Fensterrahmen und ihre Oberflächen

Fenster gewähren Ein- bzw. Ausblicke, sorgen für Licht und sollen den Lärm möglichst draußen lassen. Drinnen dagegen soll die Wärme bleiben, die durch Heiz- oder Sonnenenergie für Wohlbefinden sorgt. Neben dem Glas (hier erfahren Sie mehr) müssen auch die Fensterrahmen daher den strengen Wärmeschutz-Anforderungen der Energieeinsparverordnung gerecht werden. Fensterrahmen können aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Stahl bestehen. Es gibt aber auch Mischkonstruktionen, die außen beispielsweise eine Aluminiumschale haben und innen aus Holz sind. Wie Form, Größe und Anordnung der Fenster, ist das Material des Rahmens letztlich meist eine Geschmacksfrage. Die Lebensdauer der Fensterrahmen ist bei hochwertiger Ausführung trotz unterschiedlicher Eigenschaften nahezu gleich.

Bezüglich des Wärmeschutzes wurden in den vergangenen Jahren Fensterrahmen aus allen Materialien optimiert. Massives Holz dämmt von Natur aus gut. In manchen Profilen steckt zusätzlich noch ein Kern aus Polyurethanschaum. Kunststoffprofile haben luftgefüllte Kammern, die über die Wärmedämmeigenschaften mit entscheiden. Standard waren früher drei Kammern, heutzutage werden vier bis fünf Untergliederungen für eine bessere Wärmedämmung eingesetzt. Ein Dämmkern sorgt in manchen Profilen für zusätzlichen Wärmeschutz. Aluminiumfenster werden durch einen Kunststoffschaum oder durch die Verbundweise Aluminium-Holz gedämmt. Ungedämmte Aluminiumfenster zeichnen sich hingegen durch einen sehr großen Wärmedurchgang durch den Rahmen aus. Dies führt zum Wärmeverlust und zum Beschlagen des Fensters von der Innenseite.
 

Holzfenster


holzfenster.jpg Fenster aus Holz sind das klassische Fensterbaumittel. Sie stehen für Behaglichkeit. Das Verhältnis von hoher Festigkeit und geringem Gewicht ist sehr günstig. Weiterhin sind Holzfenster atmungsaktiv und bieten wie bereits erwähnt eine gute bis sehr gute Wärmedämmung. Es eignet sich allerdings nur Holz mit bestimmten Eigenschaften. Es muss gleichmäßig gewachsen und von geringer Astigkeit sein. Zudem muss es ein gutes Stehvermögen sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pilze, Insekten, Witterungseinflüsse und mechanische Einwirkungen aufweisen. Weitere Qualitätskriterien sind: Das Holz muß genügend fest, gut zu bearbeiten, gut zu imprägnieren und sich gut anstreichen lassen. Weitgehend diese Eigenschaften haben die Holzarten Kiefer, Fichte, Douglasie oder Sipo Mahagoni.

Holzfenster sind maßhaltige Bauteile, das heißt sie dürfen nicht zu stark quellen und schwinden. Dazu müssen sie immer mit Lacken oder Lasuren beschichtet sein. Zunächst soll die Oberflächenbeschichtung das Holz vor Feuchtigkeit von innen und außen schützen. Auch Schutz vor Wärme und Kälte, UV-Strahlung, Pilzbefall oder chemischer und mechanischer Beanspruchung sind Aufgaben der Oberflächenbeschichtung. Mit unterschiedlicher Farbgebung tragen Lacke und Lasuren auch zur Gestaltung der Fassade bei. Um die Funktionssicherheit und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Oberflächenbehandlung notwendig.
 

Kunststofffenster


kunststofffenster.jpg Kunststofffenster sind meist aus PVC oder Polyurethan (PU). Fenster aus PU ergeben zusammen mit modernem Isolierglas sehr gut wärmedämmende Fenster - oft besser wärmedämmend als Holzfenster. Sie besitzen meist einen Metallhohlkern aus Aluminium oder Stahl. Ummantelt ist dieser Kern mit einer etwa 10 mm dicken Pur-Hartschaumschicht. Die Oberfläche ist beschichtet mit einem Farblack auf PUR-Basis. PVC-Fenster bestehen aus Hohlprofilen mit Wanddicken zwischen 2 mm und 4 mm. Dabei unterscheidet man Ein- und Mehrkammersysteme. Einkammersysteme haben nur eine Luftschicht zwischen innerer und äußerer Profilwand. Die Wärmedämmung ist demzufolge schlechter als bei Mehrkammersystemen, wo mehrere Kammern hintereinander liegen. Auf der Abbildung ist ein Fenster mit Mehrkammersystem von Weru zu sehen.

Kunststofffenster besitzen eine lange Lebensdauer bei geringem Pflegeaufwand. So müssen sie beispielsweise nie gestrichen werden. Kunststoffe sind gegen Korrosion, viele Säuren, Laugen sowie Abgase und Reinigungsmittel beständig, allerdings kann UV-Bestrahlung zu Verfärbungen führen. Fenster aus weißem Kunststoff sind dabei am wenigsten anfällig. Bei homogen eingefärbtem PVC treten höhere Belastungen des Materials auf. Dies liegt an der erhöhten Temperaturaufnahme und Wärmedehnung bei Sonneneinstrahlung. Dadurch kann es zu Funktionsstörungen beim Fenster kommen. Als Alternative zu homogen durchgefärbten Kunststoffen kann die Oberfläche mit Acrylfarbe oder Dekorfolien beschichtet werden. Dies kann auch nachträglich geschehen. Oft ist die Oberfläche dieser Fenster kratzfester als eine reine Kunststoffoberfläche. Auch die Farbbeständigkeit ist häufig besser.
 

Aluminiumfenster


aluminiumfenster.jpg Fenster aus Aluminium sind langlebig, wert- und witterungsbeständig sowie nahezu wartungsfrei. Darüber hinaus sind Aluminiumfenster sehr leicht und dennoch stabil. Es gibt Fenster in vielen verschiedenen Farben. Die Farbe verändert sich selbst nach jahrelanger Sonneneinstrahlung nicht. Bei der Herstellung der Fenster wird allerdings sehr viel Energie verbraucht. Auch die Dämmeigenschaften sind schlechter als bei Holz- und Kunststofffenstern. Die Wärmedämmung kann durch den Einbau von Kunststoff oder den Verbund mit Holz verbessert werden. Auf den Abbildungen sieht man Querschnitte durch Aluminiumfenster von Biffar. Das rechte Fenster ist in der Verbundbauweise Aluminium-Holz ausgeführt. Aluminiumfenster sind teurer als Holz- oder Kunststofffenster. Dies wird durch die längere Lebenserwartung jedoch ausgeglichen. Die Oberfläche des Aluminiums wird auf verschieden Weise behandelt, wie Einbrennlackieren, Eloxierung und Pulverbeschichtung. So wird einerseits der Korrosionsschutz sichergestellt und andererseits das Aluminium eingefärbt.

Beim Einbrennlackieren werden die Aluminiumteile mit einem widerstandsfähigem Lack überzogen, der bei hohen Temperaturen getrocknet wird. Jede erdenkliche Farbe ist auf diese Weise möglich. Bei der Eloxierung wird die Oberfläche des Aluminiums in einem Säurebad durch Einwirkung von elektrischen Strom in Aluminiumoxid umgewandelt. Diese Oxidschicht ist sehr hart, abriebfest, licht- und witterungsbeständig. Gegen organische und anorganische Lösungsmittel ist sie sehr widerstandsfähig. Empfindlich ist die Eloxalschicht allerdings gegen Säuren und Laugen. Beton und Kalk sollte daher nicht mit dem Aluminium in Kontakt gebracht werden, da sie Schäden an der Oxidschicht hinterlassen. Die dritte Möglichkeit, die Oberfläche vor Korrosion zu schützen, ist die Pulverbeschichtung. Dabei wird mit elektrolytischen Verfahren trockenes Pulver auf das geerdete Werkstück aufgesprüht und im Trockenofen verschmolzen. Dadurch entsteht ein äußerst gleichmäßiger Lackfilm auf der Metalloberfläche. Pulverbeschichtete Metalloberflächen sind besonders schmutzabweisend und robust.
 

Stahlfenster


stahlfenster.jpg Fenster aus Stahl werden im privaten Wohnbereich kaum verwendet. Dies liegt zum einen an der hohen Wärmeleitfähigkeit und zum anderen am Gewicht von Stahl. Wie bei Aluminiumprofilen gibt es auch wärmegedämmte Stahlprofile. Für Keller, Garagen und andere Nutzräume eignen sich Stahlfenster wegen ihrer robusten Konstruktion und Langlebigkeit jedoch sehr gut. Zum Schutz vor Korrosion wird die Oberfläche verzinkt oder pulverbeschichtet. Das Verzinken ist eine der häufigsten Oberflächenbehandlungen von Stahloberflächen. Nach Aufbringen eines Haftgrundanstriches kann die verzinkte Oberfläche mit Lacken farbig gestaltet werden.