Fertighaus-Altbau dünstet aus - was tun?

Petra B.: 1972 haben meine Eltern ein X-Haus gebaut. Seit ca. 4 Jahren kämpfen wir mit einer nicht auszuhaltenden Geruchsbelästigung, von deren Auswirkung mittlerweile auch die gesamten Möbelstücke betroffen sind. Im vergangenen Jahr haben wir eine Generalsanierung in den Wohnräumen veranlasst. Neue Tapeten, Teppichböden durch Parkett ersetzt usw. Seit einem halben Jahr setzt sich der widerliche Geruch von neuem durch. Nach Rücksprache mit der Firma X und nach Hausbesichtigung durch einen Bauleiter erhielten wir einen Kostenvoranschlag von 25.000 bis 45.000 Euro für die Hausrenovierung und den Hinweis, dann ein neues Haus zu erhalten. Nach neuerlichen Beschwerden meinerseits, bot uns X-Haus einen Preisnachlass bei Renovierung von 6.000 Euro an. Auf meine Frage, ob die Gerüche dann behoben seien, erhielt ich keine konkrete Aussage. Bitte geben Sie mir einen Rat, wie die weitere Vorgehensweise erfolgen könnte.

Zunächst sollten Sie sich einmal vertraut machen mit den Ursachen für die von Ihnen geschilderten Beeinträchtigungen. Im Info-Teil von "baumarkt.de" finden Sie unter den Überschriften "Formaldehyd...." und "Umweltbelastungen und Schadstoffe...." zwei Beiträge, die Sie sich ansehen und ausdrucken sollten. Der von Ihnen benannte Hersteller hat 1972 Materialien verwendet, die ausdrücklich bauamtlich zugelassen waren. Es wurde also nichts Verbotenes eingebaut. Im Nachhinein wurde festgestellt, daß insbesondere Platten aus Holzwerkstoff belastet sein können und "ausgasen". Solches sehr ärgerliche Versagen der Prüfinstitute und möglicherweise auch des für die Baustoffprüfung eigens eingesetzten Bundesamtes müssen nicht nur Sie auslöffeln, sondern auch die Hersteller, die guten Gewissens gehandelt haben und sehr oft ungerechtfertigt angegriffen wurden. Pannen gab es auch im Massivbau. Man denke an sog. Tonerde-Schmelzzementplatten der 60-er Jahre, die später die Angewohnheit hatten, wie ein Kartenhaus zusammenzufallen. Woher der Geruch kommt, können wir aus der Distanz nicht feststellen. Daß der Hersteller sich bereit erklärt, nach so langer Zeit tätig zu werden, spricht für ihn. Das Unternehmen ist uns dafür bekannt, daß die heute verwendeten Materialien einwandfrei sind. Sie können die Sanierung mit einem Sachverständigen für Holzbau bewerkstelligen, wenn Sie den Eindruck haben, daß Ihnen der Hersteller Auskünfte schuldig bleibt. Solche Sachverständige finden Sie im Info-Teil von "fertighaus.de". Da diese Experten aber Geld haben wollen, ist das Honorar für die Beratung vorher schriftlich zu vereinbaren, damit Sie keine böse Überraschung erleben.