Dachformen - denn nicht jedes Dach ist gleich

Bei jedem Neubau steht der Bauherr vor der Frage, welche Form das Dach haben soll. Es stehen zahlreiche Formen zur Auswahl, vom Satteldach oder Walmdach bis hin zu einem Pultdach oder Mansarddach. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein Massivhaus, Fachwerkhaus oder ein Fertighaus handelt. Für einen besseren Überblick stellen wir Ihnen daher alle bekannten Dachformen vor. Nicht nur über Dachformen, auch mit Informationen über Dachziegel können wir Ihnen helfen.

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Das Satteldach ist die am häufigsten verbreitete Dachform. Dabei handelt es sich um eine zeitlose Konstruktion, die sich - als Sparren- oder Pfettendach ausgebildet - sowohl architektonisch wie auch konstruktiv bewährt hat. Zu den zahlreichen Varianten zählen Satteldächer mit gleichen oder unterschiedlichen Dachneigungen bzw. Traufhöhen. Bei Neubauten mit Satteldach gilt das Dachgeschoß häufig als Ausbaureserve.

Zeltdach oder Turmdach

Das Zeltdach ist eine relativ seltene Dachform, da es praktisch nur auf einem quadratischen oder annähernd quadratischen Grundriss errichtet werden kann. Bei dieser Dachform ist die Symmetrie nach allen Seiten das beherrschende Element: klare und bestimmende Formen und Linien, die in einem Firstpunkt enden. Steile Zeltdächer auf Türmen und Kirchtürmen wirken wie Fingerzeige und Orientierungspunkte in der Landschaft oder Stadtsilhouette.
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Das Pultdach

Das Pultdach, ursprünglich die Einfachvariante für die Dachdeckung einesNebengebäudes, einer Lagerhalle oder eines roduktionsbetriebes, hat sich seit den 90-er Jahren in der designbetonten Wohngebäude-Architektur etabliert und trägt in entsprechenden neuen Wohngebieten zu aufregenden Dachlandschaften bei. Die Dachfläche von Pultdächern liegt meist zur Wetterseite hin, um das Haus vor Wind, Regen und Schnee abzuschirmen. Genau aus diesem Grund kragen Pultdächer häufig über die Hausgiebel hinaus. Pultdächer in der Sonnenseite bieten viel Platz für Solaranlagen.
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Doppelpultdach / versetztes Pultdach / versetztes Satteldach

Doppelpultdächer findet man bei sogenannten Designerhäusern. Sie geben den Architekten Spielraum für individuelle Lösungen insbesondere bei zwei versetzten Wohnebenen in einem Gebäude. Der durch den versetzten Einbau von Pultdächern entstehende waagerechte Giebelstreifen wird häufig zum Einbau von Fenstern genutzt. Das Doppelpultdach wird häufig auch als versetztes Pultdach oder gar als versetztes Satteldach bezeichnet.
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Walmdach

Das Walmdach gehört zu den ältesten Dächern und vermittelt einen Ureindruck der menschlichen Behausung. Es unterstreicht die Schutzfunktionen des Daches und gibt dem Haus ein repräsentatives Aussehen. Mit Gauben können die Akzente des Walmdaches unterstrichen werden. Gauben sorgen auch für Wohnraum unter dem Dach.
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Krüppelwalmdach

Auch das Krüppelwalmdach hat eine lange historische Tradition. Es wurde dort eingesetzt, wo ein Steilgiebel an der exponiertesten Stelle, dem First, geschützt werden musste. Das Krüppelwalmdach bietet eine interessante, eigenständige Optik. Diese Dachform wird auch heute noch gern dort gewählt, wo Giebel vor rauher Witterung geschützt werden müssen.
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Mansarddach

Diese Dachform wurde gewissermaßen aus der Not geboren, weil man damit praktisch ein Vollgeschoss unter einem Mansarddach ausbauen konnte. Obwohl die Ursprungsbedingungen nicht mehr vorliegen, werden auch heute noch Mansarddächer gebaut. Sie sichern die größtmögliche Ausnutzung der Dachfläche. Durch diese Dachform werden die Schrägen wesentlich kürzer, die Abseiten als Stellfläche optimal nutzbar.
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Tonnendach

Tonnendächer werden vor allem auf modernen Gewerbe- und Verwaltungsbauten sowie Kunst- oder Konzerthallen errichtet, sie haben aber auch Einzug gehalten in den designorientierten privaten Wohnhaus- und Villenbau. Aus optischen Gründen schließen Tonnendächer fast nie in einer Flucht mit den tragenden Seitenwänden ab, sondern kragen beidseitig mehr oder weniger weit über. Tonnendächer werden ausnahmslos mit Metall gedeckt, insbesondere mit Kupfer und Titanzink.
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Bogendach

Das Bogendach wird fast ausschließlich als Metalldach konstruiert und gebaut und ist sozusagen der kleine Bruder des Tonnendachs. Während letzteres halbkreisförmig ist, ist das Bogendach wesentlich weniger gewölbt und damit eine Alternative zum Flachdach, wenn einerseits das Flachdach aus architektonischen Gründen nicht gewünscht wird, andererseits aber ein Dachgeschoß mit Tonnendach oder einer anderen Dachform nicht gebaut werden kann, weil eine bestimmte maximale Bauhöhe nicht überschritten werden darf. Bogendächer sieht man insbesondere auch bei Fertiggaragen, um den kistenförmigen Baukörpern eine angenehmere Optik zu verleihen.
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Sheddach

Ein aus mehreren parallel hintereinanderliegenden Pultdächern zusammengesetzes Dach, dessen Urform aus den frühkapitalistischen Zeiten Englands stammt, wobei der senkrechte Teil zur Nordseite zeigt und verglast ist. Das ermöglicht(e) eine gute Ausleuchtung der Hallen mit Tageslicht ohne Blendeffekte durch hereinfallendes Sonnenlicht. Ein mit Sheddächern versehenes Gebäude wirkt von Ferne, als sei es mit überdimensionalen Sägezähnen bestückt.
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Schmetterlingsdach

Seltene Dachform, bei der die niedrigeren Dachhälften eines Pultdaches gegeneinander laufen. So entsteht der Eindruck eines aufschwingenden Flügels, daher auch der Name. Besonders kritisch ist bei einem solchen Dach die Dachentwässerung, da sich bei starkem Regen Sturzbäche in der Dachmitte aufstauen und schon kleine Undichtigkeiten zu großen Wasserschäden führen können.
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Schleppdach

Das traditionelle Schwarzwaldhaus hat weit über die seitlichen Fassaden hinausgehende Schleppdächer, unter denen landwirtschaftliches Gerät und Kaminholz gelagert wurde bzw. auch noch gelagert wird. Die Häuser mit ihren Schleppdächern wurden so "gegen den Wind" gebaut, dass Regen- und Schneestürme dem Haus wenig anhaben konnten. Heute werden unter den Schleppdächern von Neubauten sehr häufig Garagen untergebracht.
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Kuppeldach

Kuppeldächer ruhen auf acht- bis zwölfeckigen (oder mehr) Auflagern und wölben sich kuppelartig über ein Gebäude bzw. einen Gebäudeteil wie beim verglasten Kuppeldach im Reichstagsgebäude in Berlin. Meistens sieht man diese Dachform jedoch auf Kirchtürmen wie bei der Liebfrauenkirche in München. Kuppeldächer sind meistens mit Kupfer, Edelstahl oder Titanzink eingedeckt.
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Kegeldach

Kegelförmiges Dach, welches wie das Zeltdach vor allem auf Kirchtürmen errichtet wurde und gelegentlich noch errichtet wird. Auch hier kommen, wenn es um die Frage der Eindeckung geht, Schindeln aus Schiefer, Ton oder Metall infrage. Auch Ganzmetalllösungen sind möglich.
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Halbtonnendach

Halbtonnendächer werden in der modernen, international orientierten und experimentierfreudigen Architektur gebaut, um versetzte Baukörper zu akzentuieren oder Dachlandschaften aufzulockern.
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Zwiebeldach

Das Zwiebeldach besteht aus ein- und ausgeschweiften Dachflächen, die in einer Spitze zusammenlaufen. Im Gegensatz zum Glockendach sind die Flächen im oberen Teil konkav und im unteren Teil konvex geschweift. Das Zwiebeldach findet man hauptsächlich an alten Kirchen, insbesondere in Süddeutschland und in Österreich.
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Glockendach

Das Glockendach besitzt eine haubenförmige Dachform mit geschweiftem Umriss. Die Dachflächen sind im oberen Teil konvex, im unteren Teil konkav geschweift. Beim Zwiebeldach verhält sich das genau umgekehrt.
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Rhombendach

Das Rhomben- bzw. Rautendach ist aus vier rautenförmigen Dachseiten zusammengesetzt. Dementsprechend besitzt es auch vier Giebel. Es eignet sich für quadratische Umrisse und ist daher bei Türmen zu finden.
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Kreuzdach

Das Kreuzdach ist eine Dachform mit Quergiebel, der bis zum First hochgezogen ist. Dies ist der Unterschied zum Zwerchdach, wo der Giebel nicht bis zum First geht. Wie auch bei Gauben wird durch den Quergiebel die Wohnfläche vergrößert. Nicht in allen Wohngebieten ist es erlaubt, ein Kreuz- oder Zwerchdach zu errichten.
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Zwerchdach

Das Zwerchdach ist eine Dachform mit einem quer zum Hauptdach verlaufenden Giebel, der allerdings nicht bis zum First hochgezogen ist. Dadurch unterscheidet sich das Zwerchdach vom Kreuzdach. Durch das Zwerchdach wird die Wohnfläche ebenfalls vergrößert.
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Paralleldach

Das Parallel- bzw. Muldendach ist ein Satteldach mit zwei oder mehr Giebeln. Ein Paralleldach entsteht beispielsweise bei Reihenhäusern. Das Problem beim Paralleldach ist die Entwässerung, die zwischen den einzelnen Häusern bzw. in den Tiefpunkten erfolgen muss. Ist das Dach nicht absolut dicht, droht schnell ein Wassereinbruch. Das gleiche Problem tritt auch beim Grabendach auf.
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Grabendach

Das Grabendach ist ähnlich dem Paralleldach durch ein ständiges auf und ab der Dachflächen gekennzeichnet. Beim Grabendach fällt das Dach allerdings von den Seitenmauern zur Hausmitte ab. Das Grabendach findet man beispielsweise in dichtbebauten Innenstädten oder bei Fabrikhallen. Bei Wohnhäusern wird das Grabendach häufig durch einen Blendgiebel verdeckt.
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Ringpultdach

Das Ringpultdach ist ein Pultdach auf einem kreisförmigen Grundriss. Es ist wie das Zwiebeldach oder Glockendach beispielsweise bei repräsentativen Sakralbauten anzutreffen.
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Faltdach

Das Faltdach ähnelt dem Rhombendach, mit dem Unterschied, dass beim Faltdach die rhombische Fläche nach innen gebrochen ist und dadurch eine Kehle entsteht.
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Das mediterrane Dach

Im Mittelmeerraum ist das mediterrane Dach zuhause. Es ist im weitesten Sinne ein Bruder des Zeltdaches, wenn auch mit einer sehr geringen Dachneigung. Besonders auffällig sind beim mediterranem Dach die weit über die Hausfassade hinaus ragenden Unterdächer. Damit will man im sonnenreichen Süden ein wenig Schatten an die Fassaden bringen, damit sich diese so wenig wie möglich aufheizen. Mediterrane Dächer sind auch im deutschen Bauwesen auf dem Vormarsch.