Die eigene Sonnenbank gegen Wintertristesse

Wir sind Sonnenanbeter, meine Frau und ich. Vom Frühjahr bis in den Herbst genießen wir, sobald es die Zeit erlaubt, in unserem Garten die warmen Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Jedes Jahr nehmen wir Abschied, wenn sich die herbstliche Kühle ankündigt und wir sind traurig. Nun dauert es wieder fast ein halbes Jahr, bis uns die Sonne wieder mit ihren wärmenden Strahlen verwöhnt.

Vor einem Jahr haben wir eine Lösung gegen unsere Wintertraurigkeit gefunden. Wie so oft in dieser für uns so tristen Jahreszeit hatten wir uns in die Kristalltherme Bad Klosterlausnitz zurückgezogen und wechselten von einer Sauna zur nächsten. Für die Ruhezeiten zwischen den Saunagängen hatten wir zwei Liegen belegt. Nur unweit von uns entfernt rekelten sich die Badegäste auf den Sonnenbänken und fühlten sich angesichts der wärmenden Infrarotlampen sichtlich wohl. Ich musste schmunzeln und dachte an die Brutkästen, in denen das Junggeflügel aufgezogen wird. Diesen Gedanken schob ich aber schnell wieder beiseite — das war die Lösung unseres Problems.

Zu Hause ließ ich keine Zeit verstreichen und widmete mich unverzüglich der Verwirklichung. Ich bin Handwerksmeister und Heimwerker und mit Werkzeug von der Makita Bohrmaschine bis zum Metabo Winkelschleifer und einer Tischkreissäge ausgestattet. Nach wenigen Stunden war der Entwurf fertig. Ich wollte auf der Galerie im Dachgeschoss unseres Hauses eine Sonnenbank schaffen. Bei unserem Wohnambiente legen wir viel Wert auf Natürlichkeit und haben die Dachschrägen mit einer sichtbaren Balkenlage ausgestattet. Dort wollte ich von der Decke einen Grundkörper aus Profilholz abhängen, in dem ich die Einbaustrahler für die Infrarotstrahler und für dimmbare Tageslichtlampen platzieren wollte.

Beim nächsten Thermenbesuch bestand das größte Problem darin, einen Zeitpunkt abzuwarten, an dem sich keine Badegäste auf den Sonnenbänken ausgebreitet hatten. Ich wollte nicht aufdringlich sein, aber die Typenbezeichnung der Leuchtmittel musste ich in Erfahrung bringen. Schließlich hatte ich auch diese Hürde gemeistert und nur der Bademeister hatte mich fragend angesehen, als ich mir auf einer diesen Sonnenbänke das Genick verrenkte.

In den nächsten Tagen widmete ich mein Interesse den Baumärkten, kaufte das Profilholz ein und fand aber die Auswahl an geeigneten Einbaustrahlern sehr bescheiden. Abhilfe brachte die Bestellung im Onlineshop eines Elektrofachhandels und wenige Tage später hatte ich alle benötigten Materialien bereit liegen.

Der Rest ist schnell erzählt. Makita und Metabo hatten in den nächsten Tagen ein volles Arbeitspensum. Angesichts der Größe des Grundkörpers für die Sonnenbank musste ich alle Arbeiten gleich in unserem Dachgeschoss erledigen und meine Frau dachte schon an alte Zeiten zurück, als sich unser Haus noch im Rohbau befand. Nach einer Woche Bauzeit war unsere Sonnenbank vollendet. Lärm und Schmutz waren vorüber. Seitdem fällt es uns viel leichter, die kalte Jahreszeit zu überwinden. Wenn draußen der Wind pfeift und unsere Dachflächenfenster zugeschneit sind, genießen wir bei einem Glas Rotwein die wärmenden Strahlen auf unserer Sonnenbank.