Den Gartenboden verbessern — aber wie?

Frischgebackene Besitzer eines neu gebauten Hauses werden natürlich auch Grundeigentümer. Und dieser Grund macht grundsätzlich Probleme, denn die Bauunternehmen planieren das Gelände mit schwerem Gerät und streuen anschließend, damit es optisch schön aussieht, 10 oder - wenn's hochkommt - 20 cm Mutterboden auf die zusammengepresste Erde.

naturprofi.jpgDass in solch einem Grund nicht alles gut gedeihen will, kann man nachvollziehen. Bevor Sie also mit dem Pflanzen von Gehölzen und Stauden und dem Säen des Rasens beginnen, sollten Sie Ihren Grund und Boden auf Herz und Nieren prüfen. 
Auch wenn Sie kein Gärtner oder Tiefbauingenieur sind, können Sie durch Graben an verschiedenen Stellen des Gartens feststellen:
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  1. Ist der Boden durch Bagger und Planierraupen "verdichtet", also zusammengepresst?
  2. Ist der Boden eher sandig?
  3. Ist der Boden eher "bindig" oder sogar lehmig, was sich am Aushub mit dem Spaten leicht erkennen lässt anhand der gelben Farbe und des festgefügten Klumpens?
Selbst wenn der Bauherr idealerweise guten Ackerboden vorfindet, heißt das nicht, dass er das Gelände nicht mehrfach tief durchfräsen lassen sollte. Dabei wird zwar der vom Bauunternehmer angelieferte und aus optischen Gründen schön verteilte Mutterboden untergepflügt, aber das sollte Sie nicht bekümmern. Das Fräsen lockert den Boden auf - nur so können Gehölze und Pflanzen gut gedeihen. Der Nebeneffekt des tiefen Durchfräsens: Es kommen erstaunliche Dinge zutage, die bei den Bauarbeiten in das Gelände geworfen worden sind: Mauersteine, halbe Waschbecken, Eisen und Draht, Reste von Holzbalken, Dämmstoffe, Lackdosen, Farbeimer usw., usf.

Ist dieser Müll beseitigt, müssen sandige und bindige Böden dringend aufgebessert werden - sonst läuft das Wasser durch den Sand, wie durch ein Sieb. Und bei bindigen Böden bildet sich stauende Nässe und nichts will so recht mehr gedeihen. Doch auch der durchgefräste Ackerboden wird es den Hausbesitzern danken, wenn er mit bestimmten Zuschlägen aufgebessert worden ist.

Universalmittel Torf - richtig oder falsch?

Torf wird von vielen Hobbygärtnern als das Allheilmittel angesehen. Das ist keineswegs der Fall. Zur Verbesserung von Freilandböden sind die Eigenschaften von Torf wie niedriger pH-Wert, geringer Nährstoffgehalt und geringfügiger Besatz mit Bodelebewesen sogar eher abträglich. Zudem ist die verbessernde Wirkung auf die Bodenstruktur aufgrund seiner bodenphysikalischen Eigenschaften nur von kurzer Dauer. Die Verwendung von Torf zur Bodenverbesserung im Garten ist nach dem heutigen Kenntnisstand nicht empfehlenswert. Hinzu kommt ein ökologischer Aspekt. Torf wächst nur sehr langsam nach und der Verbrauch ist weitaus höher als sein Wachstum. Es ist daher abzusehen, wann der Torfvorrat zu Ende geht. Wer seinen Boden verbessern will, sollte statt auf Torf daher besser auf Kompost, Gründüngung oder Rindenhumus zurückgreifen.

Alles Gute für den Boden

Egal ob bindiger Boden, sandiger Boden oder optimaler Ackerboden (in der Fachsprache auch mittlerer Boden genannt) - mit Kompost, Gründüngung oder Rindenhumus kann jedem Boden etwas Gutes getan werden. Wobei einem Sandboden oder Ton- bzw. Lehmboden mehr Aufmerksamkeit zuteil werden muss. Doch dazu später mehr.

Gartenkompost besteht in der Regel aus verrotteten pflanzlichen Abfallprodukten aus dem Garten und dem Haushalt. Gartenkompost ist wesentlich nährstoffreicher als Torf, besitzt einen erheblich höheren pH-Wert und bewirkt eine anhaltende Strukturverbesserung des Bodens. Darüber hinaus ist er Lebensraum für viele Mikroorganismen, die eine hohe biologische Aktivität und eine kontinuierliche Freisetzung von Nährstoffen gewährleisten. Im Gartenkompost sind bei sachgerechter Kompostierung alle für das Pflanzenwachstum notwendigen Haupt- und Spurennährstoffe mit Ausnahme von Stickstoff in ausreichender Menge vorhanden.

Unter Gründüngung versteht man die Ansaat von schnellwüchsigen Einjahrespflanzen, wie Raps, Wicken, Lupine, Senf, Persischer Klee, Seradella oder Phacelia zum Zweck der Bodenverbesserung. Sie bietet die Möglichkeit, "müde" Böden mit neuem Leben zu versorgen. Durch den Anbau der Gründüngungspflanzen wird der Boden beschattet (Schattengare) und durch das Wurzelwachstum gelockert. Der Humusgehalt des Bodens wird durch das spätere Eingraben der Pflanzen zudem erhöht, ganz zu Schweigen von der damit verbundenen Aktivierung des Bodenlebens. Durch ihr rasches Wachstum wirken die Pflanzen unkrautverdrängend. Bei Verwendung von Leguminosen wie Lupine, Wicken oder Klee wird dem Boden gleichzeitig Stickstoff zugeführt. Vor Aussaat der Gründüngungspflanzen ist der Boden saatfertig herzurichten und zu düngen. Bevor die Pflanzen verholzen, werden sie abgemäht, eine Woche liegengelassen und dann per Hand oder Motorfräse eingearbeitet. Als günstig erwiesen hat sich eine Einarbeitung im Herbst mit Pflanzung im folgenden Frühjahr.

Rindenhumus entsteht durch Kompostieren von Rinde und eignet sich im Gegensatz zu Rindenmulch (nicht fermentierte Rinde) gut zur Bodenverbesserung. Rindenhumus lockert den Boden, erhöht die Wasserspeicherungsfähigkeit und die Nährstoffanlagerung. Da Rindenhumus leicht sauer ist, wird auch die Bodenreaktion beeinflusst. Rindenhumus sollte 2cm dick aufgetragen und leicht eingearbeitet werden: das entspricht einer Menge von 2 m³ oder 2000 l auf 100 m².

Sandige Böden aufbessern

Sandböden werden vom Fachmann auch als leichte Böden bezeichnet. Der hellgelbe bis dunkelbraune Boden klebt nicht zusammen und rieselt auch im feuchten Zustand durch die Finger. Sandböden bestehen zum Großteil aus Sand, können aber auch einen geringen Lehm- und Humusanteil besitzen. Sie sind gut wasserdurchlässig, sind gut durchlüftet und können gut bearbeitet werden. Die Wasserdurchlässigkeit birgt allerdings Nachteile. Nährstoffe, die sowieso schon nicht zahlreich im Boden vorhanden sind, können auch durch Düngung kaum zugeführt werden. Sie werden sofort wieder ausgewaschen. Verhindert werden kann dies durch Zugabe von Kompost, dem gerne auch etwas Lehm zugemischt werden kann, Humus oder Steinmehl. Steinmehl hat keine Düngerwirkung, sorgt aber dafür, dass Nährstoffe und auch Wasser im Boden festgehalten werden. Auf einem Sandboden gedeihen sehr gut Wurzelgemüse wie Spargel, Möhren oder Rettich. Einige Wildpflanzen wie Acker- und Hasenklee, Sandmohn, Breit- und Spitzwegerich oder Vogelknöterich sind ein Zeichen dafür, dass es sich um Sandboden handelt.

Bindige Böden aufbessern

Bei bindigen Böden spricht der Fachmann von schweren Böden. Diese besitzen einen hohen Ton- und Lehmanteil. Zu erkennen sind bindige Böden daran, dass sich aus der frischen Erde "Würstchen" kneten lassen. Sie können viel Wasser aufnehmen, das allerdings den Pflanzen nur zu einem geringen Teil zur Verfügung steht. Das liegt an der hohen Haftung der Wassermoleküle an den Bodenpartikeln. Schwere Böden neigen zur Bodenverdichtung. Besonders Knollen- und Wurzelfrüchte wachsen daher nur spärlich. Da Sickerwasser nur langsam weitergeleitet wird, entsteht bei Regen schnell die Gefahr der Staunässe. Dadurch keimen die Pflanzen nicht oder kaum. Um die Wasserdurchlässigkeit zu verbessern, kann man Sand hinzugeben. Die Bodenstruktur wird durch Gründüngung, organischen Dünger oder Kompost verbessert.

Einen ganz besonderen Tipp halten die Profis von Wolf Garten bereit:
"Zur Bodenverbesserung schwerer Böden leistet Laub hervorragende Dienste. Besonders das oft verpönte Eichen- und Buchenlaub können Sie verwenden. Denn die langsame Verrottbarkeit, die auf dem Kompost ein großer Nachteil ist, ist in lehmigen, dichten Böden ein unschätzbarer Vorteil. Die gefürchteten Gerbstoffe fallen bei einer einmaligen Verwendung überhaupt nicht ins Gewicht. Graben Sie eine dicke Schicht des Laubes spatentief unter und lockern Sie feste Schollen zu einer krümeligen Struktur. Das Laub verbessert die Belüftung des Bodens und kompensiert einen Teil der ungünstigen Wasserhaltekapazität. Außerdem zieht es zahlreiche Bodenorganismen an, und seine Umsetzung steigert die Besiedlung mit Mikroorganismen nachhaltig."