Fenster im neuen Fertighaus laufen feucht an

Sally W.: "Wir sind im November 2002 in unser neues Fertighaus eingezogen. Morgens müssen wir feststellen, dass alle Fenster feucht angelaufen sind. Natürlich haben wir Ihre hier veröffentlichten Lüftungstipps befolgt. Das größte Problem ist der Wintergarten. Dieser ist aus Holz und hat jetzt schon in den Silikonfugen Schimmel angesetzt. Bitte geben Sie mir Tipps, wie wir den Schimmel am besten bekämpfen und Neubildung vermeiden können. Kann es daran liegen, dass der Wintergarten nicht beheizt wird?"

Antwort des Baumarkt-Teams: "Hallo Sally,
Ihr Problem wird ein bundesweites - nicht nur für Fertighäuser. Denn die EnEV schreibt ab 1. Januar 2003 das absolut luftdichte Haus vor.

Schimmel kann sich nur dann bilden, wenn feuchtwarmer "Dampf" entsteht, also Wasser zum Kondensat wird. Es kann feuchtwarme Luft (im Sommer) von außen in das Haus dringen (speziell in den kühlen Keller) und sich dort an einem kalten Plätzchen ablagern.

Umgekehrt kann sich im Winter warme Innenluft, die nicht entweicht oder nicht ausreichend entweicht, in den Räumen ein kühles Plätzchen suchen. Da Fensternischen immer kälter sind als andere Bauteile, findet man solche Feuchtnester besonders häufig in Fensternähe oder an der Innenseite von Außenmauern (Nordmauern).

Bei Ihrem Wintergarten ist das Problem einfach einzugrenzen. Ein Wintergarten ist immer temperiert, also herrscht hier im Winter 15° plus und draußen 8° minus. Offenbar hat Ihr Wintergarten keine oder nur eine unzureichende Lüftung. Die warme Raumluft kann nicht entweichen und läßt sich als Kondensat irgendwo nieder. Belüftungsschlitze in Bodennähe und eine Belüftungsöffnung im verglasten Dach können für Luftzirkulation und für Abhilfe sorgen. Da sich die Holzprofile und die Silikonabdichtung unmittelbar am kühlen Fenster befinden, sind beide Materialien "runtergekühlt". An einer glatten Scheibe setzt sich Schimmel nicht ab - dann eben dicht daneben auf den Fugen oder am Holzrahmen."