Alles Wissenswerte über Brettschichtholz - seine Vorteile und Herstellung

bretth01.jpgWie schon der Name vermuten läßt, werden bei der Herstellung von Brettschichtholz einzelne Bretter aufeinander geschichtet und miteinander verbunden, genauer gesagt verleimt. Dies führt zu Irrtümern, denn häufig wird Brettschichtholz als Leimholz bezeichnet. Dies ist jedoch falsch, denn aus Leimholz baut man beispielsweise Möbel, Raumteiler oder Verkleidungen. Diese Bauteile übernehmen keine Tragwirkung. Aus Brettschichtholz hingegen werden tragende Bauteile hergestellt, beispielsweise Brettschichtholzbinder. Diese finden Verwendung in Industriebauten wie Fabrik- und Lagerhallen, aber auch in Landwirtschaftsbauten und Gewerbe- oder Freizeitanlagen wie Reit-, Turn- und Tennishallen. Brettschichtholzbinder können zwei Meter hoch und 60 Meter lang sein. Die Abmessungen bei Carports und Wintergärten sind um einiges kleiner. Dennoch werden sie häufig aus BS-Holz, wie die Abkürzung lautet, hergestellt. Ohne größeren Mehraufwand ist es möglich gekrümmte oder sogar runde Bauteile herzustellen.


Vorteile von Brettschichtholz



bretth02.gifIm Vergleich zu Massivholz ermöglicht BS-Holz bei der Konstruktion grössere Querschnitte und grössere Spannweiten. Auch bei diesen grösseren Querschnittsabmessungen und Bauteillängen ist die Gefahr von Verdrehungen sehr gering. Zudem zeichnet sich BS-Holz durch hohe Formbeständigkeit und Maßhaltigkeit aus. Durch die starre Verbindung zwischen den einzelnen Holzbrettern entstehen Bauteile, die wesentlich bessere technische und statische Eigenschaften als Vollholz besitzen. Ein weiterer Vorteil von BS-Holz ist die große Tragfähigkeit bei geringem Gewicht. Aus BS-Holz lassen sich Oberflächen herstellen, die besonders hohen gestalterischen Ansprüchen genügen. Die Oberflächen sind gehobelt, kleinastig und frei von irgendwelchen Makeln. Binder oder Balken lassen sich in beinahe beliebigen Längen, Formen oder Profilen liefern, wie bereits erwähnt, auch gekrümmt oder gebogen. Trotz der höheren Festigkeit läßt sich BS-Holz wie Vollholz bearbeiten. Auch Risse, wie sie bei massivem Holz vorkommen können, treten beim BS-Holz eher selten auf.


Herstellung von Brettschichtholz



bretth03.jpgWie bereits erwähnt, ist BS-Holz ein Produkt, das aus einzelnen Holzbrettern unter Druck zu stabilen Bauteilen verleimt wird. Der Fertigungsprozeß beginnt jedoch mit der technischen Trocknung von Brettern aus Nadelholz (zumeist Fichtenholz). Die Holzfeuchte beträgt im Mittel zehn Prozent. Dadurch sind größere Schwindverformungen durch das Nachtrocknen des Holzes im Bauwerk ausgeschlossen. Danach werden die Bretter gehobelt und visuell sortiert. Alle natürlichen "Holzfehler" wie große Äste, Rindenteile oder Harzgallen werden maschinell entfernt. Es entstehen unterschiedlich lange Bretter. In die Stirnenden werden ineinandergreifende Zinken gefräst. Durch Aneinanderreihen und Verleimen der einzelnen "gezinkten" Bretter lassen sich damit theoretisch unendlich lange Lamellen herstellen. Die Lamellen werden jedoch auf die geforderte Länge gekürzt und auf den Breitseiten beleimt. Nun legt man mehrere Lamellen übereinander und verpresst sie. Auch gekrümmte Bauteile sind auf diese Weise ohne größeren Mehraufwand herstellbar. Nach dem Aushärten des Leims wird das Brettschichtholz geleimt und besäumt.