Farbbeschichtung blättert von der Fassade ab

Die Redaktion von baumarkt.de hat sich wiederholt mit der Fassadengestaltung beschäftigt und deren Todsünden, die allenthalben in unseren Städten zu sehen sind. Insbesondere verdreckte Elemente aus Sichtbeton, von „fortschrittlichen“ Architekten zwischen 1960 und 1980 bevorzugt in die Fassaden eingebaut, sind ein Thema. Diesmal wollen wir uns mit fehlerhaften Beschichtungen von Putzfassaden beschäftigen — und mit einer einwandfreien und richtigen neuen Beschichtung.

fassadenschaden-patrizierhaus.jpg Es beginnt alles mit einem feinen Haarriss in der Beschichtung. Vom Haarriss ist es nicht weit zum Aufplatzen des trockenen Anstrichfilms — und das führt unweigerlich zum Abblättern der Farbe, wie es auf dem Foto eines sog. Patrizierhauses „richtig schön“ zu sehen ist. Blättert die Farbe ab, ist der Untergrund, also die verputzte Fassade, den Witterungseinflüssen schutzlos ausgeliefert. Die Ursache für einen derartigen Fassadenschaden sind vielfältig. Es kann an der fehlenden Grundierung der Fassade liegen. Die Fassadenfarbe kann aber auch zu stark verdünnt oder zu dünn aufgetragen worden sein. Eine schlechte Farbe mit mangelhafter Elastizität und schlechtem Haftungsvermögen kann ebenfalls der Grund sein

Für solche Schäden kann auch das „superschöne“ heiße und trockene Wetter verantwortlich sein. Was für die Eisdiele gut ist (denn dann kommen die Kunden in Scharen), ist selbst für eine hochwertige Fassadenfarbe schlecht. Bei heißem Wetter trocknet die Farbe viel zu schnell, so dass sie keinen gleichmäßigen Film bilden kann.

fassadenschaden.jpg Sind bisher nur Risse in der Beschichtung festzustellen, die nicht bis auf den Putzuntergrund gehen, können die abgeblätterten Farbfetzen vorsichtig mit einem Schaber oder einer Drahtbürste entfernt werden. Damit der neue Anstrich nicht wieder einreißt, müssen die Ränder vorsichtig beigeschliffen werden. Wenn das geschehen ist, kann die Schadstelle überstrichen werden.

Bei tiefer gehenden Rissen in der Fassadenbeschichtung und einem schon großflächig fortgeschrittenen Schadensbild (wie auf dem großen Foto) ist ein Neuanstrich erforderlich. Die alte Farbe muss natürlich runter. Bei einem Einfamilienhaus schafft das der Heimwerker mit einem Schaber oder einer Drahtbürste, wenn er sich dafür auch viel Zeit nehmen muss. Vorsicht ist geboten beim Einsatz von Bohrmaschinen mit Metallbürsten-Einsätzen, den sogenannten Topf- oder Zopfbürsten, denn ehe man sich versieht, hat man eine Vertiefung in den Putz geschruppt. Ist die alte Beschichtung runter, muss eine Grundierung aufgetragen werden und danach eine hochwertige, für den Außenbereich hergestellte Acrylatfarbe als Deckanstrich.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de