Einen Bauerngarten anlegen: Ein Gemüsegarten wie „Kraut und Rüben“ bietet natürlichen Schutz vor Schädlingen

Das eigene Gemüsebeet ist häufig der ganze Stolz des Hobbygärtners. Umso ärgerlicher ist es, wenn er dann Schädlingsbefall feststellt und seine Ernte in Gefahr sieht. Natürlich könnte man dann zur Chemie-Keule greifen, aber „Bio“ sind Obst und Gemüse dann nicht mehr. Auch gibt es häufig „Kollateralschäden“ und mit den Schädlingen verschwinden auch die nützlichen Insekten. In der Folge ist noch mehr Chemie von Nöten. Doch dagegen ist ein Kraut, bzw. zahlreiche Kräuter gewachsen. Starkem Schädlingsbefall kann man ganz natürlich vorbeugen.

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100%igen Schädlingsschutz gibt es nicht, aber mit Mischkulturen lässt sich der Befall zumindest dahingehend steuern, dass er nicht überhand nimmt. Denn die Schädlinge dienen dem ein oder anderen Nützling auch als Nahrung und die will man ja sicher nicht vertreiben. Das bedeutet natürlich nicht, dass man Blattläuse züchten soll, aber in einem funktionierenden Ökosystem vermehren sie sich auch nicht schlagartig. Wer mit den Pflanzen eine Gleichgewicht schafft, wird während des Sommers kaum Arbeit mit dem Garten haben, da dieser sich selber reguliert. Am einfachsten lässt sich das Gleichgewicht durch Vielfalt herstellen. Auch Insekten und ihren Fressfeinden kann man mit verschiedenen Nisthilfen ein in Städten selten gewordenes Zuhause bieten. Bauanleitungen für Vögel und Tiere im Garten finden Sie in unserem DIY-Bereich.

Denn nur, wenn es im Garten brummt und summt, werden die Pflanzen auch bestäubt. Hinzu kommt, dass man neben gesunden Pflanzen und einer gelungenen Ernte den ganzen Sommer hindurch blühende und wohlduftende Beete hat und im Idealfall auch noch die passende Würze zum knackigen Gemüse. Wenn alles wie „Kraut und Rüben“ durcheinander steht, sieht es meistens auch gefälliger aus, als wenn die die Pflanzen in Reih und Glied wie auf einen Acker angeordnet sind.

Kraut Nachbarschaft Wirkung
Basilikum Tomaten hält Mehltau, weiße Fliegen fern
Kohlarten hält Mehltau, weiße Fliegen fern
hält Mücken fern
Borretsch Gurken lockt Insekten an
Bohnenkraut Bohnenpflanzen hält Schwarze Bohnenlaus fern
Dill Möhren hält Schädlinge fern
Kamille hält Pilze fern
Kapuzinerkresse hält Blattläuse fern
Knoblauch Erdbeeren hält Bakterien und Pilzen fern
Tomaten
Salatpflanzen hält Raupen und Schnecken fern
Lavendel Rosen hält Blattläuse fern
hält Ameisen fern
Pfefferminze Kohlarten hält Kohlweißling fern
Wein hält Mehltau fern
Rettich Lauch hält Lauchmotte fern
Ringelblumen Kartoffeln hält Fadenwürmer, Drahtwürmer fern
Rosmarin Kohlarten hält Kohlweißling fern
Möhren hält Möhrenfliege fern
Salbei Kohlarten hält Kohlweißling fern
Rhabarber
Schnittsellerie Kohlarten hält Erdflöhe fern
hält Raupen fern
Thymian hält Kohlweißling fern
Wermut Lauch hält Lauchmotte fern
Zwiebeln Erdbeeren hält Pilzkrankheiten, Spinnenmilben fern

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So fühlen sich Kräuter wohl

Auch wenn die meisten Kräuter gemeinhin als anspruchslose Pflanzen gelten, ist ihr Standort entscheidend, damit sie sich gut entwickeln. Warme Standorte lassen sich leicht entlang einer Mauer aus Backstein oder Bruchstein realisieren, da diese die Sonnenenergie speichern. Eine Kräuterspirale bietet Kräutern mit unterschiedlichsten Ansprüchen Platz auf kleinem Raum. Alternativ kann man auch eine Kräutertreppe aus Leimholz bauen. Weil es zahl­reiche Kräuter und Untersorten gibt, beschränken wir uns hier auf die gängigen Küchen- und Gartenkräuter.

Kraut Standort Boden
Bärlauch schattig feucht, humus- und nährstoffreich
Basilikum sonnig, windgeschützt trocken, locker, nährstoffreich
Bohnenkraut sonnig bis halbschattig, windgeschützt alkalisch, gut durchwässert, nicht nass
Borretsch warm eher trocken, kalkhaltig sandig
Brunnenkresse sonnig bis halbschattig ständige Wasserzufuhr
Dill sonnig bis halbschattig kalkhaltiger, humus- und nährstoffreicher
Estragon warm, sonnig nährstoffreich, ausreichend bewässert, nicht zu feucht
Fenchel sonnig, windgeschützt nährstoffreich, eher trocken
Kamille sonnig sandig, stark durchlässig
Kapuzinerkresse sonnig, halbschattig, warm nicht trocken
Kerbel halbschattig locker, leicht feucht
Knoblauch sonnig locker, humusreich
Koriander sehr sonnig bis halbschattig kalkhaltig, sandig
Kresse - feucht
Kümmel sonnig bis halbschattig nährstoffreich, kalkhaltig
Lavendel vollsonnig trocken, kalkhaltig
Lorbeer halbsonnig bis schattig gut durchfeuchtet, nährstoffreich
Majoran vollsonnig humus- und nährstoffreich
Minze sonnig bis halbschattig stickstoff- und kalkhaltig, humusreich
Oregano sonnig, warm trocken, kalk- und kieselhaltig
Petersilie sonnig humusreich, durchfeuchtet
Rosmarin sonnig durchlässig, sandig,
Salbei sonnig, warm leicht, nicht zu feucht
Sauerampfer sonnig bis halbschattig mittelschwer, leicht feucht
Schnittlauch sonnenreich bis halbschattig locker, gut durchfeuchtet, humusreich
Schnittsellerie sonnig bis halbschattig humus-, nährstoffreich
Thymian warm, möglichst sonnig, trocken gut durchlässig, sandig
Waldmeister schattig feucht
Wermut sonnig sandig, kalkhaltig
Zitronenmelisse sonnig, windgeschützt humusreich, durchfeuchtet

Hier sind natürlich nur die optimalen Standorte der Kräuter genannt, die nicht unbedingt mit dem optimalen Standort der Pflanzen und Gemüsesorten deckungsgleich sind. Das bedeutet nicht, dass die Kräuter und Pflanzen an anderer Stelle nicht auch wachsen. Dabei sollte man sich entscheiden, ob es einem eher auf eine reichhaltige Gemüseernte und Blütenpracht oder auf aromatische Gewürze ankommt. Aber es spricht ja nichts dagegen, die Gewürze an verschiedene Stellen im Garten zu platzieren.

Foto 1: © Christiane Heuser / pixelio.de
Foto 2: www.fotoatelier-schumacher.de