Fenster vergrößern oder nachträglich einbauen, Mauerdurchbruch machen?

Carmen: "Wir haben in Portugal ein Haus (4 Jahre alt) gekauft. Nun würden wir gerne die vorhandenen Fenster vergrößern und auch nachträglich Fenster einbauen. Dies soll im DG und im EG erfolgen. Weiterhin möchten wir das Wohnzimmer, ein Zimmer, und den Flur komplett nach vorn erweitern, d.h. Durchgang durch die ehemaligen Fenster (bis Fußboden) vom alten Bau in den Anbau. Das Satteldach liegt parallel dazu. Ich hoffe, dass war jetzt verständlich. Hier sagt leider jeder Handwerker: "Ja, das geht, kein Problem!" und mitten drin merken die dann doch, auweia, das geht ja doch nicht und das ist mir zu riskant. " 


Antwort von Karl: "Ich nehme einmal an, das Haus ist ein Ziegelhaus. Wenn das so ist, geht das nicht ganz ohne kleine Probleme, oder besser gesagt braucht man einiges an Erfahrung, denn Fenster nachträglich vergrößern oder neu einbauen bedingt, dass ein sogenanntes Überlager (Sturz) oberhalb der Fensteröffnung eingesetzt wird, damit das Loch also praktisch abgestützt ist. Das heißt, bevor das Loch für das Fenster gemacht wird, muss oberhalb ein Schlitz bis zur Mitte der Mauer gestemmt werden, wobei dieser um ca 30 cm breiter als das Fenster sein muss. Damit es dann links und rechts 15 cm aufliegt. Dann wird das Überlager eingelegt und im Mauerwerk verankert dann alles von der anderen Seite. ( 2 Überlager 1xAussen 1xInnen je halbe Mauerstärke) Wenn das nicht gemacht wird besteht die Gefahr, dass die Mauer einstürzt oder das Fenster durch den Druck von oben springt. Bei vorhandenen Fenstern, die nur herausgenommen werden, um einen Durchgang zu schaffen muss ein Überlager ja schon eingelegt sein und wenn die Lichte nicht verbreitert wird, dann können die Ziegel unterhalb weggenommern werden. Sollte der Begriff Überlager unbekannt sein, dann einmal bei einem Baustoffhändler zeigen lassen. Generell bin ich der Meinung, dass auch in Portugal schöne Häuser gebaut werden und die Fachkräfte werden wissen, was sie tun, aber wenn man selber dafür interessiert, kann es nicht schaden."