Fertigteile und Ausstattung

Fertigteile

Genau hinschauen müssen Planer und Bauherren bei Fertigteilen. Im Massivhausbau sind vorgefertigte Wandelemente kaum günstiger als 

das Erstellen vor Ort. Hinzu kommen teure technische Hilfsmittel zum Versetzen. Ein günstiges Fertigteil im Werk kann ein teures auf der Baustelle sein. Hier ist vertraglich das Liefern und Montieren genau festzulegen, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt. Bei Holzbauteilen ist dies kaum anders. Der genaue Lieferumfang muss mit unabhängigen Fachleuten abgesprochen und vertraglich festgeschrieben werden. Die Hülle eines in Holzrahmenbauweise montierten Fassadenteils kann sensationell preisgünstig sein, wenn dann aber die reinen Materialkosten für den weiteren Ausbau bereits die Kosten des konventionellen Bauens erreichen, ist die Einsparung bei Null und die gut gemeinten Eigenleistungen enden mit viel Frust.

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Stückkosten

Grundsätzlich gilt, daß Fertigteile nur dann günstig sein können, wenn sie in hoher Stückzahl hergestellt und ohne Änderungswünsche montiert werden können. Dies gilt z.B. für Decken, Treppen, Stützen, Regenwasserzisternen und Abwasserkontrollschächte. Dabei bieten vorgefertigte Ziegeldecken eine interessante Alternative zu Stahlbetondecken, da neben geringeren Gewichten auch ein bereits trockenes Bauteil eingebaut werden kann.

Ausstattung

Während die Materialangebote in den Rohbaugewerken noch überschaubar sind, kann es einem bei der Vielfalt im Innenausbau fast schwindlig werden. Die Palette der Angebote reicht vom solide konstruierten Gebrauchsgegenstand über verschnörkelten Kitsch bis hin zum Edeldesign. Die Rede ist von Tür- und Fenstergriffen, Sanitärarmaturen, Heizkörpern, Spiegeln, Toillettenpapier-Haltern, Fliesen, Vorhangstangen bis hin zum tropenholzfurnierten Türblatt. Was für den Entwurfsplan gilt - einfache und klare Linien und Bauteile -, kann auch im Detail wiederholt werden und trägt zum guten Stil des Hauses bei. Für vergoldeten Schnickschnack kann man das Vielfache ausgeben, die Qualität ist meist nicht besser.

Schlicht und gut

Ein schlichter Tür- und Fenstergriff ist nicht trendabhängig und für wenig Geld zu haben. Sanitärarmaturen müssen praktisch sein, gut in der Hand liegen und auswechselbare Dichtungen besitzen. Ein Heizkörper muss nicht bunt sein und schon gar nicht als Kunstgegenstand begriffen werden. Aber: Er muss gut zu reinigen und mit einem Thermostaten zur automatischen Temperaturregelung ausgestattet sein. Auch hier schwanken die Kosten um mehrere hundert Prozent. Spiegel können rahmenlos montiert werden und sollten eine gute Ausleuchtung haben. Eingeätzte Pfauenköpfe machen den Betrachter nicht hübscher, treiben aber die Anschaffungskosten in die Höhe. Spiegel in hochwertiger Qualität und jeder Größe kann man sehr günstig beim Glaser um die Ecke bestellen. Auch bei Fliesen gilt: Auf Sonderbauteile verzichten. Bordüren und Zierleisten sind extrem teuer und unterliegen sehr stark der Mode. Eine kostengünstige Alternative kann der Einbau einer farbig abgesetzten Fliesenreihe im gleichen Format sein. Hier kann durchaus eine Badfliese im WC wiederkehren und umgekehrt. Bei der geschickten Verwendung von kleinsten Restmengen oder gar Einzelfliesen lassen sich immer noch gute Gestaltungsergebnisse erzielen.

Folgekosten

Nicht sparen sollten Sie bei der Qualität der Materialien; dies gilt speziell mit Blick auf Folgekosten. Manche Baustoffe haben nach der Verarbeitung noch sehr viel "Anmachwasser" gebunden. Diese Wasserbestandteile werden im Laufe der ersten Heizperiode bis hin zu mehreren Jahren langsam an die Raumluft abgegeben. Die Folge sind durch häufiges Lüften erhöhte Heizkosten.

Niedrigenergiehaus

Obwohl die Vorschriften für den Wärmeschutz eines Hauses immer wieder verschärft wurden, sollten die derzeit geltenden Vorschriften noch übertroffen werden. Anzustreben ist ein "Niedrigenergiehaus", dessen Herstellung übrigens auch vom Staat zusätzlich begünstigt wird. Auskunft erteilen die zuständigen Finanzämter.

Ökologie

Neben den üblichen Prüfungskriterien legen immer mehr Bauherren und Mieter zu Recht großen Wert auf umweltfreundliche Baustoffe. Pressemeldungen über verseuchtes Bauholz mit Insektengiften, lösungshaltige Kleber und lungengängige Feinstäube in den Wohnungen haben aufhorchen lassen. Hier dürfen keine Kompromisse auf Kosten der Gesundheit gemacht werden. Synthetische Beläge für den Fußboden sind in der Regel sehr günstig zu haben. Der Pflegeaufwand in Verbindung mit chemischen Reinigungsmitteln ist jedoch hoch, teuer und belastet die Raumluft. Ein Belag aus Naturstein oder Holz ist in der Anschaffung zwar teuer, im Unterhalt aber billiger und kommt ohne Chemie aus. Speziell in diesen Bereichen lohnt es sich, genau hinzusehen. Wer langfristig rechnet und sparen will, muss in einigen Bereichen auch investieren. Außerdem: ökologisch gebaute Häuser haben einen hohen Wiederverkaufswert.

Fazit

Bei der Innenausstattung kosten einfache Produkte nur einen Bruchteil dessen, was schöne Sonderprodukte leisten, sind aber qualitativ genauso gut. Manchmal ist man sogar mit Restposten gut bedient. Solche "Bauteile" können auch leicht einmal ersetzt werden. Bei Baumaterial für Haus lohnt es sich manchmal, etwas mehr zu bezahlen, um sich später Reparatur- oder andere Folgekosten zu ersparen.