Dachgeschoss mit Feuchtebildung

Jürgen S.: Vor drei Jahren habe ich mein Wohnhaus erweitert und das Dach ausgebaut. Das Dach wurde von einem Dachdecker mit einem "Unterdach" versehen (Bitumenschweißbahn), was meiner Meinung nach nicht diffusionsoffen ist. Ich habe mit Dämmkeilen gedämmt und mit Aluminiumfolie eine Dampfsperre angebracht. Diese Dampfsperre habe ich sauber verklebt, jedoch an den Wänden, wie mir damals empfohlen wurde, anstoßen lassen. Teilweise habe ich die Folie mit Spezialklebeband an der Wand befestigt, bzw. wurde durch Verputzen der Wände die Folie an der Wand fixiert. Ein Jahr später hatte ich an heißen Tagen Probleme mit Kondenswasser, das sich an den obersten Stellen an Wänden niedergeschlagen ha. Mein Dachdecker war jetzt "überschlau" und sagte: "Das Problem liegt an der Dampfsperre!"
Ich habe jetzt aber nicht vor, alle Holzdecken noch einmal zu entfernen und beschloss daher, da ich die Dämmung mit ca. 3 cm hinterlüftet hatte, das Dachgeschoss zu belüften. Um dies zu tun, bohrte ich an der tiefsten und an der höchsten Stelle im Dach Löcher zwischen die Sparren mit 8 cm Durchmesser und setzte darüber Belüftungsziegel. Seit dieser Zeit habe ich keine sichtbaren Feuchtigkeitsprobleme mehr.

Nun meine Frage: Reicht diese Maßnahme aus oder muss ich doch noch einmal alle Holzdecken entfernen und noch besser abdichten, um Schäden zu vermeiden? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar, da ich durch die widersprüchlichen Aussagen des Dachdeckers sehr verunsichert bin.

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Jürgen,
das Gebälk kann nicht faulen, da hinterlüftet. Die Dampfsperre hält den "Dampf", also die Wassertröpfchen, die der Mensch absondert, ohne es zu bemerken, fein im Raum gefangen. Es bilden sich zunächst Wasserfahnen, dann folgt der Schimmel auf dem Fuß. Darüber haben wir in unserer Rubrik "Fragen und Antworten" schon einige Male etwas geschrieben.

Deine Lüftungslösung ist schon gut, aber ob sie ausreicht, können wir Dir nicht sagen. Eine zusätzliche Stoßlüftung mehrmals am Tag ist die beste Medizin gegen Feuchtigkeitsbildung. Wir sehen eigentlich nirgends eine Gefahr — außer, daß sich hinter der Verbretterung Schimmel bilden kann. Wegen Deiner hundertprozentigen Dampfsperre werden die Schimmelporen nicht in den Dachstuhl schweben, es sei denn, die Folie ist nicht dauerhaft resistent gegen Schimmel. Vielleicht kannst Du in den Ecken ein oder zwei Bretter entfernen und nachschauen, wie es darunter aussieht.

    Merke:
      Der Dampf darf nicht im Raume bleiben,
      man muss den Selbigen vertreiben,
      sonst hat in Ecken man und Ritzen,
      eines Tag's den Schimmel sitzen!