Dach nicht nach Lot ausgerichtet

Susanne: "Wir sanieren im Moment unsere Fachwerkfassade mit Schiefer. Die erste Wand ist nun soweit vorbereitet, dass die Schieferplatten angebracht werden können. Die Wand wurde nach Lot ausgerichtet. Nun fällt uns auf, dass das Dach an der Giebelseite nicht nach Lot ausgerichtet wurde und optisch eine "schiefe Linie" in einer allmählichen Spanne von 5 cm entsteht. Der Überstand ist noch sehr gering durch die Dämmung, deshalb fällt es noch mehr auf. Das Dach wurde vor 9 Jahren gedeckt, von einer anderen Firma, wir waren noch nicht im Besitz des Fachwerkhauses. Kann man hier Garantieansprüche erheben und eine Ausbesserung fordern? Müssen die Dächer nach Lot ausgerichtet werden? Wenn eine Garantieforderung dafür nicht möglich ist, welche Möglichkeiten gibt es, diesen Fehler zu korrigieren? "

Antwort von Marvin: "Nach 9 Jahren, in dem man die Giebelseite gesehen hat, sind alle Ansprüche schon lange verjährt. Und auch wenn sie es nicht wären, dürfte eine Rechtsverfolgung ausgesprochen schwierig sein (und sich erst mit einen Schieds- oder Richterspruch durchsetzen lassen). Fachwerkhäuser sind nunmal selten im Lot und wie sähe es aus, wenn das ganze Haus schief ist und der Handwerker sich strikt an seine Wasserwaage hält? Man müßte in einem langwierigem Verfahren (das viel Geld und noch mehr Nerven kostet) einen handwerklichen Mangel nachweisen. Dies kann mit Sicherheit nicht in einem solchen Forum geschehen. Auch wird ein solches Gutachten auf sehr tönernen Beinen stehen. Bei einem Neubau ist es eindeutig ein Mangel, der beseitigt werden muss (wenn es denn noch geht), hier in diesem Fall sehe ich mehr als schwarz! "