Carport selber bauen: Dach decken bei einem Carport oder einem Gartenhaus

Zahlreiche Anbieter, wie z.B. die Firma KWP-Nordland-Carport, bieten Carport-Serien zum Selbermachen an. Carports gibt es mit Flach- oder Satteldach. Je nach gewünschter Eigenleistung kann sich der Heimwerker die Dacheindeckung mit dazu bestellen oder sich selbst als Dachdecker versuchen. Für alle, die schon immer mal auf dem Dach herumkraxeln wollten, denen des Wohnhaus dafür aber zu hoch ist, bieten wir hier eine Anleitung. Die Anleitung gilt selbstverständlich auch für Gartenhäuser oder Garagen mit geneigten Dächern.

Da das Dach des Carports zum Dach des Wohnhauses passen soll, wählen wir eine Eindeckung mit Dachpfannen. Prinzipiell kann das Dachmaterial natürlich auch aus Stahlblechen, Lichtwellbahnen oder Holz mit Bitumen-Schweißbahnen bestehen. Bei der Belegung mit Dachpfannen muss die Dachneigung mindestens 28 Grad betragen. Bei den Dachpfannen wählen Sie am besten die gleichen wie für Ihr Wohnhaus. 

Machen wir nun einen Sprung: Das Carport steht, vom Innern des Unterstands hat man jedoch noch freie Sicht in den azurblauen Himmel. Nur einige Sparren trüben den Blick etwas. Bevor der nächste Regen kommt, wollen Sie die Lücke schließen, damit Ihr Liebstes (der Wagen) nicht der Nässe ausgesetzt wird. Also müssen wir Ihnen so schnell wie möglich sagen, wie Sie das umgehen können.

Dachschalung und Dachlattung

carpor01.jpgFangen wir mit dem Unterdach bzw. der Dachschalung an: Nehmen Sie dafür z.B. Fichte 22mm, gehobelt mit Nut und Feder. Nageln Sie die Bretter oben auf die Sparren. Achten Sie aber darauf, daß die Nut nach unten zeigt, sonst sammelt sich Regen darin. Zum Schutz vor Feuchtigkeit werden die Bretter mit einer Lage Bitumenpappe eingedeckt.

Kommen wir nun zur Dachlattung. Zunächst nageln wir die Konterlattung an den Sparren fest. Dies sollte noch ohne Probleme möglich sein, denn die Abstände sind ja vorgegeben. Doch in welchem Abstand befestige ich die Dachlatten auf der Konterlattung? Dies ist eine Frage der richtigen Berechnung (nicht gleich einen Schock bekommen, es gibt Taschenrechner und was eingetippt werden soll, sagen wir Ihnen). Die unterste Dachlatte nageln Sie bündig mit den Sparrenköpfen an. Die oberste Dachlatte sollte vom First einen Abstand von etwa fünf Zentimeter haben.

carpor02.jpg Messen Sie nun die Distanz von der Oberkante der oberen Latte zur Unterkante der Sparrenkopflatte. Nehmen wir an, Sie haben 4,28 Meter gemessen. Teilen Sie die 4,28 Meter durch eine volle Anzahl Reihen, bis ein Wert herauskommt, der zwischen 33 und 34 Zentimeter liegt (entspricht Abstand a in der Skizze). Wir machen es uns einfach und geben gleich das Endergebnis an: 4,28 Meter geteilt durch 13 Reihen ergibt einen Wert von 32,9 cm. Setzt man die obere Reihe einen Zentimeter näher an den First und läßt die untersten Pfannen einen Zentimeter weiter in die Rinne ragen, dann paßt es.


Achtung: Die angegebene Formel muss nicht unbedingt für jede Dachpfanne passen. Kontrollieren Sie bitte die Maße Ihrer Dachsteine und korrigieren Sie eventuell die Werte.

Ist soweit alles in Ordnung, nageln Sie Latte für Latte (Nägel 3,1x 80 Millimeter bei einem Lattenquerschnitt von 24 x 48 Millimeter) auf die Konterlattung. Aber immer schön den berechneten Abstand einhalten. Die unterste Latte muss in doppelter Dicke ausgeführt werden, damit die untere Pfannenreihe die gleiche Neigung wie die übrigen Reihen hat.

Die Dachentwässerung

Damit bei Regen das Wasser nicht unkontrolliert von den Dachflächen herunterschießt, sollten Sie auch an die Dachentwässerung denken. Die Dachentwässerung besteht aus den Rinneisen, der Regenrinne und dem Fallrohr, welches das Wasser zur Abwasserleitung führt. Die Dimensionierung der Dachrinnengröße richtet sich nach der Dachgrundfläche und der Anzahl der Regenabläufe. Da wir hier einen Carport und keine Tennishalle an die Dachentwässerung anschließen wollen (es sei denn, sie haben einen ganzen Fuhrpark und Ihr Carport ist größer als das Haus), reichen die kleinsten Dachrinnen (Bezeichnung: RG 70 / 10 teilig) und Fallrohre (RG 50) aus. Je nach Wunsch bestehen Regenrinne und Fallrohr aus Kupfer, Zink oder Kunststoff. Beides kann der Bauherr mittlerweile ohne größere Probleme selbst verlegen. Es gibt Systeme aus Kupfer, die nicht mehr gelötet werden müssen, sondern verklebt werden können. Bei Kunststoffrinnen geht es noch einfacher. Manche Dachrinnensysteme müssen nicht einmal mehr verklebt werden. An diese Steckmontage kann sich jeder Laie heranwagen.

carpor03.jpg Haben Sie sich für ein Material entschieden, können die Rinneisen gesetzt werden. Damit die Rinneisen bündig mit der untersten Dachlatte verlaufen (dann können die Pfannen später exakt in einer Flucht liegen), werden kleine Schlitze gesägt und das Holz dazwischen ausgestemmt. Als Abstand zwischen den einzelnen Rinneisen nehmen Sie etwa 60 cm.

Am Schraubstock oder mit einem speziellen Biegewerkzeug werden Rinneisen entsprechend der Dachneigung geformt. Damit der Regen ablaufen kann, muss man ein Gefälle einbauen. Als Richtwert nimmt man drei Millimeter pro laufendem Meter an. Ist die Dachrinne sieben Meter lang, beträgt der Gesamthöhenunterschied also 2,1 cm. Eingestellt wird das Gefälle über die Schenkel der Rinnenhalter. Befestigen Sie nun die beiden äußeren Rinneisen so, daß die Dachpfannen rund fünf Zentimeter in die Rinne ragen können.

carpor04.jpg Die übrigen Rinneisen werden an einer Doppelschnur ausgerichtet. Eine Schnur wird entlang der späteren Rinnenvorderkante, eine zweite am Boden gespannt. Die Rinneisen sollten möglichst auf den Sparren sitzen. Bei Kupferrohren sollten Kupfernägel verwendet werden. Als Alternative wären auch rostfreie Edelstahlschrauben mit speziellen Unterlegscheiben geeignet. Sind alle Rinneisen montiert und haben Sie noch einmal überpeilt, ob alle auch am richtigen Platz sind, können Sie die Rinne befestigen.

Das erste Rinnenstück wird an der Seite montiert, an der das Fallrohr vorgesehen ist. Legen Sie das Rinnenstück testweise so auf die Halter, daß die Rinne mit der Dachfläche bündig abschließt und markieren Sie die Position des Ablaufstutzens. Nun sägen oder schneiden Sie das Loch für den Ablauf aus und montieren den Ablaufstutzen. Je nach dem, was für ein Material Sie gewählt haben, wird der Ablaufstutzen gesteckt, geklebt oder gelötet.

Auch das Rinnenendstück und die Dachrinne müssen aufgesteckt, geklebt oder gelötet werden. Fixiert werden die Rinnenteile durch Umbiegen der Rinneisenfedern. carpor05.jpg Das letzte Rinnenstück muss passend zugeschnitten und das Endstück angebracht werden. Zum Abschluß wird das Fallrohr befestigt. Zunächst werden die Rohrschellen am Carport angeschraubt. Die obere Schelle muss wenige Zentimeter unter dem Übergang zum Rohrbogen sitzen. Der Höchstabstand der Rohrschellen untereinander sollte nicht größer als zwei Meter sein.
Jetzt kann bereits das Fallrohr befestigt werden. Anschließend steckt, klebt oder lötet man am Verbindungsstück zwei gegenläufige Bögen an und baut es zwischen Stutzen und senkrechtem Fallrohr ein. Da die Fallrohre meist einen kleineren Durchmesser als die Kunststoffrohre der Grundleitungen haben, muss der Freiraum zwischen den Rohren mit einer Standrohrkappe verschlossen werden.

Pfannen auf das Dach

Prinzipiell deckt man ein Dach von unten nach oben. Nachdem die unterste Reihe in Position gebracht ist, wird eine komplette Ortgangreihe senkrecht bis hoch zum First verlegt (eventuell Richtschnur spannen). An den so verlegten Pfannen richtet man die übrigen Dachsteine aus. Ist das ganze Dach gedeckt, muss man nur noch den Trockenfirst einbauen.
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carpor07.jpgFrüher wurden die Firststeine in einem Mörtelbett verlegt. Mittlerweile hat sich jedoch die selbstbaufreundliche Trockenbauweise immer mehr durchgesetzt. Auf Blechformteilen wird die Firstlatte befestigt, über die ein regendichtes, aber luftdurchlässiges Kunststoffelement gestülpt wird. Mit Klammern fixiert man anschließend die Firststeine, die dann diese Konstruktion komplett überdecken.