Entscheidung für Dachterrasse, Dachgarten, Balkon oder Loggia?

Lieber eine Dachterrasse oder doch lieber einen Balkon, eine Loggia oder gar einen Dachgarten? Vor der Entscheidung stehen viele, die in eine neue Mietwohnung einziehen wollen. Aber auch zukünftige Eigenheimbesitzer stellen sich diese Frage. Wir meinen, es ist an der Zeit, eine klärende Antwort zu geben.

schwoererhaus_dachterrasse.jpgWährend ein Balkon aus einer Fassade hervorragt oder als Anbaubalkon auf „Stelzen“ vor ein Haus gesetzt wurde, liegt eine Dachterrasse logischer­weise auf einem Dach. Das muss aber nicht das Dach eines Hauses sein, es kann sich auch um einen Anbau oder etwa eine Doppelgarage handeln. Denn diese besitzen ja auch ein Dach, meistens ein Flachdach. Fertighaushersteller Schwörer liefert dafür ein Beispiel. Die Terrasse bildet gleichzeitig das Dach eines Freisitzes. Sie ist zwar an das Hauptgebäude angebaut, aber ruht statisch auf einem eigenen Untergeschoss.

Verständlich, dass eine derart großzügige Dach­ter­rasse fast jedem Balkon vorzuziehen ist, zumal der Balkon oft ein Problemfall ist: Zu klein, Feind­ein­sicht, ungünstige Lage, Verteuerung der Miete. Mit einer Loggia verhält es sich nicht besser. Da diese in den Baukörper integriert ist, schützt sie zwar leidlich vor Regen, verschattet aber das dahinter liegende Zimmer. Im Übrigen: Wer will in seiner Loggia sitzen, wenn es draußen stürmt und regnet? Das wird man auf einer Dachterrasse natürlich auch nicht tun, weshalb diese Terrassen eine reine Konstruktion für Schönwetter sind. In Deutschland muss man also in Kauf nehmen, dass ein verregneter August (wie 2014) den Aufenthalt auf Balkon oder Dachterrasse vermiest. Dennoch ist die große Terrasse das wichtigste Argument, wenn es um die Vermietung oder den Verkauf einer Wohnung in einem Stufenhaus geht.

Und da sind wir beim Dachgarten, denn der braucht ja Wasser — wobei sich der Besitzer eines solchen Gartens natürlich auch nicht freut, wenn der Sommer verregnet ist. Der Unterschied zwischen Dachterrasse und Dachgarten besteht darin, dass auf einer Dachterrasse Pflanzkübel stehen können, während auf einem Dachgarten Pflanzen und Büsche wachsen, deren Nährboden sogenannte Dachsubstrate sind. Ein Dachgarten jedenfalls kann als Garten benutzt werden — mit Liegestuhl und allem Drum und Dran. Bei einem Gründach geht das nicht, wobei man übrigens ein Gründach auch selbst anlegen kann.

swisshaus_terrassendach.jpgTerrassenhäuser waren einmal große Mode und sind wieder im Kommen. Die Terrassen bei diesen auch Stufenhäuser genannten Bauwerken — meist Eigentumswohnungen oder teure Mietwohnungen — sind natürlich auch Dachterrassen, wie das Beispielobjekt des Herstellers Swisshaus zeigt. Denn der Bodenbelag einer solchen Terrasse ist gleichzeitig das Dach für die Wohnräume einer anderen Partei eine Etage tiefer. Das bedingt natürlich eine extrem gute Wärmedämmung des Terrassenbodens, damit die Familie im unteren Geschoss keine kalte Zimmerdecke hat, einen wasserdichten Dachaufbau und eine gute Entwässerung.

Kommen wir zurück auf die Ausgangsfrage: Wo es die baulichen und finanziellen Möglichkeiten zulassen, sind Dachterrassen immer den Balkonen vorzuziehen. Loggien machen im heißen Süden viel Sinn, da sie Schatten spenden. Und Dachgärten können nur Menschen genießen, die finanziell besonders gut gestellt sind und viel Zeit (oder einen Aushilfsgärtner) für die Pflege haben.

Fotos: www.swisshaus.ch, www.schwoererhaus.de