Die Planung

Wer glaubt, die Kosten für den Architekten einsparen zu können, der zahlt meist drauf. Der Architekt begleitet den Bauherrn von der Beurkundung eines Grundstücks bis hin zu mängelfreien Übergabe des Bauwerkes durch die Handwerker. Er sollte Ihr Vertrauen haben, in allen Baufragen kompetent und im baurechtlichen Genehmigungsverfahren vorlageberechtigt sein. Dieser Partner ist nicht durch Eigenleistungen einzusparen, er wird den Bauherrn vielmehr bei möglichen Einsparungen beraten können. Seit der Novellierung der Bauordnung ist außerdem die baurechtliche Beratung von größter Wichtigkeit.

Architektenhonorar

Die Bezahlung des Architekten ist in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) geregelt. In der ersten Leistungsphase werden die Voraussetzungen zur Lösung der Bauaufgabe durch die Planung angesprochen. Um hier nochmals auf die Bebauung schwieriger Grundstücke zurückzukommen: Bereits in der Grundlagenermittlung und der Vorplanung liefert der Architekt Skizzen und eine Kostenschätzung nach DIN 276. Diese Kostenschätzung in Verbindung mit dem baureifen Grundstück ermöglicht es jedem Bauherrn, eine Entscheidung für oder gegen einen Grundstückskauf zu treffen. Das für den Planer fällige Honorar ist dabei ein gut investierter Betrag. Was für den Kaufpreis eines Grundstücks, die Erschließungskosten und sämtliche Nebenkosten gilt, kann auch hier günstiger sein. Die Neuregelung der HOAI läßt eine Festpreisvereinbarung für diese Architektenleistungen zu, die Einstufung in den Schwierigkeitsgrad der Honorarzonen ist Verhandlungssache.

Sonderregelungen

Abweichend von den Standardverträgen sind auch folgende Lösungen möglich:

  • Es kann ein höheres Honorar bis zum Höchstsatz der HOAI gezahlt werden, je nachdem in welchem Maß eine vorher festgelegte Baukostensumme unterschritten wird.
  • Für den Fall erheblicher Kosteneinsparungen wird ein Erfolgshonorar vereinbart. Dieses kann als Prozentsatz der eingesparten Baukosten ausgehandelt werden.

Grundriss

Wenn der äußere Rahmen abgesteckt ist, geht es an die eigentliche Grundrißplanung. Spätestens jetzt betritt jeder Bauherr in der Regel Neuland. Gut fährt, wer sich einen erfahrenen Planer sucht, der nachweislich kostengünstig plant, baut und auch noch in der Lage ist, sich an Ihre Kostenvorgaben zu halten.

Raumbedarf

Zunächst sollte das vom Bauherrn gewünschte Raumprogramm gemeinsam mit dem Architekten auf "Sparmöglichkeiten" durchgegangen werden. Hier zeigen sich Möglichkeiten zum Kostensparen auf, an die der Bauherr am Anfang gar nicht denkt.

Keller

Die größten Einsparungen liegen sicher im Verzicht auf den Keller: Aufenthaltsräume im Keller sind nicht zulässig, die Heizung kann günstiger im Dachgeschoß untergebracht werden. In diesem Fall kommt erleichternd hinzu, daß der Kollektor auf dem Dach sein Warmwasser auf kürzestem Weg an den Speicher im Spitzboden übergeben kann, die Wärmeverluste sind hier minimal. Die Angst, ein kalter Fußboden im Erdgeschoß sei der Preis für einen eingesparten Keller, ist unbegründet. Der Baustoffhandel bietet heute ausreichend Möglichkeiten, um diese Probleme auszuschließen. Abstellräume lassen sich zum halben Preis als Nebengebäude in Verbindung mit der Garage oder auch freistehend realisieren.

Heizzentrale

Wer mit einer Bauherrengemeinschaft baut, sollte auch über eine gemeinsame Heizungsanlage nachdenken. Für die Kosten bedeutet dies: eine Zentrale, ein Kamin, ein Gasanschluß, einmal Kaminkehrergebühren. Neben diesen sofortigen Einsparungen kann auch ein günstiger Abnahmetarif für Großverbraucher ausgehandelt werden. Speziell bei Gemeinschaftsprojekten ist der Einsatz von Blockheizkraftwerken sinnvoll und wirtschaftlich. Dies zeigt eine Vielzahl von realisierten Projekten.

Mehrzweckraum

Wohnzimmer mit 35 Quadratmetern als "gute Stube" zum Vorzeigen sind überholt. In der Regel erfüllt im Erdgeschoß eine Küche mit separatem Eßplatz in Verbindung mit einem kombinierten Wohn- und Arbeitszimmer alle Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen. Dem geschickten Planer wird es aber gelingen, diese Räume so anzuordnen, daß für größere Familienfeiern ein entsprechend "zusammenlegbarer" Mehrzweckraum entstehen kann. Man kann sich sogar einen Raum vorstellen, der je nach Bedarf möbliert werden kann. Die Möbelindustrie hat auf diese neue Form des Wohnens bereits reagiert und macht entsprechende Angebote. Auch die Doppelnutzung von Räumen kann durchaus attraktiv sein. Schlaf- und Arbeitszimmer, Eßküchen, Flure als Spielflächen sind hier an erster Stelle zu nennen. Dafür genügt ein Erdgeschoß mit 60 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche vollkommen. Bei gleicher Größe sind dabei im Obergeschoß drei Zimmer mit Bad und Abstellraum möglich. Das "Sparmodell" kommt sogar mit 50 Quadratmetern und weniger zurecht.

Kleiner Bauen

Immer wieder taucht in der Literatur der Vorschlag auf, etwas größer zu bauen und erst in ein paar Jahren das Dach oder den Keller fertig auszubauen. Wer seine Finanzierung sauber aufstellt, wird dabei feststellen, daß "im etwas größeren Haus" viel Kapital gebunden wird, was oft auf Kosten der Qualität im restlichen Gebäude geht. Sinnvoller ist es, eine Nummer kleiner zu planen und dafür in bester Qualität zu bauen. Vorausschauend kann durchaus die Möglichkeit zu einer Erweiterung des Hauses eingeplant werden - wenn es einmal notwendig wird. Diese kostengünstige Planung erhöht zusätzlich auch den Wiederverkaufswert des Hauses.

Klare Linien

Günstig sind immer einfache Baukörper, die sich den Besonderheiten des Geländeverlaufs anpassen. Dies hat Einsparungen zur Folge, angefangen bei einer günstigen Fundamentierung bis hin zu niedrigen Energiekosten aufgrund geringer Außen- und Oberflächen. Vor- und Rücksprünge am Baukörper, Einschnitte, Auf- und Anbauten, Loggien und Gauben kosten wegen der lohnintensiven Bauweise viel Geld, bereiten aber oft bauphysikalische Probleme und sind formal für ein Bauwerk meist unbefriedigend. Die Lösung: weglassen.

Zonierungen

Ein nach den Himmelsrichtungen ausgerichteter Grundriß wird gut funktionieren und spart - zumindest bei den Folgekosten. Aufenthaltsräume nach Süden mit den Solargewinnen am Tag garantieren hohe Wohnqualität und geringe Energiekosten. Untergeordnete Räume im Norden mit niedrigen Raumtemperaturen schaffen einen Puffer zwischen Außenluft und Wohnräumen. Im Norden liegen Windfang, WC, Vorratsraum, Hausanschlußraum.

Leitungs-Zentrale

Hausintern ist eine räumliche Zuordnung von Küche, Bad WC und Haustechnikraum anzustreben. Das garantiert eine zentrale Ver- und Entsorgung der gesamten Installationen, spart Leitungen und Energie.

Planungsgruppe

Um kostengünstig den Markt bedienen zu können, gehen auch Fachleute neue Wege. Niemand erhebt den Anspruch, ein Alleskönner zu sein. Deshalb bilden sich immer häufiger Planungsgruppen, bestehend aus Architekt, Statiker, Haustechniker, Vertretern der Bauindustrie und des Innenausbaus, um gemeinsam und gleichberechtigt nach günstigen, schönen und handwerksgerechten Lösungen zu suchen. Das frühzeitige Einschalten aller am Bau beteiligten Stellen kann ein enormer Gewinn mit Blick auf Kosten und Qualität sein.

Fazit

Planen Sie ihr Haus als einen Organismus, der so einfach wie nur möglich funktioniert. Das spart nicht nur Kosten am Bau, sondern - und das ist wichtig - es reduziert auch die laufenden Kosten. Eine Raumordnung, die dem Bedarf der Familie entspricht, die sinnvoll nach den Himmelsrichtungen orientiert ist und nach Bedarf ohne Aufwand verändert werden kann, spart auch bei Veränderungen der Familiensituation Kosten.