelüftet wird.

Das alles kann nur ein Sachverständiger vor Ort ermitteln. Aber wie gesagt: Wir dichten und dämmen uns halbtot, sterben aber wenigstens im Warmen, wenn auch auf Schimmel. Dank EnEV, an die sich der Hersteller halten muss!