Die richtige Schleifmaschine für jeden Einsatzbereich

Schleifen

Handschliff mit Schleifpapier und Schleifklotz oder Schleifen mit einer Maschine? Diese Frage stellen sich viele Heimwerker, wenn sie ihre Gartenmöbel auf Vordermann bringen oder alten Lack von den Treppenstufen entfernen wollen. Das Schleifen mit der Hand ist sicherlich günstiger. Auch der feine Zwischenschliff läßt sich beim Handschliff besser steuern. Bei komplizierten Flächen kommt man mit der Hand häufig ebenfalls schneller voran. Doch sollen große Flächen geschliffen oder rohe Holzoberflächen geebnet werden, stößt man bald an seine Grenzen - eine Maschine muss her. Welche Schleifmaschine ist die beste für deinen Zweck? Wir geben dir alle Informationen, sodass du die richtige Wahl treffen kannst.

Alle Schleifmaschinen im Überblick

Neben  Heimwerker-Maschinen gibt es Profi-Schleifmaschinen. Mit diesen werden Estriche glattgehobelt, Kleberreste heruntergeholt und Parkett geschliffen. Man unterscheidet beispielsweise Einscheiben-, Dreischeiben- oder Randschleifmaschinen. Alle Geräte kann man auch leihen. Mit stationären Maschinen arbeitet man in Schreinereien oder anderen holzverarbeitenden Firmen. Verwendete Geräte sind Langband-, Breitband- und Kantenschleifmaschinen. 

Alles Wissenswerte zum Schleifen von glatten Oberflächen sowie über Feilen und Raspeln stellen wir dir in gesonderten Beiträgen vor.

Bandschleifer

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Mit dem Bandschleifer können innerhalb kürzester Zeit große Flächen plangeschliffen werden. Allerdings besteht dabei die Gefahr, daß bei ungleichmäßiger Führung Furchen in das Werkstück geschliffen werden. Daher sollte bei breiteren Werkstücken die Fläche leicht schräg zur Maserung abgefahren werden. Im Vergleich zu den anderen Schleifmaschinen bringt der Bandschleifer die höchste Flächenleistung. Ebenes Holz, Balken und Bretter können in mittlerer und grober Schliffgüte geschliffen, Stahlblech entrostet werden. Ein geschlossenes Schleifband wird von der Maschine mit etwa 200 bis 400 Metern pro Minute bewegt. Bei stationärer Verwendung des Bandschleifers können auch kleinere Werkstücke und Leisten bearbeitet werden. In das Gehäuse ist häufig ein Zweithandgriff für die unterstützende Führung integriert. Ein mitgelieferter Staubfangsack bewirkt sauberes und staubarmes Arbeiten. 

Winkelschleifer

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Nur sehr grobe Schleifarbeiten sind mit dem Winkelschleifer möglich. Mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 11.000 Umdrehungen pro Minute dreht sich die Schleifscheibe um die eigene Achse. Ebenes oder gewölbtes Holz kann mit der Fiberschleifscheibe oder einer HM-Schleifscheibe mehr oder weniger grob bearbeitet werden. Metall wird mit Fiberschleifscheiben, Fächerschleifscheiben und Schruppscheiben mittel bis grob geschliffen. Die Schleifscheiben bei Winkelschleifern schraubt man fest. 

Schwingschleifer

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Geringe Abtragsleistungen mit einem feinen Schliffbild erzeugen Schwingschleifer. Sie sind daher nur für den Feinschliff geeignet. Schwingschleifer haben eine rechteckige Schleifplatte, die in Schwingung versetzt wird. Zum Schleifen führt man die Schleifmaschine in kreisenden Bewegungen über das Werkstück. Auf der Schleifplatte wird ein Schleifpapier befestigt, das je nachdem, ob Holz, Metall oder Lack geschliffen werden soll, unterschiedlich beschichtet ist. Welches Schleifpapier für welches Material geeignet ist, erfahren Sie hier. Für eine sehr feine Schliffgüte kann bei einem Schwingschleifer ein Schleifvlies verwendet werden. Es gibt auch Modelle mit Staubabsaugung, die ein sauberes Arbeiten ermöglichen. 

Exzenterschleifer

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Beim Exzenterschleifer dreht und bewegt sich die runde Schleifscheibe gleichzeitig hin und her. Dabei führt sie eine exzentrische Bewegung aus. Diese Schleifmaschine liefert eine gute Abtragsleistung und ein feines Schliffbild zugleich. Vor allem auch gewölbte Flächen lassen sich sehr gut schleifen. Dabei ist es der Maschine egal, ob es sich um Holz, Lack oder Metall handelt - die Wahl des richtigen Schleifpapiers vorausgesetzt. Für Heimwerker, die sich nur eine Schleifmaschine zulegen möchten, ist der Exzenterschleifer daher ideal. Er bietet das beste Verhältnis zwischen Abtragsleistung und Oberflächengüte. Geschliffen wird in kleinen, ovalen Bewegungen. Dabei darf nicht zu stark auf das Gerät gedrückt werden, da sich der doppelt gelagerte Schleifteller sonst nicht frei bewegen kann und es zu unnötigen Schleifriefen kommt. Bei Einsatz des richtigen Schleifpapiers reicht normalerweise schon das Gewicht des Geräts aus, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. 

Deltaschleifer

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Der Deltaschleifer hat seinen Namen der Form des Schleiftellers zu verdanken, der dem griechischen Buchstaben Delta (?) nachempfunden ist. Die Schleifplatte hat drei gleichgroße, konvex gebogene Seitenkanten. Sind die Kanten gerade, wird er auch als Dreieckschleifer bezeichnet. Deltaschleifer arbeiten wie Schwingschleifer, sind jedoch wegen der Form und der Größe des Schleiftellers Spezialisten für Ecken und Winkel. Auch schwer zugängliche Flächen, z.B. Lamellen von Fensterläden, können mit einem Delta-Schleifer und einer entsprechenden Verlängerung bearbeitet werden. 

Tellerschleifer

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Mit Tellerschleifer werden unterschiedliche Geräte bezeichnet. Ein Tellerschleifer kann, wie auf der Abbildung zu sehen, ein Handschleifgerät sein. Es gibt jedoch auch stationäre Tellerschleifmaschinen und welche mit denen man Parkett schleifen kann. Diese sind wesentlich größer und haben einen oder drei Teller. Dementsprechend werden sie auch Einscheiben- oder Dreischeiben-Schleifmaschinen genannt . Der runde Schleifteller ist bei allen Geräten jedoch gleich. Bei der Handschleifmaschine dreht sich der Schleifteller nur und bewegt sich nicht noch zusätzlich. Durch die Drehbewegung erreicht man eine hohe Abtragsleistung. Das Gerät wird verwendet zum Entfernen von Anstrichen und Lackresten, Planschliffe sind damit allerdings nur schwer herzustellen. Der Exzenterschleifer eignet sich hierfür besser.

Einscheiben-Schleifmaschine

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Ein Alleskönner ist die Einscheiben-Schleifmaschine. Für Grobarbeiten wie das Schleifen von Beton oder Estrichen ist sie ebenso geeignet wie für den Fein- und Lackzwischenschliff von Parkett - je nachdem, welche Schleifscheibe eingesetzt wird. Auch Naturstein läßt sich mit der Einscheiben-Schleifmaschine schleifen. Sie ist ein Tellerschleifer, das heißt sie hat einen runden, rotierenden Schleifteller.


Dreischeiben-Schleifmaschine

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Auch die Dreischeiben-Schleifmaschine ist als Allround-Maschine zu betrachten. Sowohl Holzböden als auch Natursteinböden lassen sich mit der Maschine schleifen. Sie ist leistungsstärker als die Einscheiben-Schleifmaschine und zeichnet sich durch die meist vorhandene Kontrarotation der drei Schleifteller mit einem hervorragendem Schleifbild aus. Die Maschine wird von der Unterbodenbehandlung über den Grob- und Planschliff bis zum Mittel-, Fein- und Polierschliff eingesetzt.

Randschleifmaschine

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Überall dort, wo Einscheiben- oder Dreischeiben-Schleifmaschinen nicht mehr hinkommen, wird die Randschleifmaschine eingesetzt. Sie eignet sich aufgrund ihres geringen Eigengewichts und ihrer Wendigkeit für das Schleifen von Holztreppen, Rändern, Ecken und der Heizkörperbereiche von Holzböden. Ein solches Spektrum läßt sich allerdings nur abdecken, da es verschiedene, leicht austauschbare Aufsätze gibt. Aufgrund ihrer universellen Einsatzmöglichkeiten ist die Randschleifmaschine sowohl im professionellen Bereich, als auch im Vermietsektor geschätzt. 

Walzenschleifmaschine

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Die ersten Schleifmaschinen zum Schleifen von Parkett waren Walzenschleifmaschinen. Sie sind robust und leicht zu handhaben. Als Schleifmittel werden bei dieser Schleifmaschine Endlosbänder verwendet. Es ist also kein lästiges Einspannen von Schleifblättern nötig. Sie ist geeignet zum Abschleifen von alten und neuen Holzfußböden. Dieser Maschinentyp ist bedienerfreundlich und wird deshalb gerne als Leihmaschine eingesetzt, neigt jedoch bei unsachgemäßer Handhabung zum Wellenschliff. 

Langbandschleifmaschine

Die Langbandschleifmaschine ist eine große, stationäre Schleifmaschine. Geschliffen wird mit einem endlosen Schleifband mit einer Länge von 7m bis 8m und einer Breite von 15 cm. Das Schleifband wird zwischen zwei Rollen eingespannt, wobei eine Rolle mit dem Antriebsmotor verbunden ist. Das Schleifband läßt sich unterschiedlich fest spannen. Ist es elastisch gespannt, können auch leicht gewölbte Werkstücke geschliffen werden. Eine weniger elastische Spannung eignet sich für Flächenschliffe. Ebenfalls eine Langbandschleifmaschine ist die Doppelbandschleifmaschine, bei der zwei Schleifbänder nebeneinander angeordnet sind. Vorschliff und Feinschliff können so ohne Bandwechsel durchgeführt werden. Manche Maschinen haben eine Sprüheinrichtung zum Naßschliff von Lacken oder Kunststoffen. Dabei wird das laufende Schleifband mit Schleifflüssigkeit benetzt und entstehender Schleifschaum sofort abgespült. 

Kantenschleifmaschine

An dieser stationären Schleifmaschine werden Furnier- und Massivholzkanten geschliffen. Die Kanten können gerade, schräg oder geschweift sein. Bearbeitet werden die Kanten meist vor dem Flächenschliff. Ein endloses Schleifband läuft über zwei senkrecht gelagerte Schleifbandrollen. Der Arbeitstisch läßt sich in Höhe und Neigung zum Schleifband verändern. Lange, gerade Werkstücke werden am Schleifband entlanggeschoben, kurze gerade Werkstücke werden in ihrer gesamten Länge an das Schleifband gedrückt. 

Breitbandschleifmaschine

Zum Schleifen von Vollholzflächen, rohen und furnierten Holzwerkstoffen sowie lackierten Oberflächen eignet sich die Breitbandschleifmaschine. Bei dieser stationären Maschine sind waagrecht ein oder mehrere endlose Schleifbänder untergebracht. Die Schleifbänder können eine unterschiedliche Körnung besitzen, so daß unterschiedliche Schliffe in einem Durchgang gemacht werden können. Die Schleifbänder oszillieren während des Schleifvorgangs. Dies erhöht die Schleifqualität und verhindert ungleichmäßige Abnutzung der Bänder. Holzwerkstoffe sind häufig unterschiedlich dick. An der Breitbandschleifmaschine können sie auf eine einheitliche Dicke geschliffen werden. Durch Schleifen mit unterschiedlichem Anpressdruck läßt sich zudem die Oberflächengüte beeinflussen.

Bohrerschleifmaschine

Zum Schleifen von und Schärfen von Bohrern ist die Bohrerschleifmaschine oder der Bohrschleifer gedacht. Das Bohrerschleifgerät kann schnell und einfach Metallbohrer, Holzbohrer oder jede andere Art von Bohrer schärfen.

Doppelschleifmaschine

Die Doppelschleifmaschine ist ein stationäres Gerät mit zwei Schleifbereichen und findet insbesondere bei der Metallverarbeitung Verwendung, wie beispielsweise beim Schärfen von Stechbeiteln oder Bohrern. Links und rechts der Maschine befinden sich jeweils ein Schleifrad in unterschiedlichen Stärken. Damit lassen sich insbesondere Metall-Werkstoffe schleifen, entgraten oder abrunden. 

Multischleifer

Seine Multifunktionalität macht den Multischleifer zu einer der beliebtesten Schleifmaschinen für Heimwerker. Dank verschiedener Bauteile und Aufsätze ist dieser in vielen Bereichen nutzbar. An das Schleifgerät kann beispielsweise eine Dreiecksplatte, ein rechteckiger Schleifschuh oder auch eine Polierscheibe montiert werden. 

Das richtige Schleifpapier

Viele Schleifmaschinen arbeiten mit Schleifpapier. Das Schleifpapier wird entweder geklemmt, geklettet oder geklebt. Das Klemmen von Schleifpapier ist heute kaum mehr üblich. Viel praktischer ist die Klettverbindung, da das Schleifpapier sehr schnell gewechselt werden kann. Bei teilweiser Abnutzung kann es zudem gedreht und die Standzeit somit erhöht werden. Bei größeren Schleiftellern wird die Klettverbindung meist durch selbstklebendes Schleifpapier ersetzt. Durch Reibung gehalten werden wiederum die Schleifbänder von Bandschleifern. Die Schleifscheiben bei Winkelschleifern schließlich schraubt man fest.