Energiesanierter Altbau auf Herz und Nieren geprüft

Die Häuser, die man in den 1950er Jahren errichtete, sind heute noch stille Zeugen von Wohnungsnot und Wirtschaftswunder. Es ging darum, nach dem Krieg Wohnraum zu schaffen und seinen bescheidenen Wohlstand wieder auszuleben. Energieeffizienz war ein Fremdwort. Diese Folgen sind heute zu spüren. Wie energieeffizient lässt sich solch ein altes Gebäude modernisieren und bewirtschaften? Diese Frage hat sich Velux, der weltweit größte Hersteller von Dachflächenfenstern, gestellt und in einem Langzeitexperiment beantwortet.

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Eine vierköpfige Familie hat dafür für zweieinhalb Jahre ein typisches Siedlerhaus der 50er Jahre bezogen. Im Vorfeld wurde es zu einem modernen Nullenergie-Haus modernisiert. Dass Velux vor allem das optimale Nutzen von Tageslicht im Sinn hatte, liegt auf der Hand. Denn dieses wird nach wie vor von vielen Hausbesitzern unterschätzt. Sonne bedeutet nicht nur Licht, sondern auch Wärme. Die Energie der Sonne lässt sich nicht allein über Photovoltaik und Solarthermie nutzbar machen. Dachflächenfenster helfen das Raumklima auf natürliche Weise zu regulieren. Selbst im Winter ist die Wärmewirkung so hoch, dass man die Heizung ein paar Grad kälter stellen kann. Soweit zumindest die Theorie.

Denn Modellrechnungen gibt es viele. Die gehen von optimalen oder durchschnittlichen Lüftungszeiten und Stromverbrauch aus, berechnen daraus den Energieverlust, Heizkosten und, und, und. Die Realität spricht meist eine andere Sprache. Im Alltag lässt man Türen offen stehen oder vergisst, dass man im Badezimmer ein Fenster geöffnet hat. Dass ein Fenster unnötigerweise offen steht, merkt man aber manchmal erst, wenn es zieht oder wenn einem kalt wird.

lichtaktiv-haus_3.jpgDafür hat Velux das LichtAktiv Haus nach modernsten Standards umgebaut und es für einen ausgiebigen Praxistest der Familie überlassen. Wissenschaftlich begleitet wurde das Experiment von den Technischen Universitäten Braunschweig und Darmstadt sowie der Humboldt-Universität zu Berlin. So wurden sämtliche Daten zu Klima, Energieerzeugung und Verbrauch dokumentiert. Auch das Wohngefühl der Bewohner wurde regelmäßig ermittelt.

Überraschend für alle Beteiligten war, dass die Erwartungen übertroffen wurden. So waren die Energieerträge aus den Photovoltaik- und die Solarthermiemodulen nicht nur höher als zuvor berechnet, sondern auch der Heizwärmebedarf geringer als kalkuliert — und das trotz durchschnittlich höherer Innentemperatur im Winter. Die Raumluftfeuchte bewegte sich auch in der Heizperiode auf 45 bis 55 Prozent auf einem als sehr angenehm empfundenen Level. In den Sommermonaten heizte das LichtAktiv Haus dank der natürlichen Querlüftung trotz großflächiger Dachfenster nicht übermäßig auf.

Technische Messwerte sagen natürlich nichts über das subjektive Wohlbefinden der Familie aus. Das Nutzerempfinden wurde nach Methoden der empirischen Sozialforschung durch regelmäßige Interviews, Fragebögen und Logbuch-Notizen ermittelt. Von der Belüftung über die Schlafbedingungen bis hin zur Nachbarschaft wurden zehn verschiedene Faktoren ermittelt, die Einfluss auf das Wohlbefinden im Haus haben. Doch auch hier gab es keine bösen Überraschungen. Das gesunde Raumklima und die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks führten dazu, dass sich die Familie in dem LichtAktiv Haus so wohlfühlte, dass sie es im Anschluss an das Experiment kaufen werden und dort wohnen bleiben.

Mehr Informationen unter www.velux.de