Effizienz und Ökologie im Einklang — die Holzfaser-Putz-Fassade

Holzfaser-Putz-Fassade Eine schlechte Dämmung der Fassade macht sich jedes Jahr bei der Heizkostenabrechnung im Portemonnaie jedes Hausbesitzers sehr deutlich negativ bemerkbar. Eine zusätzliche Fassadendämmung sehen daher die meisten als positiv an — eben weil es sich durch niedrigere Energiekosten sofort spürbar im eigenen Geldsäckel bemerkbar macht. Immer mehr Menschen ist das aber nicht genug, sondern sie wollen auch etwas für die Umwelt tun. Und das nicht nur, indem sie weniger Energie verbrauchen, sondern auch dadurch, dass sie Produkte aus der Natur verwenden. Eine Holzfaserdämmung ist dann oft die erste Wahl, zumal es bei der Verwendung kaum Einschränkungen gibt. Bei Massivhäusern können Holzfaserplatten ebenso zum Einsatz kommen wie bei Fertighäusern, bei Neubauten ebenso wie bei der Altbausanierung, bei der Putzfassade genauso wie bei der Holzfassade. Wir möchten uns in diesem Beitrag hauptsächlich auf die Holzfaser-Putz-Fassade konzentrieren und diese am Beispiel des STEICOprotect Wärmedämmverbundsystems (WDVS) näher vorstellen.
Ein Holzfaser-WDVS hat mehrere Vorteile. Zum einen sorgt es dafür, dass die Innenwände weniger schnell auskühlen, so dass weniger Energie zum Heizen benötigt wird. Das kann man mit anderen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder Polystyrol aber auch erreichen. Die Holzfaserdämmung hat jedoch im Vergleich zu den genannten Dämmstoffen eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Sie kann also die Wärme speichern, die sich durch die Sonneneinstrahlung bzw. Tagestemperatur tagsüber gebildet hat. In den Abend- und Nachtstunden kühlt die Fassade dann langsamer aus, so dass sich nicht so schnell Tauwasser entwickeln kann. Die Folge von Tauwasserbildung auf Fassaden ist grün — und zwar in Form von großflächigem Algenbewuchs vor allem an der Nord- und Ostseite einer Fassade. Mit einer Holzfaserdämmung passiert das nicht so schnell, wie das Fraunhofer-Institut für Bauphysik herausgefunden hat. Die Gefahr des biologischen Bewuchses der Fassade mit Algen und Pilzen ist bei Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen demnach deutlich verringert.
Der Vorteil eines WDVS ist zudem, dass von der Unterkonstruktion bis zum Putz alles aufeinander abgestimmt ist. Der Hausherr hat somit die Gewähr, dass alles so funktioniert, wie es funktionieren
soll. Im Falle von STEICOprotect bedeutet dies auch, dass von der Dämmung bis zum Putz alles sehr diffusions offen aufgebaut ist. Feuchtigkeit kann sich damit nirgends häuslich niederlassen, weil sie problemlos entweichen kann. So kann es auch nicht zum gefürchteten Schimmelbefall kommen. Im Unterschied zu anderen Systemen, die an die Fassade geklebt werden, bringt man die STEICOprotect Dämmplatten auf einer Holz-Unterkonstruktion an. Damit sind — gerade bei der Sanierung von Mauerwerkswänden — einige Vorteile verbunden. Die Unterkonstruktion sorgt zum Beispiel für eine größere Stabilität, weil die Fassadenlast nicht von den Dämmplatten getragen werden muss, wie es bei anderen Systemen der Fall ist. Auch sind höhere Dämmstärken möglich, da die Dicke der Dämmung nur von der Unterkonstruktion begrenzt ist. Schließlich lassen sich bei dem System mit der Unterkonstruktion auch zusätzliche Installationen verlegen. Antennen- und Stromkabel, Heizungsrohre, Lüftungsrohre und sogar Wasser- und Abwasserrohre lassen sich auf der Außenseite des Gebäudes bequem in der Dämmschicht entlangführen. Ein neues Badezimmer ist somit realisierbar, ohne dass das halbe Haus aufgerissen werden muss.
Dämmschichten
Wie eingangs erwähnt, kann das WDVS sowohl bei Fertighäusern als auch bei Massivhäusern eingesetzt werden. Beim Einsatz im Holzrahmenbau ist innenseitig in der Regel eine 15 mm starke — luftdicht abgeklebte — OSB/3-Werkstoffplatte als Dampfbremse ausreichend. Es sind also keine Folien notwendig. Die Holzfaser-Dämmplatten werden in der Konstruktionsvariante als äußere Bekleidung direkt auf den Holzstielen (siehe Zeichnung 1) montiert. Eine innenseitige Installationsebene ist ebenfalls möglich (siehe Zeichnung 2), sie sollte aus schalltechnischen Gründen jedoch gedämmt sein. Auch auf massiven Holzwänden kann die Holzfaserdämmung angebracht werden. Dabei lassen sich zwei Varianten der Montage unterscheiden: Entweder werden die Dämmplatten direkt flächig auf der Massivholzwand angebrach (siehe Zeichnung 3) oder die Platten kommen auf eine Gefachebene (siehe Zeichnung 4)
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Bei mineralischen Untergründen kann das STEICOprotect WDVS mittels einer zusätzlichen Holzrahmenkonstruktion an der Fassade angebracht werden. Dies ist sowohl im Bereich der Sanierung als auch bei Neubauten möglich. Durch eine Fassadendämmung mit 40 mm Steicoflex-Holzfaserplatten (siehe Zeichnung 2) kann z.B. der U-Wert einer ungedämmten Fassade (siehe Zeichnung 1) von 1,55 W/m²*K auf 0,37 W/m²*K verbessert werden. Mit dickeren Dämmstoffplatten sinkt der U-Wert noch weiter (0,32 bei einer Dicke von 60 mm, 0,28 bei einer Dicke von 80 mm und 0,25 bei einer Dicke von 100 mm). Auch hochgedämmte Außenwände mit Putzfassade sind möglich. Hier empfiehlt sich statt der Unterkonstruktion aus Vollholz eine Unterkonstruktion aus Stegträgern (siehe Zeichnung 3). Durch den schlanken Querschnitt der Stegträger werden Wärmebrücken wirksam vermindert und es lassen sich Dämmstärken von 160 mm und 200 mm realisieren, mit denen der U-Wert auf 0,19 bzw. 0,16 sinkt. Gleiche U-Werte sind auch bei einer hinterlüfteten Fassade möglich (siehe Zeichnung 4). Für eine hinterlüftete Fassade wie z.B. mit einer Boden-Deckel-Schalung wird die gedämmte Unterkonstruktion mit Ausbauplatten aus natürlicher Holzfaser geschlossen. Darauf folgt die Grundlattung, welche die hinterlüftete Fassade aufnimmt. Eine Ausführung mit Vollholz-Unterkonstruktion ist ebenfalls möglich.
Urheber Foto + Zeichnungen: STEICO