Das Idealhaus der deutschen Familie im 3. Jahrtausend

peace_aussen01_klein.jpg Ideal bodentiefe Fenster zum Garten.
Foto www.oeko-domo.de

svanhild2_aussen01.jpg Auch Holzhäuser gelten Familien als ideal.
Foto: www.dammann-haus.de

dh84_10_aussen01.jpg Häuser mit Balkon und Wintergarten.
Foto: www.fingerhuthaus.de

traumbaeder62-05g.jpg Viel Holz im Bad ist für viele ein Wunschtraum. Foto: www.duravit.de



"Viel Holz" als Trend im Hausbau

Vorstellungen hinsichtlich des Innenausbaus

Worüber sich Familien am meisten ärgern

Vorstellungen hinsichtlich der äußeren Optik

Vorstellungen hinsichtlich der technischen Ausstattung
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Aufgrund tausender Fragen und Anregungen, die bei den baufachlichen Internetdiensten fertighaus.de, baumarkt.de und fachwerkhaus.de seit 1996 bearbeitet wurden, ergibt sich das Idealbild, wie sich die Durchschnittsfamilie ihr Haus wünscht. Das eigene Haus genießt nach wie vor höchste Priorität. Die durchschnittliche Familie ist bereit, für diesen Lebenswunsch an das finanzielle Limit zu gehen und sich zu "schinden", notfalls auch durch Einschränkung beim ansonsten unantastbaren Urlaub. Die große Beliebtheit der Ausbauhäuser erklärt sich logischerweise nur daraus, dass man je Eigenleistung locker 50.000 € sparen kann. Weil Grundstücke knapp und teuer sind, ist der normale Bauherr betont preisbewusst - mit der Gefahr, zweifelhaften Unternehmen aufzusitzen.

"Viel Holz" als Trend im Hausbau

Es besteht verstärkt seit 1999 ein Trend zum Haus "mit viel Holz". Das hat optische Gründe, weil man mit Holz interessante Akzente setzen kann, zum anderen hängt es mit ökologischen Aspekten zusammen. Nicht zuletzt tragen vorgehängte Fassaden aus Holz erheblich zur Energieeinsparung bei. Dem Trend tragen Fertighaus- und Massivhaushersteller Rechnung, indem sie viel sichtbares Holz verwenden. Reine Holzhäuser werden immer beliebter, wozu natürlich auch die Wohnblockhäuser zählen. In Österreich haben Häuer aus Holz sowieso einen hohenm Stellenwert, denn der Baustoff Holz wächst gleichsam vor der Haustür.

Vorstellungen hinsichtlich des Innenausbaus

Die typische deutsche Familie hat bestimmte Vorstellungen entwickelt, wie ihr Haus innen aussehen und ausgestattet sein sollte:
  • Keller (oder Anbau) mit Hausarbeits- und "Universalraum"

  • Großzügiger Wohnbereich mit integriertem Eßbereich (zusammen +/- 40 qm)

  • zwei Badezimmer, wobei das zweite Bad auch als Gäste-WC dient. Eines der Bäder soll "groß" sein und eine Eckbadewanne aufweisen — gern auch als Whirlpool-Variante. "Wenn noch Geld da ist, hätte ich gerne Marmor statt Fliesen," lautet ein typischer Wunsch und „bodengleiche Duschen sollten neben der Badewanne stehen“. Viel Holz im Badezimmer können sich ebenfalls zahlreiche zukünftige Hausbesitzer vorstellen.

  • "wohnliche" Atmosphäre durch Holz- oder Laminatböden im Wohnbereich und/oder durch Holzdecken (sichtbare Balken)

  • "moderne Küche mit Holzfronten und großer Arbeitsplatte"

  • Kaminofen oder offener Kamin oder Kachelofen

  • zwei Kinderzimmer, wobei bei Ein-Kind-Familien das zweite Zimmer als Heimbüro genutzt werden soll, u. U. als Kombination Heimbüro/Gästezimmer

  • Erker als "gemütliche Ecke", überdachte Terrasse oder Wintergarten, "wenn das Geld reicht."
Worüber sich Familien am meisten ärgern

Häufig beklagt wird von Familien, dass die Architekten keinen Gedanken darauf verschwenden, wo die Schuhe untergebracht werden sollen. Eine Mutter: "Bei uns sind oft drei oder vier Kinder zu Besuch - da stapeln sich im engen Flur Berge von Schuhen. Die Architekten tun gerade so, als ob die Menschen barfuß gingen."

Beklagt wird ebenso häufig, dass kein Zweitbad vorhanden ist oder nur mit großen Kosten zusätzlich eingebaut werden kann. Ein Vater: "Meine 12 und 14 Jahre alten Töchter gehen ins Gymnasium und müssen etwa zur selben Zeit ins Bad, in der ich mich dort rasieren will. Das ist ein täglicher Stress ohne Ende."

Stolperfallen vom Übergang aus dem Wohnbereich in den Garten oder Wintergarten oder auf den Balkon sind allen Bauwilligen ein Dorn im Auge.

Vorstellungen hinsichtlich der äußeren Optik

Was die äußere Optik betrifft, haben sich diese Vorlieben herausgebildet:
  • das Haus soll nicht "langweilig" aussehen. Wenn verputzt, dann durch farbige Beschichtung oder durch Farbputz aufgewertet. Die schon erwähnte Holzfassade gilt als optisch besonders wirkungsvoll, wenn sie farbig lackiert oder lasiert ist. Auch Kombinationen von Putz und Holz gelten als durchaus attraktiv.

  • ein Balkon wird gewünscht, insbesondere ein geschützter Balkon unter einem überkragenden Dach

  • Häuser mit Erker oder Wintergarten werden als besonders schön und wirkungsvoll empfunden

  • eine Mehrheit neigt zu "gemütlichen" Sprossenfenstern, statt zu einer "Glasarchitektur". Gleichwohl soll die Schiebetür zum Garten groß dimensioniert sein.

  • eine deutliche Mehrheit wünscht Rolläden vor den Fenstern

  • Häuser mit Pultdach ziehen 30 % der Befragten herkömmlichen Dachformen vor.
Vorstellungen hinsichtlich der technischen Ausstattung
  • moderne Energien (Solarenergie, Wärmerückgewinnung) werden fast ausnahmslos bejaht, "wenn wir Zuschüsse bekommen und das alles finanzierbar ist"

  • die Haustür soll "stabil" und einbruchhemmend sein

  • Einbruch hemmende Kellerfenster und Lichtschächte sollten schon von vornherein eingebaut sein

  • die Regenwasser- und Grauwassernutzung ist nur für eine Minderheit ein Thema

  • nur eine kleine Minderheit möchte sich die moderne Installationstechnik (EIB), also Displaysteuerung aller Licht-, Alarm- und sonstiger elektrischer Einrichtungen, einbauen lassen

  • eine Mehrheit wünscht Fußbodenheizung, "wenn das nicht zu teuer wird"

Foto(s): www.fotoatelier-schumacher.de