Deckendurchbruch für Strom- und Wasserleitungen

Tobias:"Vielleicht kann mit hier im Forum ein Experte einen Tipp geben, wie es am einfachsten ist, für Strom- und Wasserleitungen in der Wand einen Deckendurchbruch zu erhalten. Die Kabel/Rohre werden in der Wand verlegt, und sollen auch dort durch die Decke bzw. den Boden in das nächste Stockwerk gelangen. Gibt es dafür Tricks oder Spezialwerkzeug um das Ganze einfacher zu gestalten?"

Antwort von Karl:"Wenn es sich um eine Decke handelt, die erst gebaut wird (EF-Haus) dann an der entsprechenden Stelle einfach 1,5 Liter MIT WASSER GEFÜLLTE Plastikflaschen miteinbetonieren. Dann aufstechen und schon ist ein perfekter Deckendurchgang hergestellt. Das Wasser wird benötigt, damit die Flasche nicht eingedrückt wird."

Antwort von Jörg:"Wenn Du eine Betondecke hast gibt es zwei Möglichkeiten,erstens mit einem Kernlochbohrer (gibt's in verschiedenen Durchmessern zu leihen) jedoch ist beim Bohren mit Wasser zu kühlen was mit sehr viel nässe und Dreck verbunden ist.Zweitens mit einem guten Bohrhammer (z.B.Hilti,ebenfalls mietbar)Löcher durch die Decke bohren und später mit dem Bohrhammer ausstemmen (allgemein üblich)Wenn Du Rohre und Kabel in der Wand veschwinden lassen willst musst Du dementsprechend die Wand aufstemmen (am besten mit einer großen Flex und Diamantscheibe vorschneiden, den Rest wieder mit dem Bohrhammer erledigen.Achtung, bei dünnen Wänden ist dies nicht möglich (auch nicht erlaubt) weil Du damit die Stabilität der Wand gewaltig schwächst.Das einfachste ist: Loch durch die Decke wie oben beschrieben und dann Rohre und Kabel auf dem Putz verlegen und diese später mit einer Rohrverkleidung."

Antwort von Heinz:"Ich staune über die creative Idee mit der Wasserflasche. Was Jörg sagt, ist hinsichtlich der Kernbohrunmg nicht so ganz richtig. Habe zwei in meinem Haus machen lassen, Wasser/Dreck hielt sich sehr in Grenzen und war ruck-zuck aufgewischt bzw. weggefegt. Tobias, du mußt es selbst entscheiden, ob du Methode Improvisation wählst oder eine richtige Rohrurchführung einbaust. Da gibt es verschiedene Fabrikate (Großhandel für Sanitärbedarf) in verschiedenen Preisklassen, z. B. preiswert aus Faserzement. Nach DIN müssen Rohrdurchführungen so ausgeführt werden, dass weder Feuer noch Rauchgase durch das "Bohrloch" dringen. Genau das wird mit den Rohrdurchführungssystemen verhindert."

Antwort von Kai:"Hallo Heinz, das mit der Wasserflasche oder ähnlichem ist normal und keineswegs Improvisation, es wird beim Betonieren der Decke niemals die Kabeldurchführung mit einbetoniert, sondern nur ein Platzhalter. Und wenn das vergessen wurde oder irgendwann später neue Leitungen verlegt werden sollen, ist bei einer Betondecke eine Kernbohrung fällig, das hat auch nichts mit Improvisation zu tun - das geht eben nicht anders. "

Antwort von Karl:"Hallo Leute, hier ist wieder Karl. Noch von mir ein Zusatz: Die Wasserflasche habe ich IN DER WAND IN DIE DECKE miteinbetoniert, dadurch brauche ich KEINE Rohrdurchführung, da die Öffnung ja später wieder verputz wird. Ich habe unter der Wasserflasche quasi den Schlitz gestemmt um die Kabel durch die Decke zu bekommen und oberhalb den Schlitz weitergeführt. Nach dem verputzen sieht und weiß niemand mehr wie ich einfach, ohne Schmutz und Arbeit durch die Decke IN DER WAND gekommen bin. Für ein Loch mitten in der Decke gebe ich absolut Recht, dass das Loch Branddicht verschlossen gehört, aber ich habe die Frage von Tobias (IN DER WAND) wie in meiner ersten Ausführung beantwortet, verstanden."