Das 3x3 der Heizung

3 Fragen zur Heizung im Neubau

1. Öl oder Gas, das ist keine Frage!

In Neubaugebieten beantwortet sich die Frage nach Öl oder Gas häufig mit dem bereits bis zum Grundstück verlegten Gasanschluß. Da liegt es dann natürlich nahe, den sauberen und energiesparenden Brennstoff Gas zu wählen. Monatliche Abschlagszahlungen auf den Verbrauch ergeben regelmäßige und kalkulierbare Belastungen.

Aufgrund kühlerer Abgase benötigen Gas-Brennwertheizungen keinen teuren Schornstein. Nicht selten steht die Heizzentrale im Dachgeschoß, und die Abgasleitungen werden auf kürzestem Weg durch das Dach geführt.

Wer aber bereits gute Erfahrungen mit Ölheizungen gemacht hat, muss nicht auf dieses bewährte System verzichten und kann sich auch hier modernster Technik bedienen. Durch aufmerksame Beobachtung der Heizölpreise läßt sich unter Umständen der gesamte Jahresbedarf in einer einzigen Lieferung zu einem günstigen Kurs einkaufen.
Wie Sie sich auch entscheiden, Systemanbieter können mit einer innovativen Auswahl an Gas- und Ölheizungen aufwarten, die Ihnen in beiden Fällen eine hohe Wirtschaftlichkeit garantieren können.

2. Energieausnutzung und Umweltentlastung - eine Frage der Technik!

Während alte Geräte unabhängig von der Außentemperatur und dem Wärmebedarf mit einer Kesselwasserbetriebstemperatur von 90 Grad Celsius immer auf Hochtouren arbeiten, beträgt sie bei der Niedertemperaturtechnik maximal 75 Grad Celsius. In Abhängigkeit zur Außentemperatur kann sie selbständig bis auf unter 40 Grad Celsius sinken und die Wohnraumtemperatur so energiesparend konstant halten.

Auf diese Weise erreichen moderne Gas- oder Öl-Niedertemperaturheizungen einen Normnutzungsgrad von ca. 93% - gegenüber "Oldtimern" eine Energieeinsparung von 30 bis 40% (der Normnutzungsgrad gibt an, wieviel Prozent der eingesetzten Energie während einer Heizperiode vom Wärmeerzeuger tatsächlich in nutzbare Heizwärme umgesetzt werden kann).
Bei der Gas-Brennwerttechnik lassen sich die Abgase darüber hinaus so weit abkühlen, daß der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert und zusätzliche Wärme in das Heiznetz abgibt. So kann bei entsprechenden Produkten der Normnutzungsgrad dank optimaler Energieausnutzung die 100% übersteigen.

3. Wieviel kW braucht die Heizung, damit Komfort und Kasse stimmen?

Die Leistung einer Heizung wird, wie mittlerweile ja auch bei Autos üblich, in kW angegeben. Sicher wissen Sie, wieviel kW oder PS Ihr Wagen unter der Haube hat. Aber wie sieht es mit Ihrer Heizung aus?
Auch hier gilt: Je nach Bedarf sind alle Geräte in verschiedenen Leistungsstärken erhältlich. Wieviel kW Sie benötigen, läßt sich im gut isolierten Neubau in erster Linie anhand der Gebäudefläche und dem Warmwasserverbrauch ermitteln. Um Ihnen als Orientierungsgrundlage einige "Hausnummern" zu nennen, haben wir die nachstehende Tabelle erstellt. Die verwendeten Wohnungs- und Häusergrößen entsprechen den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Durchschnittswerten.
Da zu einer exakten Bedarfsermittlung individuelle Beschaffenheiten des Hauses zu berücksichtigen sind, steht Ihnen Ihre Heinzungsfachfirma auch für eine genaue Berechnung vor Ort zur Verfügung. Eine Orientierungshilfe bietet die folgende Tabelle:

WohnartBei normalem
Wasserverbrauch
Bei erhöhtem
Wasserverbrauch
Etagenwohnung
(70 m²)
1214
Einfamilienhaus
(130 m²)
1218
Einfamilienhaus mit
Einliegerwohnung
(170 m²)
1525
Zweifamilienhaus
(220 m²)
2030
Doppelhaus
(250 m²)
2535
Mehrfamilienhaus
(350 m²)
3050
Wohnanlage
(600 m²)
5070


Alle Angaben in kW (Ca.-Richtwerte)

3 Fragen zur Modernisierung Ihrer Heizung

1. Umrüsten oder nachrüsten?

Bei einer Modernisierung bietet sich, eine Anbindung an das Gasnetz vorausgesetzt, die Möglichkeit einer Umstellung auf die moderne Gas-Brennwerttechnik an. Die bei der effektiven und umweltschonenden Abgasabkühlung anfallenden Kondensate lassen sich nach einer Umrüstung des Schornsteins problemlos ableiten.

Wenn Sie dagegen weiterhin auf Heizöl setzen und eine Nachrüstung planen, können Sie mit einem modernen Heizkessel fortschrittliche Heiztechnik nutzen. Falls sich Ihr alter Kessel noch in gutem Zustand befindet, läßt sich Ihre Heizung sogar schon mit einem neuen Brenner kostengünstig auf einen modernen technischen Stand bringen.
Um aber eine gute Energieausnutzung zu erreichen, sollte der Kessel nicht älter als zehn Jahre sein. Da ein Wechsel des Brennstoffs durch Anschlußgebühren an das Gasnetz bzw. die Anschaffung von Öltanks zusätzliche Kosten verursacht, spricht vieles für eine Nachrüstung. Da machen sich wirtschaftliche Heizkessel und Brenner noch schneller bezahlt.

2. Öl oder Gas?

Moderne Heizkessel arbeiten heute so wirtschaftlich, daß die Heizkosten in den letzten Jahren um ca. 30 bis 40% gesenkt werden konnten. Dafür steht nicht nur die sparsame Brennwerttechnik bei Gasheizungen, sondern auch der "Blaubrenner" bei Ölsystemen zur Verfügung.

Hier wird das Öl zunächst im Brennerkopf verdampft und erst anschließend unter höchster Energieausnutzung mit blauer Flamme stickoxydarm und umweltschonend verbrannt. Zwei verschiedene Heizkreise für Heizkörper und Warmwasserbereitung sorgen für einen voneinander unabhängigen Betrieb. Während sich die Raumheizung bei sommerlichen Temperaturen energiesparend abschaltet, bleibt der zweite Heizkreis für die Warmwasserbereitung davon unberührt.
Darüber hinaus arbeiten innovative Öl- und Gasheizungen äußerst geräuscharm und verfügen über eine hohe Langlebigkeit. Daß sie sich zudem noch durch ihre Wartungsfreundlichkeit auszeichnen, gewährleistet neben dem günstigen Anschaffungspreis auch niedrige Folgekosten.

3. Mit welcher Leistung können Sie rechnen?

Wieviel kW Ihre Heizung benötigt, hängt - anders als beim Neubau - nicht nur von der Gebäudegröße und dem Wasserverbrauch ab. Erheblich beeinflußt wird der Leistungsbedarf von der Art und Qualität der Isolierung sowie dem eingesetzten Baumaterial. 

Wenn Energie aufgrund mangelhafter Wärmedämmung schnell entweicht, steigt der Verbrauch - und Sie müssen mit einer höheren Leistung rechnen. Deshalb ist auch eine gute Isolierung die wichtigste Voraussetzung, um die Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit moderner Heiztechnik auch bei der Modernisierung optimal auszuschöpfen.
Unter Berücksichtigung der individuellen Gebäudebedingungen ermittelt Ihr Heizungsfachmann exakt die erforderliche Leistungsstärke Ihrer neuen Heizung. Mit der folgenden Tabelle können Sie sich aber schon vorab einen ersten Überblick verschaffen.

WohnartBei normalem
Wasserverbr.*
und guter Isolierung
Bei normalem
Wasserverbr.*
und schlechter Isolierung
Bei hohem
Wasserverbr.*
und guter Isolierung
Bei hohem
Wasserverbr.*
und schlechter Isolierung
Etagenwohnung
(70 m²)
12121415
Einfamilienhaus
(130 m²)
16202629
Einfamilienhaus
mit
Einliegerwohnung
(170 m²)
20263437
Zweifamilienhaus
(220 m²)
26334448
Doppelhaus
(250 m²)
30385055
Mehrfamilienhaus
(350 m²)
42537077
Wohnanlage
(600 m²)
7290120132


Alle Angaben in kW (Ca.-Richtwerte); *Wasserverbrauch


3 Fragen zur Heizung in sanierten Altbauten

1. Wohin mit der Heizung?

Bei sanierten Altbauten kann sich aufgrund eines vorhandenen oder neu verlegten Gasanschlusses auch Erdgas als Brennstoff anbieten. Ganz groß im Kommen sind da gerade die platzsparenden Wandgeräte für Niedertemperatur- oder Brennwertbetrieb. Diese lassen sich je nach Bedarf in individueller Leistungsstärke in jede Wohnung montieren — auch mit intergrierter Warmwasserbereitung. 
Auf einen großen Heizungskeller kann aber auch bei Ölheizungen getrost verzichtet werden. Die kompakte Bauweise einer bodenstehenden Zentralheizung, die das gesamte Gebäude versorgt, spart an allem: Platz, Emissionen und nicht zuletzt Geld!

2. Wie wird die Heizung geregelt?

Damit eine moderne Heizung ihre Fähigkeiten optimal ausspielen kann, übernimmt innovativste Technik die Regie. Je nach Erfordernissen und Komfortanspruch, ob zentral für das gesamte Haus oder individuelle für jede einzelne Wohnung, stehen entsprechende Regelsysteme in verschiedenen Ausbaustufen zur Verfügung.
Von der manuellen Kesseltemperaturregelung über die digitale, witterungsgeführte Steuerung mit Zeitprogrammen bis zur Regelung für zwei oder mehr Heizkreise reicht das vielfältige Angebot. So läßt sich die Wärme bedarfsgerecht immer dann in der erforderlichen Menge abrufen, wenn sie benötigt wird.
Überschreitet die von der Anlage gemessene Außentemperatur den einprogrammierten Wert, schaltet sich die Heizung automatisch ab und spart auf diese Weise erheblich Energie. Da die Warmwasserversorgung über einen zweiten Heizkeis führt, bleibt diese davon unberührt.

3. Kann man die Leistung "isoliert" betrachten?

Wie gut oder schlecht die Isolierung eines Gebäudes ist, stellt sich — neben der Wohnungsgröße und dem Warmwasserverbrauch — als der entscheidende Faktor für die erforderliche Leistungsstärke einer Heizung dar (siehe auch Informationen zur "Modernisierung").
Denn gerade in sanierten Altbauten erreicht die Wärmedämmung, trotz neuer Fenster und Fassaden, nicht immer den hohen Standard des Neubaus. Der dadurch bedingte vermehrte Energieverbrauch erfordert eine höhere Leistung der Heizung.
Ihr Heizungsbauer wird Sie gern anhand Ihrer Bausituation konkret über den zu erwartenden kW-Bedarf informieren. Um eine ungefähre Größenvorstellung davon zu bekommen, nutzen Sie bitte vorab die folgende Tabelle:

WohnartBei normalem
Wasserverbr.*
und guter Isolierung
Bei normalem
Wasserverbr.*
und schlechter Isolierung
Bei hohem
Wasserverbr.*
und guter Isolierung
Bei hohem
Wasserverbr.*
und schlechter Isolierung
Etagenwohnung
(70 m²)
12121417
Einfamilienhaus
(130 m²)
16222631
Einfamilienhaus
mit
Einliegerwohnung
(170 m²)
20293441
Zweifamilienhaus
(220 m²)
26374453
Doppelhaus
(250 m²)
30435060
Mehrfamilienhaus
(350 m²)
42607084
Wohnanlage
(600 m²)
72102120144


Alle Angaben in kW (Ca.-Richtwerte); *Wasserverbrauch

(Quelle: Text Brötje, Rastede)