Bürgschaften - was bedeutet das?

Michael St.: Können Sie mir erklären, was folgende Begriffe auf sich haben? Was ist:

— Gewährleistungsbürgschaft gegen erste Vorlage?
— Erfüllungsbürgschaft von der Bank?

Beides bezieht sich auf Immobilienkauf!

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Michael,
eine Gewährleistungsbürgschaft ist eigentlich üblich bei Bauleistungen zwischen einem Bauunternehmen einerseits und Auftraggebern der öffentlichen Hand oder der privaten Wirtschaft andererseits. Im privaten Baubereich sollten Sie sie natürlich annehmen, wenn sie Ihnen angeboten wird! Worum geht es?

Nehmen wir an, Sie lassen ein Haus bauen für 1 Mio Euro. Sie wollen aber 5 % = 50.000,- Euro einbehalten als Sicherheitsleistung für etwaige spätere Baumängel. Das geht aber nicht so ohne weiteres - es sei denn, die Bank der Bauunternehmung leistet an Sie eine "Gewährleistungsbürgschaft gegen erste Vorlage". Dann können Sie beruhigt die 50.000,- Euro auszahlen. Tritt dann (innerhalb einer vorher vereinbarten Frist von 2 bis 5 Jahren) ein Schaden ein, dann zahlt die Bank an Sie die Schadenssumme - maximal bis 50.000,- Euro. "Erste Vorlage" bedeutet, daß der Bauunternehmer  kein  Recht auf eine Einrede hat - die Bank zahlt also für die Mängel in jedem Fall und holt sich das Geld dann vom Bauunternehmer wieder.
Auch die Erfüllungs- oder Anzahlungsbürgschaft läßt sich an einem Beispiel gut erklären. Ihr Bauunternehmer verlangt 500.000,- Euro, bevor er überhaupt anfängt. Sie sind aber skeptisch, denn der Mann könnte ja mit dem Geld durchbrennen, ohne dafür etwas geleistet zu haben. Übergibt Ihnen der Bauunternehmer aber eine Erfüllungsbürgschaft seiner Bank, dann sind Sie im sicheren Bereich. Die Bank zahlt an Sie dann das Geld, wenn der Vertrag nicht erfüllt wird - beispielsweise dadurch, daß der Bauunternehmer nach dem ersten Spatenstich Pleite macht.