Der Naturgarten als Oase für Mensch und Tier

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In der Natur hängt alles zusammen. Wenn bunte Blumen auf der Wiese blühen, kommen die Insekten, und wenn die Insekten da sind, kommen auch Vögel und Igel. Das freut den Naturfreund, der seinen Garten so gestaltet, dass sich dort nicht nur Hund und Katze wohlfühlen, sondern auch viele andere Tiere, die mitunter sogar nützlich sind. Doch wie muss ein Garten beschaffen sein, in dem sich Biene, Hummel, Blaumeise und Heckenbraunelle heimisch fühlen? Auf welche Pflanzen kommt es an und warum macht es Sinn, einen Gartenteich anzulegen bzw. anlegen zu lassen?

Buntes Treiben

Klar dürfte sein, dass ein exakt getrimmter englischer Rasen, wie ihn beispielsweise die Tennisprofis in Wimbledon bevorzugen, für Wildtiere keine Attraktion ist. Zumal sich eine moos- und unkrautfreie Optik häufig nur durch den Einsatz diverser Chemiekeulen erreichen lässt. Besser ist da die Wildblumenwiese mit Malven, Mohn und Margeriten sowie verschiedenen Kräutern und Gräsern. Diese Pflanzen locken Schmetterlinge und andere Insekten an, was wiederum dazu führt, dass sich dort auch Vögel und Igel zu Hause fühlen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie sich an einen reich gedeckten Tisch setzen dürfen.

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Nun sind es nicht die Pflanzen alleine, die für ein buntes Treiben sorgen. Will man dauerhaft Tiere im eigenen Garten beobachten, sollte man Burgen und Hotels bauen oder kaufen. Nicht in der Schlossallee, sondern für die grüne Oase hinter dem Haus. Denn Igelburgen und Insektenhotels bieten Schutz und dienen als Überwinterungsmöglichkeit. Schließlich wollen auch Marienkäfer und Florfliege gut durch die kalte Jahreszeit kommen.

Während es im Handel viele verschiedene Insekten­hotels gibt, kann man eine Igelburg in Eigenregie bauen. Dazu fertigt man einen Holzkasten an, der anschließend mit Laub und Zweigen abgedeckt wird. Das kuschelige Versteck wird auch gerne von Kröten und Blindschleichen genutzt.

Gedeckter Tisch

Der Klassiker im Garten ist natürlich das Vogelhaus. Wenn im Winter der Boden gefroren ist und Amsel & Co. kaum oder gar keine Nahrung finden, sind solche Häuschen, die mal an Zweigen aufgehängt und mal im Boden verankert werden, erste Anlaufstelle für hungrige Piepmätze. Da kann es schon mal hektisch zugehen, wenn ein lärmender Trupp Schwanzmeisen an der Futterstelle einfällt und sich um Rosinen und Haferflocken balgt. An der Frage, ob die Tiere auch im Sommer gefüttert werden sollten, scheiden sich allerdings die Geister. Natürlich gibt es reichlich Nahrung, wenn alles grünt und blüht. Aber gegen einen Erdnuss-Snack haben die meisten Vögel auch bei 20 Grad und mehr nichts einzuwenden.

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Apropos steigende Temperaturen: Wenn die Sonne vom Himmel brennt, dann verdunstet das Wasser und die Tiere haben nichts mehr zu trinken. Selbst der letzte Tropfen in der Regenrinne ist aufgebraucht und der nächste Gewitterschauer lässt noch lange auf sich warten. Dann sind Vogeltränken gefragt oder der eingangs erwähnte Gartenteich, der ein flaches Ufer haben sollte, damit kleine Tiere wie zum Beispiel der Igel nicht ertrinken. Ein Teich dient außerdem als Lebensraum für Fische, Frösche und schillernde Libellen. Dass sich auch Mücken in Wassernähe wohlfühlen, ist dagegen weniger erfreulich.

Die stechenden Plagegeister legen ihre Eier gerne in stehenden Gewässern ab. Schlüpfen dann die Larven, ist das ein Festessen für Koi und Goldfisch und auch die Vögel verschmähen nicht die leicht zu erbeutende Kost. Hängt man in unmittelbarer Nähe zum Gartenteich ein oder zwei Nistkästen auf, profitiert auch der gefiederte Nachwuchs von dem zusätzlichen Nahrungsangebot. Im Spätsommer, wenn die letzte Brut ausgeflogen ist, sollten die Kästen gründlich gereinigt werden. Dazu einfach das alte Nest entfernen, gründlich ausfegen und eventuell mit klarem Wasser nachspülen. Dann gibt’s auch im nächsten Jahr eine Piep-Show im Garten.

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