Fertigparkett — seine Vorteile und seine Nachteile

Parkett aus massivem Holz überdauert, wie jedermann sehen kann, wenn er durch ein altes Schloss geführt wird, ohne weiteres zwei oder drei Jahrhunderte. Das Verlegen der kurzen und schmalen Parkettstäbe war und ist allerdings Arbeit für Spezialisten. Echtes Parkett ist folglich hinsichtlich Kaufpreis und Kosten der Verlegung schon in den Bereich des Luxus anzusiedeln. Die holzverarbeitende Industrie hat deshalb als Alternative Fertigparkett auf den Markt gebracht, das für den normalen Häuslebauer erschwinglich ist und auch in Eigenleistung verlegt werden kann.

Wie fast jedes Produkt, hat auch das Fertigparkett seine Vor- und seine Nachteile. Die Vorteile überwiegen jedoch bei weitem die Nachteile. Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit dem Herstellungsverfahren. Fertigparkett wird in üblichen Längen zwischen ca. 1.200 und 2.400 mm und in Breiten zwischen ca. 110 und 200 mm angeboten. Man kauft also keine einzelnen Stäbe, sondern sozusagen Bretter, deren Länge und Breite ein schnelles Verlegen ermöglichen.

Diese „Bretter“ bestehen aus einer Mittellage aus Echtholz, in einigen Fällen auch aus dem Holzwerkstoff HDF (Platten, die aus Restholz von Möbelfabriken und Sägewerken hergestellt werden). Diese Mittellage wird von unten mit einem „Gegenzug“ aus Starkfurnier verklebt. Dieser Gegenzug verhindert, dass sich das Fertigparkett verbiegt oder wölbt.

Das Wichtigste aber ist natürlich die oberste Schicht, die sogenannte Decklage. Und die besteht aus 2,5 bis 3,5 mm starkem Echtholz — sei es aus Eiche, Ahorn, Buche, Kirschbaum oder anderen Edelhölzern. Im Gegensatz zu Laminat, wo der Holzcharakter ja nur ein Druckereierzeugnis ist, geht und steht der Käufer also bei Fertigparkett auf echtem Holz.

Der Vorteil des Fertigparketts liegt einmal im Preis, der um mindestens 50 % geringer ist, als der von massiven Parkettstäben. Der weitere Vorteil ist die bequeme, heimwerkergerechte Verlegungsart mittels Klicksystemen, wie sie fast alle namhaften Hersteller ähnlich wie bei Laminat anbieten. Fertigparkett wird üblicherweise vollflächig verklebt, was natürlich einen optimalen Estrich voraus setzt. Bei schwimmender Verlegung kann Fertigparkett zum Einsatz kommen, bei dem unter den Gegenzug eine Lage Trittschalldämmung kaschiert wurde.

Außerdem bieten die Hersteller verschiedene Varianten an, um die Oberfläche („Decklage“) verschleißfester zu machen. Dazu gehören Lackierungen, Ölen oder „Pasten“ der Decklage oder spezielle Beschichtungen gegen Feuchte und Nässe.

Und die Nachteile? Echtes Parkett kann, wenn die Oberfläche stark strapaziert wurde, geschliffen werden — sogar mehrfach. Das geht bei Fertigparkett nur eingeschränkt und sollte nur bei einer Decklage von 3,5 mm bei vollflächiger Verklebung und dann auch nur von einem Fachmann mit einem Walzen-Schleifgerät vorgenommen werden. Die Anwendungstechniker führender Hersteller weisen die Notwendigkeit, irgendwann einmal Fertigparkett abschleifen zu müssen, als wenig wahrscheinlich zurück und verweisen auf Hersteller-Garantien, die bis zu 30 Jahre Laufzeit haben.

Die Echtholzschichten des Fertigparketts werden von der Industrie natürlich nicht nur naturbelassen angeboten, sondern auch in interessanten Bearbeitungsvarianten. Dazu zählen Lackierungen, so dass Eiche auch „altweiß“ oder dunkelbraun aussehen kann. Weitere Bearbeitungsvarianten sind das Bürsten oder Räuchern des Holzes, so dass die echte deutsche Eiche auch tief dunkelbraun, ja fast schwarz auf dem Boden liegen kann.

Wie bei richtigen Parkettstäben auch, kann sich der Käufer für „ausdrucksstarke“ Oberflächen entscheiden. Dann kauft er eben ein Fertigparkett, dass nicht „Ton in Ton“ eine ausgeglichene Farbe hat bei weitgehend identischen Textierungen („Maserungen“), sondern in dem die natürliche Unterschiedlichkeit ein- und desselben Holzes zum Vorschein kommt durch Farbkontraste, schwache oder deutliche Maserungen oder sogar kleine „Äste“.

Fotos: www.terhuerne.de